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Massentierhaltung Verbot der Kükentötung kommt – Rewe, Edeka, Aldi und Co. stellen Sortiment um

Viele kleine gelbe Küken laufen in einem Mastbetrieb auf dem Boden herum
Sehen niedlich aus, sind aber keine glücklichen Hühner. Aus diesen wenige Tage alten Federbällen werden Legehennen in einem Hähnchenmastbetrieb. Die männlichen Küken werden oftmals gleich nach dem Schlüpfen vergast.
© Jens Büttner/dpa-Zentralbild / DPA
Männliche Küken werden in Deutschland millionenfach, kurz nach dem Schlüpfen, mit Gas getötet. Damit soll Anfang kommenden Jahres Schluss sein. Rewe, Edeka, Aldi und Co. müssen ihre Sortimente umstellen.

Küken in großen Legebetrieben werden hierzulande sofort nach dem Schlüpfen selektiert. Sind sie männlich, werden die Tiere vergast. Denn es ist nicht rentabel, sie aufzuziehen. Dass Tiere aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet werden, empört nicht nur viele Bürger. Auch das Bundesverwaltungsgericht hatte 2019 entschieden, dass Tierschutzbelange schwerer wiegen als wirtschaftliche Interessen und erklärte die Praxis nur noch für eine Übergangszeit für zulässig.

Nach langen Debatten rückt jetzt in Deutschland ein Verbot des massenhaften Kükentötens näher, voraussichtlich ab Januar wird dies nicht mehr erlaubt sein. Die großen Lebensmittelhändler bereiten deshalb aktuell eine Umstellung ihres Warensortiments vor. Bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur berichteten Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Kaufland, ihre Vorbereitungen auf das geplante gesetzliche Verbot liefen auf Hochtouren. Der Bundestag sollte am Donnerstagabend über den Gesetzentwurf von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) abstimmen.

Küken dürfen nicht mehr getötet werden – Sortimente werden umgestellt

Die Rewe-Gruppe, zu der neben den Rewe-Supermärken auch der Discounter Penny gehört, sieht sich als Vorreiterin. Bereits im November 2018 hatte der Händler erste Eier "ohne Kükentötung" auf den Markt gebracht. Inzwischen hätten Rewe und Penny zusammen bereits "weit mehr als eine halbe Milliarde Eier verkauft, für die kein männliches Küken der Legehennenrassen gestorben ist", berichtete das Unternehmen. Angestrebt werde bis Ende das Jahres, das gesamte Frischei-Eigenmarkensortiment umzustellen.

Beim Discounter Aldi Süd hieß es, er habe schon vor einem halben Jahr damit begonnen, verstärkt Eier "ohne Kükentöten" in die Läden zu bringen. "Bereits die Hälfte des Sortiments ist umgestellt." Auch das Schwesterunternehmen Aldi Nord bietet seit Anfang des Jahres erste Eier "ohne Kükentöten" an. 2022 wollen beide Billiganbieter die Umstellung auf Kükentöten-freie Lieferketten abgeschlossen haben.

Kükentöten steht seit Jahren in der Kritik

Auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka betonte, er sei auf das gesetzliche Verbot der Kükentötung gut vorbereitet. "Wir starten bereits jetzt mit der Umstellung aller Eigenmarken-Eier von Edeka und Netto Marken-Discount aus Bio-Haltung. ... Bis September folgen nach und nach auch alle Eigenmarken-Eier aus konventioneller Freiland- und Bodenhaltung", betonte der Marktführer.

Der Discounter Lidl verkauft nach eigenen Angaben bereits seit März bundesweit Bio-Eier ohne Kükentötung und will die Umstellung rasch vorantreiben. Ähnlich ist es beim Schwesterunternehmen Kaufland.

Massentierhaltung: Verbot der Kükentötung kommt – Rewe, Edeka, Aldi und Co. stellen Sortiment um

Das Kükentöten steht seit Jahren in der Kritik. In Deutschland werden jährlich mehr als 40 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen routinemäßig getötet, weil sie keine Eier legen und bei der Aufzucht nicht schnell genug Fleisch ansetzen. Doch soll es damit nach dem Gesetzentwurf von Klöckner ab 1. Januar 2022 vorbei sein.

Geschlechterbestimmung im Ei als Gegenstrategie

Um das Kükentöten zu vermeiden, setzen Einzelhandelsketten zwei Strategien ein: die Geschlechterbestimmung im Ei und das "Bruderhahn-Konzept". Bei der Geschlechterbestimmung im Ei wird in den Brütereien bereits frühzeitig das Geschlecht festgestellt. Ausgebrütet werden dann nur noch Eier, aus denen Hennen schlüpfen. Die übrigen Eier werden zu Tierfutter verarbeitet.

Daneben setzen Edeka, Rewe und Co. auf "Bruderhahn"-Projekte. Hier werden nicht nur die Legehennen, sondern auch ihre Brüder – als Masthähne – aufgezogen. Das ist eigentlich unüblich, weil unrentabel. Denn die Brüder der Legehennen setzen bei der Aufzucht längst nicht so viel Fleisch an wie speziell dafür gezüchtete Rassen.

Der Tierschutzbund betonte zuletzt, dass auch das nun geplante Verbot nicht der letzte Schritt seien dürfe. Nur die Abkehr von der Hochleistungszucht und die Förderung von Zweinutzungshühnern – bei denen die Hennen Eier legen und die Hähne zur Mast aufgezogen werden – bringe ein echtes Mehr ans Tierschutz.

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Sehen Sie im Video: Freunde finden ein Küken mutterseelenallein auf der Straße. Dem Gänsebaby geben sie den Namen "Jeffrey" – und begeben sich anschließend gemeinsam auf ein großes Abenteuer. Ihre Mission: Jeffreys Familie finden.

anb DPA

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