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Spendengala: Presidents Club - was hinter der Charity-Einrichtung steckt und wer sie leitete

Der Skandal um den Presidents Club hat in Großbritannien ein Beben ausgelöst. In einem Bericht der "Financial Times" wird die jährliche Spendengala der Organisation als Ort sexueller Belästigung entlarvt. Doch was ist der Presidents Club eigentlich?

Beim Presidents Club waren nur Männer eingeladen (Symbolbild)

Beim Presidents Club waren nur Männer eingeladen (Symbolbild).

Eigentlich ist der Presidents Club ja schon gar nicht mehr. Der "Charitable Trust" hat sich nach den Vorwürfen bereits aufgelöst. Zuvor richtete die Organisation 33 Jahre lang das Wohltätigkeits-Dinner aus - und war vor allem dafür bekannt. Der Club sammelte insgesamt über 25 Millionen Euro an Spendengeldern. Die Veranstaltung fand häufig im Londoner Luxushotel "The Dorchester" statt. Es war das Großereignis im Veranstaltungskalender der britischen Hauptstadt. Das Konzept der Veranstaltung: Men only - es wurden nur Männer eingeladen. Die Gäste stammten aus der britischen Upperclass - führende Köpfe aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Unterhaltung.

Die Spendengelder wurden vor allem durch Versteigerungen akquiriert, unter anderem wurden Treffen mit einflussreichen Personen angeboten. Das gesammelte Geld kam gemeinnützigen Einrichtungen für bedürftige Kinder zugute. Zu den begünstigten Einrichtungen zählten das Great Ormond Street Hospital und das Evelina Kinderkrankenhaus in London. Beide Krankenhäuser haben bereits angekündigt, ihre Spendengelder zurückzugeben.

Presidents Club engagierte Hostessen zur Unterhaltung

Um die zahlungskräftigen Herren zu unterhalten, engagierte der Presidents Club Hostessen, die sich um das Wohl der Gäste kümmern sollten. Unter den 130 Hostessen, die in diesem Jahr engagiert wurden, waren dieses Mal zwei Reporterinnen der "Financial Times“, die den Skandal aufdeckten und mit ihrem Bericht die Auflösung der Organisation auslösten.

 Der Organisation standen bis zuletzt Bruce Ritchie und David Meller vor. Ritchie ist ein britischer Bauunternehmer und CEO der von ihm gegründeten Residential Land Group, zu der ca. 1200 Mietobjekte, Hotels und gewerbliche Immobilien gehören. Meller, Chef einer gleichnamigen Firma für Luxusgüter, musste seinen Posten im Beirat des britischen Bildungsministeriums nach den Vorwürfen bereits räumen. Bildungsstaatssekretärin Anne Milton bat den Unternehmer um seinen Rücktritt.

Auch Nadhim Zahawi, Mitglied des britischen Parlaments und Staatssekretär im Bildungsministerium, nahm an der diesjährigen Veranstaltung teil. Rufe nach seinem Rücktritt oder einer Untersuchung des Falls wurden laut. Zahawi twitterte nach den Vorfällen: "Ich verurteile dieses Verhalten unmissverständlich. Der Bericht ist wirklich schockierend. Ich werde niemals wieder an einer Veranstaltung nur für Männer teilnehmen."

Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, dass gegen Zahawi nicht ermittelt werden soll.

Sowohl das Dorchester-Hotel als auch die Agentur, welche die Hostessen vermittelt hat, wollen den Fall prüfen. Aber gut, einen weiteren Presidents Club werden sie kaum ausrichten oder bedienen. Den Club gibt es schließlich ja schon gar nicht mehr.

Eine Frau im schwarzen Minikleid sitzt und zieht sich mit übereinander geschlagenen Beinen einen High Heel an den rechten Fuß
vit