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Bundeskanzlerin Angela Merkel: Neue Impulse für IT-Branche

Bundeskanzlerin Angela Merkel will der IT-Branche neue Impulse geben. Auf einem Gipfel in Potsdam sollen Experten Schritte gegen den Fachkräftemangel erarbeiten. Das Geld zur Umsetzung steht bereit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will der Informationstechnologie in Deutschland neue Impulse geben. Aus diesem Grund kommen sie und mehrere Kabinettsmitglieder am Montag in Potsdam mit Managern aus der Computerbranche und Wissenschaftlern zusammen. In Arbeitsgruppen sollen unter anderem Schritte gegen den Fachkräftemangel in der Branche erarbeitet werden.

Anschließend will Merkel sich zu einem Arbeitsessen unter anderem mit Telekom-Chef René Obermann, dem ebay-Deutschland-Geschäftsführer Stefan Groß-Selbeck und dem Vorstandsvorsitzenden des Telefonkonzerns Arcor, Harald Stöber, treffen. Beim folgenden Podiumsgespräch sollen auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, Forschungsministerin Annette Schavan und Wirtschaftsminister Glos dabei sein.

15 Milliarden Euro bereit

Die Bundesregierung will die Informationstechnologie-Branche in den nächsten drei Jahren laut "Tagesspiegel" mit 1,2 Milliarden Euro fördern. Ein entsprechender Beschluss solle in Potsdam verkündet werden, berichtet das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Die Mittel seien Teil der rund 15 Milliarden Euro, die im Rahmen der High-Tech-Strategie der Bundesregierung bis 2009 bereitgestellt werden sollen.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte, dass kein Datenschützer zu dem Treffen eingeladen wurde. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" forderte er von der Konferenz, besonders darauf zu achten, dass die Informationsgesellschaft nicht zu einer Überwachungsgesellschaft werde.

Hohe Hürden für Hochqualifizierte

DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun forderte die Bundesregierung auf, eine Kehrtwende in der Zuwanderungspolitik zu vollziehen. "Wir müssen den Arbeitsmarkt für gut ausgebildete Ausländer stärker öffnen", sagte er dem "Handelsblatt". Nicht wenige Betriebe auch in der IT-Branche suchten vergeblich nach qualifizierten Fachkräften. Die im Zuwanderungsgesetz angelegten Hürden für Hochqualifizierte und ausländische Selbstständige seien viel zu hoch und wirkten eher abschreckend als einladend.

Die Konferenz wird im privat finanzierten Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam-Babelsberg veranstaltet. Die Informations-, Kommunikations- und Telekommunikationstechnologien sind nach Angaben des Instituts mit einem Umsatz von rund 135 Milliarden Euro und mehr als 1,5 Millionen Beschäftigten eine der größten Branchen bundesweit. Seit dem "Internetboomjahr" 2000 sei die Zahl der Studienanfänger im Bereich Informatik aber um mehr als 26 Prozent zurückgegangen.

DPA/AP / AP / DPA