
Allergierisiko Beruf: Der Großteil aller Berufserkrankungen in Deutschland sind Hautprobleme, davon 95 Prozent Kontaktekzeme© Ludwig Kannicht/Photocase.com
Als Auslöser kommen mehrere hundert Arbeitsstoffe in Frage. Eine Substanz, die in vielen Industrie- und Handwerksbetrieben eingesetzt wird und sehr häufig eine Kontaktallergie hervorruft, ist Epoxidharz. Weitere Stoffe sind Isothiazolinone (Konservierungsmittel in Kühlschmierstoffen), Nickel (Galvanik), Gummi (Schutzhandschuhe), Kaliumchromat (entsteht bei der Zementherstellung, inzwischen wird vermehrt chromatarmer Zement genutzt werden), Glutaraldehyd und Glyoxal (Desinfektionsmittel) sowie Methacrylate (Zahntechnik).
Etwa 80 Prozent der berufsbedingten Hautkrankheiten treten bei nur sieben Berufsgruppen auf, die regelmäßig und häufig Kontakt zu bestimmten Allergenen haben: Friseur-, Metall-, Heil- und Pflege-, Nahrungsmittel-, Bau-, Reinigungs- und Malerberufe, etwa bei Friseuren, Bäckern und Konditoren, Floristen, Masseuren, Köchen, Malern und Lackierern. Das Ekzem bricht eher an den Finger- und Handrücken aus als an der Handinnenfläche, weil diese durch eine dickere Hornschicht besser geschützt ist.
Bei berufsbedingten allergischen Atemwegserkrankungen sind heute etwa 250 verschiedene Substanzen als Auslöser bekannt. Besonders wichtig sind Mehlstaub und Friseurchemikalien – entsprechend hoch ist das Risiko bei Bäckern, Konditoren und Friseuren, ein allergisches Asthma zu entwickeln. Die exogen allergische Alveolitis ist vor allem bei Landwirten, Tauben- und Vogelzüchtern sowie bei Angestellten von Druckereibetrieben zu beobachten, da bei diesen Berufen häufig Schimmelpilzsporen entstehen.
Häufige Auslöser für sind:
| Tierische Allergene | Quelle |
| Nutztiere (hauptsächlich Rind) | Landwirtschaft, Labor, Veterinärwesen, Tierfarm, Zoologie |
| Vögel | Zoohandlung, Geflügelfarm, Verarbeitung von Federn |
| Labortiere (hauptsächlich Ratte und Maus) | Tierpfleger, Labor |
| Insekten | Biologielabor |
| Hausstaub- und Vorratsmilben | Landwirtschaft, Futtermittel |
| Bienenmilben | Imkerei |
| Fliegen, Küchenschaben, Heuschrecken, Mehlwurm, Mehlmotte, Reismehlkäfer, Trogoderma (Berlinkäfer) | Forschungslabor, Zuchtbetrieb, Mehlverarbeitung, Futter- und Nahrungsmittelindustrie |
| Zuckmücken | Zierfischfutter |
| Bienen | Imkerei |
| Rote Spinnmilben | Obstanbau |
| Pflanzliche Allergene | Quelle |
| Mehl | Bäckerei, Konditorei, Mühle |
| Sträucher- und Blumenpollen | Gärtnerei |
| Tabakblätter, Tee | Anbau, Verarbeitung |
| Grüne Kaffeebohnen, Kakaobohnen, Rizinus | Plantagen, Dock- und Lagerarbeit |
| Henna | Friseurbetrieb |
| Naturlatex | Krankenhauspersonal, Pflegeberufe |
| Biologische Enzyme | Quelle |
| Amylase, Xylanase, Cellulase | "Mehlberufe" |
| Papain, Subtilisin, Pankreatin, Trypsin | Labor, pharmazeutische Betriebe, Küchenbetriebe (Fleischmürber), Waschmittelproduktion |
| Pektinase | Obstverwertung |