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Energy-Drinks, Chips, Butter: Fünf Gründe, warum viele Lebensmittel im Supermarkt so billig geworden sind

Ob Milch oder Energy Drink, Käse oder Kartoffel-Chips: Zur Zeit stehen viele Produkte zu unschlagbar niedrigen Preisen im Supermarkt. Aber was steckt hinter den Schnäppchenpreisen? 

Ein Supermarkt-Regal mit günstigem Joghurt.

Die Preise sinken im Supermarkt: Lebensmittel sind so günstig wie schon lange nicht mehr. Was steckt dahinter?

Zehn Eier aus Bodenhaltung für 99 Cent, das 250-Gramm-Paket Markenbutter für 79 Cent und der Liter Vollmilch für 55 Cent: Viele Grundnahrungsmittel sind in Deutschland derzeit so billig wie lange nicht mehr. Aber auch bei Genussprodukten vom Energydrink bis hin zu Kartoffel-Chips bröckeln die Preise.

Warum sinken im Supermarkt die Preise?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von Preiskampf der Discounter bis zum Lebensmittelboykott Russlands. Die gerne gescholtenen Geiz-ist-geil-Mentalität vieler Bundesbürger spielt dagegen wohl eher eine untergeordnete Rolle.

Sinkende Rohstoffpreise: Die Großhandelspreise für Milch und Milchprodukte sind massiv unter Druck geraten. Denn in Europa gibt es zurzeit ein Überangebot an Milch: Russland verhängte ein Einfuhrverbot für europäische Agrarprodukte, wegen der Wirtschaftsturbulenzen sank auch die Nachfrage aus China. Das Land ist einer der wichtigsten Abnehmer, vor allem von Milchpulver aus Europa. Dagegen stieg die Milchproduktion mit dem Auslaufen der Milchquoten-Regelung an. Die Folge: Zu viel Angebot, zu wenig Nachfrage. Die Preise brachen ein. Eine kurzfristige Erholung ist nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) nicht in Sicht.  

Discounter-Krieg: Der Preisverfall beschränkt sich nicht nur auf Milchprodukte: In den vergangenen Monaten flammte ein Preiskrieg unter deutschen Discountern auf. Aldi hat damit begonnen, immer mehr Markenartikel in sein Angebot aufzunehmen und bietet die Produkte deutlich unter dem bisher üblichen Preisniveau an. Konkurrent Lidl hält dagegen. Die Folge: Die Preise bei den betroffenen Produkten sind massiv ins Rutschen geraten - egal ob es sich um den Energy Drink Red Bull, Leibniz-Kekse, oder Funny Frisch Kartoffel-Chips handelt. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sieht bereits "Einsturzgefahr" für das fein austarierte Preisgefüge des deutschen Lebensmittelhandels.

Verbraucher freuen sich, Bauern beschweren sich

Geiz-ist-geil: Eigentlich sind die Verbraucher in Deutschland zurzeit dabei, Abschied von der "Geiz-ist-geil-"Mentalität zu nehmen. Laut GfK haben die Discounter in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten Marktanteile verloren. Die Verbraucher gaben den klassischen Supermärkten mit ihrem größeren, aber auch höherpreisigen Angebot den Vorzug. Außerdem beobachten die Marktforscher das die Verbraucher vermehrt statt zu billigen Handelsmarken zu Markenartikeln greifen. "Es gibt eher den Trend auf die Qualität zu achten. Der Preis ist nicht mehr so im Fokus", urteilt GfK-Experte Wolfgang Adlwarth.

Qualität: Qualitätseinbußen durch die gesunkenen Preise brauchen die Verbraucher nach Einschätzung der Experten nicht zu fürchten. Da sind sich der AMI-Milchexperte Andreas Gorn und der GfK-Mann Adlwarth einig.

Leidtragende: Bei Bauern und Umweltschützern stößt das niedrige Preisniveau bei Milch und Milchprodukten allerdings auf scharfe Kritik. Der Deutsche Tierschutzbund warnt, die von einer breiten Mehrheit der Gesellschaft geforderten höheren Tierschutzstandards seien mit Dumpingpreisen nicht möglich. Viele Milchbauern fühlen sich in ihrer Existenz bedroht.

DPA