US-Autokrise "Big Three" vorerst gerettet


Aufatmen bei den amerikanischen Autobauern: Die republikanische Regierung und die Demokraten haben eine Einigung über das 15 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für GM, Chrysler und Ford erzielt. Letzte Details sind noch ungeklärt. Sicher ist aber, die Konzerne werden unter strenge Aufsicht gestellt.

In den USA gibt es eine vorläufige Einigung auf das 15 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die drei großen Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler. Es sei eine prinzipielle Einigung in den Gesprächen erreicht worden, hieß es am Dienstagabend (Ortszeit) übereinstimmend im Weißen Haus und bei Beratern der Demokraten. Fragen etwa zur Überlebensfähigkeit der "Big Three" oder der Aufsicht für die Autobauer, dem sogenannten Car-Zar (Auto-Zar), seien gelöst. Letzte Details müssten aber noch ausgehandelt werden.

Die republikanische Regierung und die Demokraten verhandeln seit Tagen über das Milliarden-Paket, das das Überleben der Firmen und Hunderttausende Arbeitsplätze sichern soll. "Ich habe es so verstanden, dass eine Vereinbarung erreicht worden ist", sagte am Dienstagabend der Senator Carl Levin aus Michigan, in deren Bundesstaat GM, Ford und Chrysler ihren Sitz haben. "Die parteiübergreifende Arbeit hat sich gelohnt."

Die jetzt gefundene Einigung soll es den schwer angeschlagenen Autobauern GM und Chrysler erlauben, zumindest bis März eine Insolvenz zu verhindern. Dazu sollen kurzfristig Kredite aus dem Hilfspaket gewährt werden. Ford hat nicht nach unmittelbaren Hilfen gerufen. Es wird aber erwartet, dass auch diesem Unternehmen eine Kreditlinie für den Notfall eingeräumt wird. Das Geld soll den Firmen auch dabei helfen, schnell Autos mit einem geringeren Benzinverbrauch zu entwickeln.

"Car Zar" überwacht Unternehmen

Die Konzerne werden künftig dem "Car-Zar" Rede und Antwort über ihre Geschäfte stehen müssen. Dieser Aufseher für die Branche soll vom Präsidenten benannt werden und zahlreiche Befugnisse haben. So soll er Kredite zurückhalten können, falls es keinen Fortschritt bei den Unternehmen mit Blick auf eine Rückkehr in die Gewinnzone gibt. Zudem soll er eine Umstrukturierung unter Gläubigerschutz empfehlen dürfen, falls die Unternehmen die geforderten Gegenleistungen nicht erbringen.

Im Weißen Haus hieß es, in der jetzt erzielten Einigung sei auch die Forderung von Präsident George W. Bush berücksichtigt, wonach die Firmen notwendige Umstrukturierungen eingehen müssen, um auch langfristig zu überleben und wettbewerbsfähig sein zu können.

Die genauen Details der vorläufigen Einigung wurden zunächst nicht bekannt. Im Entwurf der Demokraten hatte es aber geheißen, durch die Hilfen sollten 355.000 Arbeitsplätze bei den Autobauern und weitere 4,5 Millionen Stellen bei Zulieferern gesichert werden. Gefordert wurde, dass die Autobauer bis Ende März einen Plan für eine langfristige Restrukturierung ihrer Unternehmen vorlegen. Zudem soll es strenge Auflagen geben. Das Gehalt der Führungskräfte bei den Firmen soll begrenzt werden. Großzügige Abfindungen soll es vor einer Rückzahlung der Hilfen nicht geben. Die Kredite, die der Staat den Firmen gewährt, sollen eine Laufzeit von sieben Jahren haben. Für die ersten fünf Jahre müssen die Konzerne dabei Zinsen von je fünf Prozent zahlen, danach steigt der Zinssatz auf neun Prozent.

Reuters Reuters

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