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Metaller-Tarifrunde: Der Streit ist vorprogrammiert

Bei der Mitte März beginnenden Tarifrunde in der Metall- und Elektrobranche liegen die Positionen beider Seiten weit auseinander: Während die IG Metall angeblich 6,5 Prozent mehr Geld fordert, wollen die Arbeitgeber unter drei Prozent bleiben.

Am Diesntag lässt der Bundesvorstand der IG Metall die Katze aus dem Sack: An diesem Tag wird die Forderungsempfehlung für die demnächst anlaufende Tarifrunde für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektrobranche vorgelegt. Diese Empfehlung an die Tarifkommission der Gewerkschaft wird laut Informationen des "Spiegel" bei 6,5 Prozent liegen. Mehrere Mitglieder des siebenköpfigen Hauptvorstands unter dem Vorsitzenden Jürgen Peters sowie einige der 29 ehrenamtlichen Mitglieder hätten geäußert, dass dieser Wert exakt die Erwartungen der Tarifkommissionen in den sieben IG-Metall-Bezirken widerspiegele. Die endgültige Lohnforderung für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche wird der Vorstand am 26. Februar nach einer weiteren Diskussionsrunde in den Bezirken beschließen. Die regionalen Verhandlungen beginnen am 12. März mit dem Auftakt in Nordrhein-Westfalen.

Tarifparteien bringen sich in Position

Die eingereichten Forderungen lagen in allen Bezirken zwischen sechs und sieben Prozent. Bei der Tarifrunde 2006 betrug die Forderung fünf Prozent, der Abschluss brachte drei Prozent mehr Lohn sowie Einmalzahlungen in Höhe von 310 Euro, die je nach Zustand des Betriebs gestrichen oder verdoppelt werden konnten. Am 26. Februar wird der Vorstand die Forderung endgültig beschließen, bis 17. März müssen die Tarifverhandlungen in den Bezirken aufgenommen werden.

Der Chef des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, hält dagegen einen Lohnabschluss von unter drei Prozent für notwendig, um in der Metallindustrie weitere Arbeitsplätze schaffen zu können. "Zwar wird auch 2007 für die Metall- und Elektroindustrie ein ordentliches Jahr. Falsch wäre es jedoch, die hervorragende Entwicklung des vergangenen Jahres einfach linear fortzuschreiben", sagte Kannegiesser der "Wirtschaftswoche".

Arbeitgeber wollen deutlich weniger geben

"Die Branche wird nur noch um 3,5 Prozent wachsen, nach 6,5 Prozent 2006", warnte Kannegiesser. Der Tarifabschluss müsse daher unter dem Abschluss von 2006 liegen, als ein Anstieg von 3,0 Prozent vereinbart wurde. "Wenn die IG Metall den Bogen überspannt, setzt sie Arbeitsplätze aufs Spiel", warnte er. 2006 seien in der Branche rund 30000 neue Jobs entstanden. Bei einem vernünftigen Tarifabschluss könne der Zuwachs an Arbeitsplätzen 2007 in einer ähnlichen Größenordnung liegen.

DPA/DDP / DPA