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Umfrage Teureres Fleisch für mehr Tierwohl – 61 Prozent der Bevölkerung unterstützen Pläne von Özdemir

Schweine liegen in der Bucht eines Tierwohl-Schweinestalls.
Landwirtschaftsminister Özdemir hatte im Dezember angekündigt, gegen "Ramschpreise" in der Lebensmittelindustrie vorgehen zu wollen (Symbolbild)
© Marijan Murat / Picture Alliance
Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung unterstützt einen gesetzlichen Tierwohlaufschlag auf Fleisch und tierische Produkte. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hatte sich Ende des Jahres dafür ausgesprochen.

Die Mehrheit der Bundesbürger:innen ist dazu bereit, höhere Preise für Fleisch zu bezahlen, wenn sich dadurch die Haltungsbedingungen der Tiere zu verbessern. 61 Prozent der Befragten unterstützen einen gesetzlichen Tierwohlaufschlag. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen". 32 Prozent lehnen dagegen einen verpflichtenden Preisaufschlag ab. 

Die restlichen sieben Prozent antworteten unentschlossen auf die Frage, ob sie zu einer höheren Zahlung bereit wären, sollte es "einen gesetzlichen Tierwohl-Aufschlag für alle Fleischarten geben". Befragt wurden Ende Dezember und Anfang Januar insgesamt 5012 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit 2,5 Prozentpunkten angegeben.

Bauernverband: "Fleisch muss teurer werden"

Auch Bauernpräsident Joachim Rukwied sprach sich für höhere Preise für Fleisch und andere Lebensmittel aus. "Für uns Bauern ist entscheidend, dass mehr Geld auf unseren Höfen ankommt", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". "Hier müssen alle in der Kette ihren Teil dazu beitragen bis hin zum Verbraucher", sagte Rukwied.

Zugleich stellte er sich hinter die jüngste Kritik von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) an "Ramschpreisen" im deutschen Lebensmittelhandel. "Unsere hochwertigen Lebensmittel haben einen höheren Preis verdient", sagte Rukwied. "Das heißt klar: Fleisch muss teurer werden", fügte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes hinzu.

Cem Özdemir fordert Ende für "Ramschpreise"

Landwirtschaftsminister Özdemir hatte Ende Dezember in der "Bild am Sonntag" gesagt, es dürfe "keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben, sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima". Lebensmittel dürften zwar kein Luxusgut werden, doch der Preis müsse "die ökologische Wahrheit stärker ausdrücken". Özdemirs Vorstoß war auf Zuspruch unter anderem vom Deutschen Tierschutzbund gestoßen, hatte zugleich aber auch zu Forderungen nach einem sozialen Ausgleich etwa mit Blick auf Sozialhilfeempfänger geführt.

jus DPA

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