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Pleite droht und EU erhöht den Druck: Wie lange hält Griechenland noch durch?

Die EU fordert, dass sich Griechenland zügig mit den Geldgebern einigt. Bereits jetzt hinkt das Land mit Zahlungen hinterher - und im Juni müssen 1,6 Milliarden Euro zurückgezahlt werden.

Griechenland steht abermals vor der Staatspleite. Im Juni müssen weitere Kredite zurückgezahlt werden.

Griechenland steht abermals vor der Staatspleite. Im Juni müssen weitere Kredite zurückgezahlt werden.

In den Verhandlungen über ein griechisches Reformpaket erhöht die EU-Kommission den Druck für einen baldigen Abschluss. "Eine solche Abmachung muss so schnell wie möglich erreicht werden, auch mit Blick auf die komplizierte Liquiditätslage in Griechenland", sagte EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel. Bei den Expertengesprächen zwischen den Geldgebern und Athen gehe es schrittweise voran. Dombrovskis nannte in diesem Zusammenhang etwa das Mehrwertsteuer-System.

Zu Fristen nahm er keine Stellung. Man sei aber schon einen Monat im Verzug - denn die komplette Reformliste, zu der auch Privatisierungen gehören, sollte ursprünglich bereits Ende April vorliegen.

Athens Kassen sind leer

Ohne verbindliche Reformzusagen können blockierte Hilfskredite in Höhe von 7,2 Milliarden Euro nicht fließen. #link;http://www.stern.de/wirtschaft/news/athen-sucht-nach-geld-fuer-iwf-tilgungsraten-2196579.html;Die Kassen in Athen sind leer#, allein im Juni stehen Rückzahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) von knapp 1,6 Milliarden Euro an.

Die Regierung des pleitebedrohten Landes wies energisch Spekulationen zurück, wonach man Kapitalverkehrskontrollen einführen wolle. "So etwas ist absolut ausgeschlossen", betonte Finanzminister Yanis Varoufakis. "Das kommt unter keinen Umständen infrage."

Wird das Abheben von Geld eingeschränkt?

In Griechenland hatten seit mehreren Tagen Gerüchte die Runde gemacht, die Regierung könnte das kommende Wochenende nutzen, um Einschränkungen für das Abheben von Geldern von Bankkonten einzuführen. In den vergangenen sechs Monaten hatten die Griechen insgesamt etwa 35 Milliarden Euro abgehoben. Griechenland steht wegen des orthodoxen Pfingstfests vor einem langen Wochenende.

Die Europäische Zentralbank (EZB) griff den Banken in Griechenland nach Angaben aus Branchenkreisen in dieser Woche nicht weiter unter die Arme. Der EZB-Rat habe das Volumen der Ela-Notkredite ("Emergency Liquidity Assistance") unverändert gelassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Krise sorgt für Gesprächsstoff

Das Ela-Volumen für Griechenland bleibe damit unverändert bei 80,2 Milliarden Euro, hieß es. Laut dem Bericht haben die #link;http://www.stern.de/politik/ausland/griechenland-troika-sieht-drei-negativ-szenarien-2193117.html;griechischen Banken noch einen Puffer# von drei Milliarden Euro, bis die Ela-Höchstgrenze erreicht ist.

Die Griechenland-Krise dürfte auch beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden westlichen Industrieländer (G7) am Donnerstag und Freitag in Dresden angesprochen werden. Offiziell steht das Thema dort allerdings nicht auf der Tagungsordnung.

kg/dpa / DPA