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6. Juni 2001, 11:58 Uhr

Wegweisende Schlauberger

Navigationsgeräte müssen nicht mehrere tausend Mark kosten. Es gibt weit billigere, die auch noch in die Tasche passen. Ein stern-Marktüberblick.

Geräte-Sammlung zurPositionsbestimmung

Navigationsgeräte müssen nicht mehrere tausend Mark kosten. Es gibt weit billigere, die auch noch in die Tasche passen. Ein stern-Marktüberblick.

Seit Fahrtbeginn vor 50 Kilometern geht das so: Regelmäßig vor jeder Abzweigung ertönt eine sanfte Frauenstimme aus dem Lautsprecher: »Demnächst rechts abbiegen!«, sagt sie, oder »In zweihundert Metern scharf nach links!« Am Schluss meldet die Dame Erfolg: »Sie haben Ihr Ziel erreicht!«

Navigationssysteme bieten solchen Luxus für Fahrten in der Fremde - und bislang waren die Geräte ziemlich teuer: Fest eingebaut kosten die elektronischen Pfadfinder ab 3000 Mark aufwärts. Doch seit kurzem gibt es attraktive Alternativen: Die Kombination aus tragbarem Mini-Computer, Satelliten-Navigator und Karten-Software soll preiswerter den richtigen Weg weisen - und dazu auch noch mobil und deshalb in verschiedenen Fahrzeugen, etwa im Mietwagen, verwendbar sein. Der stern hat sich die Geräte angesehen.

PDA macht¿s möglich

Zwei entscheidende Kürzel sollte jeder kennen, der sich für Navigation im Auto interessiert. Zentrum der nicht fest eingebauten Anlagen ist ein PDA, ein »Personal Digital Assistant«. Die tragbaren Mini-Computer liegen in der Größe zwischen Zigarettenschachtel und Taschenbuch, sie werden durch ein paar Tasten und einen Stift bedient, mit dem auf das Display getippt wird. Zwei Grundtypen von PDAs gibt es: Die einen kommen von Palm oder Handspring, sind mit Schwarzweiß- oder Farbbildschirm erhältlich und kosten je nach Ausstattung von etwa 300 bis 1200 Mark. Die zweite Geräteklasse sind die leistungsfähigeren PocketPC, die etwa von Casio, Compaq und Hewlett-Packard angeboten werden. Sie verwenden eine abgespeckte Version des Windows-Betriebssystems für Personal Computer, haben fast alle Farbbildschirme und kosten ab rund 1000 Mark.

Mit einem PDA lässt sich viel mehr anfangen als nur navigieren: Die Geräte sind zur Verwaltung von Adressen und Terminen, zur Eingabe von Texten und Tabellen, zum Internet-Surfen und E-Mail-Senden und für alle möglichen anderen Computeraufgaben gedacht; sie können ihre Daten mit einem PC abgleichen.

GPS berechnet Position

Das zweite Kürzel ist GPS: Das »Global Positioning System« besteht aus 28 Satelliten, die die Erde umkreisen und dabei Funksignale ausstrahlen. Ein GPS-Empfänger kann diese empfangen und daraus seine Position berechnen - bis auf zehn oder zwanzig Meter genau. GPS wird in der See- und Luftfahrt, aber auch von Wanderern und für fest eingebaute Navigationssysteme in Autos benutzt.

Die navigationstaugliche Kombination von PDA und GPS entsteht mit Hilfe einer Kabelverbindung: Der GPS-Empfänger sendet Positionsdaten an den PDA, die dort von einer geeigneten Software ausgewertet werden. Und die zeigt dann auf dem Bildschirm eine Karte mit einem »Hier bin ich«-Kreuzchen - oder sie veranlasst, dass die Frauenstimme Anweisungen gibt, die zum Ziel führen.

Eigentlich sollten sich PDA, GPS-Empfänger und Navigationssoftware beliebig kombinieren lassen - doch Tücken lauern im Detail von nicht passenden Kabelverbindungen oder falschen Software-Einstellungen. Die meisten Hersteller bieten deshalb Komplettpakete an, die den GPS-Navigator, die Software und Verbindungskabel enthalten - meist mit einem Stecker für den Zigarettenanzünder, der den Gerätepark mit Strom versorgt. Oft sind auch autogerechte Halterungen dabei, die mit Saugnapf oder Schrauben angebracht werden. Doch mit ein bisschen Bastlergeschick lässt sich auch die Wunschkombination von PDA und GPS-Empfänger zusammenstellen - oder sogar ein im Haus ohnehin vorhandener GPS-Empfänger benutzen, der zum Wandern angeschafft wurde.

Gesprochene Hinweise

Zwei Anbieter kommen an den Komfort fest eingebauter Navigationssysteme heran: Sie führen den Fahrer mit gesprochenen Hinweisen, eben jener freundlichen Damenstimme. Das ist ein wesentlicher Sicherheitsvorteil: Schließlich sollte der Fahrer die Augen auf die Straße richten, nicht auf die Karte auf einem winzigen Bildschirm. Dennoch verfolgen die zwei Produkte völlig unterschiedliche Philosophien.

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