Studentenjobs Studium und Job


Das BAföG reicht nicht? Urlaub wäre auch mal wieder ganz schön? Und die Bücher müssen auch bezahlt werden? Wenn bei deutschen Studenten das Geld nicht reicht, gehen zwei Drittel von ihnen jobben. Hier das wichtigste rund um Studium und Job.

Das BAföG reicht nicht? Urlaub wäre auch mal wieder ganz schön? Und die Bücher müssen auch bezahlt werden? Wenn bei deutschen Studenten das Geld nicht reicht, gehen zwei Drittel von ihnen jobben. Hier das wichtigste rund um Studium und Job.

Allgemeines

Studenten haben in der Arbeitswelt keinen Sonderstatus. Sie werden behandelt wie andere Arbeitnehmer auch. Das heißt aber auch, dass sie gewisse Rechte haben. Jobbende Studenten haben Anspruch auf Feiertagsvergütung, bezahlten Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und gegebenenfalls Weihnachtsgeld. Außerdem unterliegen sie dem Kündigungsschutz. Aufgepasst bei den Arbeitsverträgen! Regelungen die Urlaubsgeld und Feiertagsansprüche in den Stundenlohn einrechnen sind unzulässig und der gesetzliche Anspruch auf diese Leistungen kann geltend gemacht werden. Generell hat das Studium aber immer Vorrang. Als Vollzeitstudent gilt, wer nicht mehr als 20 Stunden pro Woche oder 26 Wochen im Jahr arbeitet. Allerdings werden Arbeitszeiten außerhalb der Vorlesungszeiten, zum Beispiel am Wochenende oder in den Semesterferien nicht dazu gezählt.

Steuern und Abgaben

Studenten werden steuerrechtlich, wie andere Arbeitnehmer behandelt. Sie haben keinen Sonderstatus. So benötigen sie für nicht-selbständige Arbeit ebenfalls eine Lohnsteuerkarte. Beim Ausüben einer geringfügigen Beschäftigung sollte man sich eine Freistellungsbescheinigung vom Finanzamt besorgen, wenn noch Einkünfte anderer Herkunft vorliegen. Das Jobben auf Steuerkarte ist für Studenten meist günstiger, da Steuerfreibeträge durch den Verdienst selten überschritten werden. Das bedeutet: Wer über das Jahr gerechnet nicht mehr als 7.235 Euro verdient, zahlt keine Steuern oder erhält sämtliche einbehaltene Steuer in voller Höhe zurück. Dazu muss allerdings am Jahresende eine Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt gemacht werden. Ist der Studierende allein erziehend oder verheiratet mit oder ohne Kind, erhöht sich der Betrag entsprechend.

Bei einem zusätzlichen Job muss eine zweite Lohnsteuerkarte beantragt werden. Hier sind die Abzüge zwar erst einmal höher, doch bekommt man das eventuell über den Lohnsteuerjahresausgleich zurück. Wie viel Lohnsteuer durch den Arbeitgeber abgeführt wurde, kann der Lohnsteuerkarte entnommen werden, die dem Arbeitnehmer am Ende des Jahres ausgehändigt wird. Alle steuerrechtlichen Vergünstigungen wie Werbungskosten oder Sonderausgaben gelten auch für Studenten. In den meisten Fällen ist es für sie günstiger auf Lohnsteuerkarte zu arbeiten, als Rechnungen zu stellen oder mit einem Gewerbeschein zu jobben.

Versicherungen

Studenten sind generell sozialversicherungspflichtig. Bis zum 25. Lebensjahr können Studenten bei ihren Eltern kostenlos in der Familienversicherung der Krankenkasse bleiben. Dieser Anspruch erlischt aber, wenn man regelmäßig mehr als 400 Euro im Monat verdient. Dann muss man sich selbst krankenversichern, zum Beispiel über einen Studententarif, den viele Krankenkassen anbieten. Und wenn die 20-Stunden-Grenze überschritten wird, müssen die üblichen Beiträge zur Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung geleistet werden. In diesem Fall geht der Studentenstatus verloren, weil Studierende mehr Zeit im Job als an der Uni verbringen.

Seit 1996 besteht auch für Studenten die Rentenversicherungspflicht. Sobald der Student über die Geringfügigkeitsgrenze hinaus jobbt, müssen Rentenversicherungsbeiträge in Höhe von 19,1 Prozent, jeweils zur Hälfte vom Studenten und vom Arbeitgeber, entrichtet werden.

Abgaben kann man nur umgehen, indem man sich "geringfügig" beschäftigen lässt. Zum Beispiel als Minijobber: hier zahlt nur der Arbeitgeber pauschale Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie zwei Prozent pauschale Lohnsteuer. Ähnliches gilt für so genannte kurzfristige Beschäftigungen in den Semesterferien. Die bleiben für alle sozialversicherungsfrei. Allerdings: Diese Beschäftigung muss im Voraus auf höchstens 50 Tage/zwei Monate im Jahr befristet sein. Mehrere kurzfristige Jobs sind möglich, solange die Zeitgrenzen nicht überschritten werden.

BAföG

Bevor ein BaföG-Empfänger zu jobben beginnt, sollte er sich bei seinem Sachbearbeiter darüber informieren, wie viel er nebenbei verdienen darf. In diesem Jahr dürfen ledige Studenten einer Universität ein Einkommen von maximal 4.330 Euro im Jahr (360,88 Euro im Monat) haben. Dabei ist der Arbeitnehmerpauschbetrag über 1.044 Euro schon mit eingerechnet. Die Hinzuverdienstgrenze fällt je nach Familienstand und Ausbildungsart unterschiedlich aus.

Selbständig Jobben

Viele Studenten jobben neben dem Studium als Selbständige. Besonders in der Promotion ist diese Arbeitsvariante mit Gewerbeschein oder auf Honorarbasis weit verbreitet. Es bietet sich dann an, wenn man häufig verschiedene oder mehrere Jobs ausführen möchte. Dabei treffen dann nicht mehr Arbeitnehmer und -geber aufeinander, sondern Auftraggeber und -nehmer und. Der selbstständige Student tritt als freier Unternehmer auf, und stellt seinem Auftraggeber die erbrachte Leistung in Rechnung. Selbstständige unterscheiden sich von den Arbeitnehmern zunächst dadurch, das sie auf Rechnung arbeiten und die Vergütung voll ausbezahlt bekommen. Sie sind einkommensteuer-, und eventuell umsatzsteuer- und gewerbesteuerpflichtig und müssen sich selbst um die Krankenversicherung und Altersvorsorge kümmern. Zudem brauchen sie eine eigene Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Schadenersatzansprüche. Außerdem haben selbständige Jobber keinen Anspruch auf Kündigungsschutz, bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Gewerbesteuer muss zahlen wer jährlich mehr als 24.500 Euro verdient. Die Umsatzsteuerpflicht setzt ein, sobald ein Umsatz über 16.620 Euro im laufenden Jahr erwirtschaftet wurde und der Umsatz im folgenden Jahr 50.000 Euro betragen könnte.

Weiter Grenzwerte:

- Lohnstuer fällt an ab 7.235 Euro
- Familienkrankenversicherung kann nur bis zu 3.900 Euro in Anspruch genommen werden (Altersgrenzen beachten!)
- Das Kindergeld gibt es ab 7.188 Euro (BAföG mitgerechnet) nicht mehr
- Das BAföG wird gestrichen ab 4.227,36 Euro

Weitere Informationen gibt es unter: www.jobber.de, www.studentenjobs.de und www.gelegenheitsjobs.de, sowie unter www.studentenwerk.de.

Job finden

Jobs gibt es überall, man muss nur wissen, wo man suchen soll. Die schwarzen Bretter an den Universitäten sind häufig voll von Stellenanzeigen. Auch in den Stellenmärkten der Zeitungen wird man fündig. Schnell und einfach geht es im Internet. Zum Beispiel auf www.studentenjob24.de, www.jobber.de oder den jeweiligen Seiten von Universitäten werden die unterschiedlichsten Jobs angeboten. Was auch immer hilft: Ohren und Augen offen halten!

Katarina Rathert

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