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KFZ-Markt: Zahl der Neuzulassungen bricht ein

Nach der Mehrwertsteuer-Erhöhung sind in Deutschland im Januar etwa zehn Prozent weniger Neuwagen zugelassen worden als im Vorjahresmonat. Zudem stiegen die Ausgaben für Auto, Bus und Bahn seit 2005 überdurchschnittlich.

In Deutschland brachen die Januar-Neuzulassungen um 10,5 Prozent ein. Verbraucher hätten Autokäufe unter anderem angesichts der ab Neujahr geltenden höheren Mehrwertsteuer vorgezogen, begründeten die Experten des europäischen Herstellerverbandes ACEA in Brüssel den Rückgang zum Jahresauftakt.

Der europäische Automarkt konnte im Januar zwar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1 Prozent zugelegt, die schwache Entwicklung in Deutschland hat aber ein besseres Ergebnis verhindert. Insgesamt wurden 1,29 Millionen neue Autos in der EU und den EFTA-Staaten Norwegen, Schweiz und Island zugelassen, teilte der ACEA mit.

In den neuen EU-Mitgliedstaaten schnellte die Zahl der Neuzulassungen dagegen insgesamt um 16,6 Prozent hoch. Hier beflügelten finanzielle Anreize wie Rabatte, attraktive Kredite oder Leasingangebote die Zahl der Neuzulassungen. Zuwächse gab es auch in Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien.

Auch Nahverkehr zieht Preise deutlich an

Aus den in Stuttgart veröffentlichten Berechnungen des Auto Clubs Europa (ACE) geht hervor, dass sich die Preise für das Autofahren sowie die Nutzung von Bussen und Bahnen um mehr als sieben Prozent und damit um gut das Doppelte im Vergleich zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten erhöhten: Diese verzeichneten im gleichen Zeitraum ein Plus von 3,2 Prozent.

Besonders stark, nämlich um 7,4 Prozent, stiegen dem ACE zufolge die Gesamtkosten für Automobilität: Rechne man alle Kosten einschließlich der Fahrzeugabschreibung mit ein, koste die Pkw-Fahrt derzeit unterm Strich durchschnittlich 81,5 Cent pro Kilometer, hieß es. Dies seien 5,3 Cent mehr als 2005. Im öffentlichen Nahverkehr betrage der durchschnittliche Kilometertarif etwas mehr als 14 Cent.

Mobilitätskostenindex schafft Klarheit

Beim Vergleich mit den reinen Betriebskosten eines Pkw schrumpfe der Vorteil des Nahverkehrs allerdings deutlich, so der ACE. Dann stünden 20,4 Cent pro Kilometer für die Pkw-Nutzung 14 Cent gegenüber für Bus und Bahn gegenüber.

Für den so genannten Mobilitätskostenindex legte der ACE die durchschnittlichen Nutzungskosten von Autos, Bussen und Bahnen pro Kilometer zu Grunde. 18 typische Automodelle, sechs Verkehrsverbünde im Nahverkehr sowie die Deutsche Bahn wurden in die Analyse der Preisentwicklung einbezogen.

FTD