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ZDF testet Kartoffelprodukte: Billig gegen teuer: Wie gut sind Chips, Pommes und Co. wirklich?

Kartoffeln sind die Lieblingsbeilage der Deutschen. Doch wie gut sind Pommes, Püree, Chips und Co. wirklich? Das ZDF lässt Sternekoch Nelson Müller Kartoffelprodukte vergleichen: Können Discounter mit Markenherstellern mithalten?

Pommes, Chips, Kartoffel im Test

Pommes, Chips und Co.: Kartoffelprodukte im ZDF-Test.

Kartoffeln sind Beilage Nummer 1 in Deutschland. Ob gestampft, gekocht, gebraten, frittiert oder überbacken: Knapp 58 Kilogramm isst jeder Deutsche pro Jahr von der Knolle. Doch längst greifen wir nicht mehr zum Kartoffelsack und machen Pommes, Chips und Püree selbst, sondern nutzen die industriell gefertigten Produkte aus dem Supermarkt. 

Aber wie gut sind diese Kartoffelprodukte wirklich? Und: Können die billigen Pommes und Co. vom Discounter mit den teuren Produkten vom Supermarkt mithalten? Das ZDF hat Nelson Müller verschiedene Produkte checken lassen. Dabei achtete der Sternekoch nicht nur auf Qualität und Geschmack, sondern auch auf den Preis. Denn der Rohstoff Kartoffel ist ein Schnäppchen - die fertigen Gratins, Chips und Pommes sind es nicht immer.

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TK-Pommes im Vergleich: Discounter-Fritten fallen durch

Pommes aus der Tiefkühltruhe sind praktisch: In der Fritteuse oder im Backofen brauchen die Kartoffelstäbchen nicht lange - und sie sind preiswert. Die Fritten vom Discounter kosten nur 89 Cent, das Markenprodukt ist für 2,65 Euro zu haben. Die ZDF-Tester schicken die Tiefkühlpommes von Aldi Süd, Lidl und die Hausmarke von Edeka als Billig-Produkte ins Rennen, bei den Markenherstellern werden die Fritten von Agrarfrost und McCain gecheckt. Das Ergebnis im Blindtest: Die teuersten Pommes im Test von McCain gewinnen vor den Fritten von Agrarfrost. Die Markenhersteller punkten, die billigen Pommes fallen durch.

McDonald's, Burger King und Co.: Wie gut sind die Pommes?

Und wie schneiden die Fritten der großen Fastfoodketten ab? Getestet wurden die Pommes von Burger King, Nordsee, KFC, McDonald's und einer Pommes-Bude aus Braunschweig. Im Laborcheck wird geprüft, wie alt das verwendete Frittierfett ist, und ob es Fremdstoffe aufweist. "Die Fette waren zum Teil an der Grenze ihrer Benutzbarkeit", urteilt Lebensmittelchemiker Ulrich Nehring. Wird das Fett lange benutzt und werden viele unterschiedliche Lebensmittel darin frittiert, sammeln sich Fremdstoffe. McDonald's nutzt den Rahmen des Gesetzgebers, der maximal 24 Prozent Fremdstoff zulässt, voll aus. Die Pommes-Bude hat in einer Fritteuse Gemüse, Fisch und Fleisch frittiert. "Selbst große Ketten nutzen ihr Fett bis hart an die Grenze der Zulässigkeit", so das Testergebnis. Nelson Müller kritisiert das Vorgehen der Burgerbrater: "Dass es in Fastfood-Restaurants immer noch Mängel beim Frittierfett gibt, das muss nicht sein." 

Bacon-Chips im Test: Auf Inhaltsstoffe achten

Kartoffeln sind günstig - die verarbeiteten Produkte wie Chips oder Püree sind teuer. Um die Herstellungskosten zu drücken, greift die Industrie in die Trickkiste. Das zeigt Nelson Müller am Beispiel der Bacon-Chips - denn die enthalten weder Speck noch Kartoffeln. Aromen, Maismehl-Granulat, Stärke und allerlei Zusatzstoffe gaukeln dem Gaumen Speck-Geschmack vor. Doch für das teure Markenprodukt (Peppies von Lorenz) wurde tatsächlich mit Kartoffeln und Speck gearbeitet. Dafür kostet die Tüte allerdings auch zwei Euro. Die billigen Chips verzichten auf diese Zutaten. Für Verbraucher heißt das: Das Kleingedruckte lesen, um echte Zutaten zu bekommen.

Kartoffelpüree im Test: Tütenprodukte vom Discounter

Und wie sieht es mit Kartoffelpüree aus? Sicherlich, selbst gestampft schmeckt es am besten. Getestet werden das Püree der Edeka-Hausmarke Gut&Günstig, Püree von Aldi und von Maggi und zwei Püree-Produkte von Pfanni.

Überraschender Testsieger ist das Püree von Aldi. Hier muss noch Butter oder Margarine sowie Milch dazu gegeben werden. "Da kommt der Kartoffelgeschmack schön raus", finden die Tester. Und die Markenprodukte? "Schmeckt wie Käsefüße", urteilt Nelson Müller über das Maggi-Püree. 

Die Sendung können Sie sich in der Mediathek ansehen.