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Manager-Gehälter: Trommeln für neue Bescheidenheit

53 Prozent der deutschen Manager glauben durch Gehaltskürzungen in Krisenzeiten angemessen zu agieren. Bei deren Bezügen aber, frotzelt IG-Metaller Berthold Huber, lasse es sich auch gut auf zehn Prozent verzichten.

Die Millionengehälter in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft sorgen angesichts von Lohnverzicht und Mehrarbeit bei den einfachen Beschäftigten auch am Wochenende für Zündstoff. Nach einer Umfrage des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" finden 53 Prozent der Befragten Spitzenmanager, die in wirtschaftlichen Krisenzeiten zum Verzicht auf Teile ihres Gehalts bereit sind, glaubwürdiger als solche, die an ihren Ansprüchen festhalten. Allerdings vertreten 36 Prozent die Auffassung, dass selbst ein Lohnopfer die Glaubwürdigkeit der Wirtschaftselite nicht verbessert.

Der zweite IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber forderte, dass sich Managergehälter am Verdienst eines normalen Arbeitnehmers orientieren müssten. Er kritisierte, dass die Bezüge der Führungskräfte in Deutschland bisweilen das 200-fache des Arbeitnehmerlohns erreichten. Manche Managergehälter nannte Huber "schlichtweg unanständig". "Die Explosion von Managergehältern hat ihre Triebfeder in einem System, das sich nur noch am Shareholder Value orientiert und dabei die Beschäftigung vergisst", sagte Huber in der "Welt am Sonntag".

Gehaltsverzicht sei lediglich eine Geste

Den Verzicht des Daimler-Vorstands auf zehn Prozent seiner Gehälter im Rahmen der Beilegung des Tarifkonflikts vergangene Woche bezeichnete Huber in der Zeitung lediglich als Geste, die von der Öffentlichkeit erzwungen worden sei, nachdem der Vorstand so viele Zumutungen an die Mitarbeiter formuliert hatte. Bei drei Millionen Euro im Jahr lasse sich gut auf zehn Prozent verzichten, sagte der IG-Metall-Vize. Eine Einheitslösung für die Höhe der Managergehälter gebe es aber nicht.

Erstmals schaltete sich auch die CDU-Vorsitzende Angela Merkel in die Diskussion um die Managerbezüge ein. Natürlich müssten gute Manager international konkurrenzfähig bezahlt werden, sagte Merkel in der "Bild am Sonntag" und verwies auf das Beispiel von Fußballern und Schauspielern. "Aber manche gewaltigen Gehaltssteigerungen sind unangemessen", sagte sie. Die Politik sollte jene Manager stärken, die Vernunft und Augenmaß bewahrten.

Maßstab für Besoldung schwer zu finden

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte sich nach den Freisprüchen im Mannesmann-Prozess für mehr Transparenz und die Offenlegung der Bezüge eingesetzt. Dabei will die Ministerin auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft setzen.

Nach Ansicht des Jenoptik-Aufsichtsratsvorsitzenden Lothar Späth ist ein Maßstab für die Besoldung schwer zu finden. Man könne sie nicht unbedingt an Gewinn oder Umsatz eines Jahres festmachen, weil es in Sanierungsphasen auch finanzielle Durststrecken und Verluste geben könne, sagte er im DeutschlandRadio Berlin. Gesetzliche Regelungen lehnte er ab.

Der sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion Karl- Josef Laumann sagte im NDR, es sei völlig klar, dass auch "bei der so genannten Elite eine neue Bescheidenheit" notwendig sei, wenn den Beschäftigten mehr Arbeit zu gleichem Lohn abverlangt werde.

Deutschen Managern fehlt nach Einschätzung des Konstanzer Professors für Wirtschafts- und Unternehmensethik, Josef Wieland, häufig die Sensibilität für moralische Fragen. Die Auftritte der Manager im Mannesmann-Prozess und die Affäre um Ex-Bundesbank-Präsident Ernst Welteke hätten gezeigt, dass das Bewusstsein für "moralisch aufgeladene Themen" eher gering sei. Stattdessen erweckten die Beteiligten den Eindruck, sie hätten einen Anspruch auf hohe Vergütungen oder Vergünstigungen, wie er in einem DPA-Gespräch sagte.

Hohe Vergütungen passen nicht in Krisenzeiten

Deutliche Worte fand auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun. In ungewohnt deutlicher Form, hat er Kritik am Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann geübt. Dieser hatte in der Vergangenheit hohe Manager-Vergütungen mehrfach mit dem Argument verteidigt, diese seien international so üblich. Braun hält dagegen: "Damit kann ich gar nichts anfangen. Erst recht nicht in Krisenzeiten."

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Rainer Wend sagte dem "Tagesspiegel", Ackermann, einer der Angeklagten im Mannesmann-Prozess, habe dem Land einen schlechten Dienst erwiesen, indem er "mit Arroganz und Anmaßung" vor Gericht aufgetreten sei. Wend regt an, Manager zivilrechtlich stärker für fehlerhaftes Verhalten in Verantwortung zu ziehen. "Wir müssen bei Managern die Hemmschwelle erhöhen, Schadenersatzpflicht auszulösen", sagte er. "Da können wir die Schrauben noch etwas anziehen."

Unternehmerische Flops rechtfertigen keine Millionen-Gehälter

Josef Ackermanns Deutsche Bank, DaimlerChrysler sowie die Abfindungsaffäre bei Mannesmann seien laut Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) Schuld am Vertrauensverlust. Vor allem bei Daimler seien die Millionengehälter "in Anbetracht der unternehmerischen Flops, etwa bei Mitsubishi, wirklich unangemessen". Diese Schieflage habe mit der Schwäche des Aufsichtsrats zu tun. Den Beschäftigten müsse man sagen, "dass die Gewerkschaften bei der Entscheidung über Vorstandsbezüge mit am Tisch sitzen. Da kommt es schon mal zu unheiligen Allianzen".

Mit Material von DPA/AP / AP / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.