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19. Juni 2009, 08:23 Uhr

Halbgar, fummelig und viel zu teuer

Handy statt Navi? Der ADAC hat untersucht, ob Smartphones oder Mobiltelefone mit entsprechender Navigationssoftware "richtige" Navigationsgeräte ersetzen können. Die Ergebnisse des Tests sind ernüchternd.

ADAC-Test, Navi-Telefone, Navigationssysteme

Handys als Navigationssoftware sind nicht sp praktisch wie man denkt© DPA

Navi-Telefone stellen für den Einsatz im Auto im besten Fall einen halbgaren Kompromiss dar. Sie bieten weit weniger Leistung und Komfort als echte Navis. Dennoch unterscheidet sich die angebotene Navigationssoftware ganz erheblich. Drei Programme schnitten mit der Note "gut" ab, vier bekamen nur ein "befriedigend". Die besten drei Lösungen kamen von TomTom, McGuider und NavGear. Der ADAC berücksichtigte Installation und Betrieb, Handhabung, Routenberechnung, Navigation, Verkehrsmeldung sowie Ablenkung. Darunter verstehen die ADAC-Tester unter anderem, wie lange man auf den Bildschirm schauen muss, bis die abgebildete Information erkannt wird.

Die Probleme bei der Aufrüstung eines Mobiltelefons zum Navigationsgerät beginnen schon bei der Auswahl der Software: Nicht jedes angebotene Programm passt zu jedem Endgerät. Eine gekaufte Navigationslösung ist vergleichweise narrensicher. Meist werden die echten Navigationsgeräte "startfähig" ausgeliefert. Nur wer weitere Karten laden, oder die Software updaten möchte, muss sich näher mit der Einrichtung der Software beschäftigen. Auch nach erfolgter Installation kann man beim Handy nicht immer davon ausgehen, dass die Software stabil läuft. Kaufen, Herunterladen und Freischalten der Software über das Internet ist nur erfahrenen Handybenutzern zu empfehlen. Lediglich die Software von McGuider, Garmin und NavGear ließ sich ohne Mühe installieren.

Besonders tückisch: Die Kosten für die Handynavigation enden nicht mit dem Kauf der Software. Sobald ein Datentransport für Verkehrsnachrichten über das Funknetz stattfindet, entstehen dabei Kosten. Nur wer eine Daten-Flatrate hat, zahlt nichts extra. Derartige Kosten entstehen bei normalen Navigationsgeräten nicht. Eine ähnliche Überraschung kann den Benutzer beim Herunterladen von Kartenmaterial erleben. Zwar kostet die eigentliche Karte meist nichts, wer aber im Ausland einmal "Spanien" mobil herunter lädt, muss erhebliche Datenkosten berappen. Bei Navigationshandys muss man generell mit versteckten Kosten rechnen. Nokia etwa liefert seine Geräte nur mit einer Schnupperversion aus, wer wirklich navigieren will, muss den Dienst nachträglich kaufen. Dann erhält er aber auch nur eine zeitlich begrenzte Lizenz. Alles in allem, kann man bei Navigationshandys nicht davon ausgehen, die günstigere Lösung zu haben. Soll ein Handy oder Smartphone als Navigationsgerät genutzt werden, sollte man sich unbedingt vorher über die Kosten informieren, die beim Datentransport entstehen.

Um ein mobiles Endgerät als Navi nutzen zu können, braucht es eine Stromversorgung zum Anschluss an den Zigarettenanzünder und eine geeignete Halterung für das Gerät. Wer das Handy während der Fahrt in die Hand nimmt, muss - wie beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung - mit einem Strafpunkt in Flensburg und einer Geldbuße von 40 Euro rechnen. Von einer Bedienung der Geräte während der Fahrt rät der ADAC dringend ab. Die Ablenkung bei Smartphones und Navi-Handys ist noch weit größer als bei Navigationsgeräten. Dies ist unter anderem auf den kleineren Bildschirm und auf die kleinere Schrift zurückzuführen.

Neben den aufgezählten Nachteilen, haben Navigationshandys allerdings auch einige Vorzüge. Sie ermöglichen die mobile Orientierung auch außerhalb eines Fahrzeuges, eben weil man das Mobiltelefon meist dabei hat. Bei der Orientierung in einer fremden Stadt und/oder bei der Benutzung von Mietwagen kann so ein Nothelfer praktische Dienste leisten. Auf einigen Geräten lassen sich überdies Navigationslösungen für Wanderer und Radfahrer installieren. Ach ein Vorteil, wenn auch in diesem Gebiet die Navi-Handys den Spezialisten haushoch unterlegen sind.

Fazit: Der ADAC stellt fest, dass die getestete Navigationssoftware keine umfassende Alternative zu den "echten" Navis ist. An die Leistungen der Navigationsspezialisten kommen die "Alleskönner" nicht heran. Besonders für den Laien sind die Einstiegsbarrieren zu hoch. Wer keine Zeit oder keine Lust zur intensiven technischen Beschäftigung mit den Programmen hat, sollte eher zu den herkömmlichen Navigationsgeräten greifen.

ADAC/Kra

 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
endbenutzer (19.06.2009, 11:54 Uhr)
Bei den Verkaufszahlen....
...dieses Technick-Schnickschnacks frage ich mich sowieso, ob mittlerweile die halbe Nation als Vertreter durch die Gegend fährt und deshalb eine Verkehrsnavigation braucht.
R0Li84 (19.06.2009, 11:03 Uhr)
Mit dem N95 durch Nordamerika
Ich kann den Test nicht nachvollziehen! Wir sind mit dem N95 als Navigationsgerät quer durch die Staaten gereist. Es hat uns nie im Stich gelassen und immer zuverlässig ans Ziel gebracht.
Man muss halt vorm losfahren die Route planen - aber das sollte man bei jedem anderen Navi ohnehin auch machen.
ambio (19.06.2009, 10:37 Uhr)
Dieser.....
verlogene Lobbyistenschleimer beim ADAC hat genau soviel Ahnung von Navis wie der Hund vom Eierlegen.
Warum wird den Garmin z.B. nicht erwähnt ?
Ist eine super Navisoftware fürs Handy.
Ich benutze seid Jahren Garmin und bin mit der handhabung sowie Installation sehr zu frieden.
Wer keine Ahnung hat sollte vielleicht einfach mal den Rand halten.
howi53 (19.06.2009, 10:16 Uhr)
Rätselhaft ???
Am diesem Test ist wohl nur eines richtig: Für absolute Laien ist es nicht ganz einfach bis die Handynavigation läuft. Alles andere ist Unsinn.
Gebühren? Flatrate oder es gibt das Kartenmaterial auch auf Datenträger.
Befestigung im Auto? Klappt an jeder Stelle im Auto ganz einfach mit Klettband. Es gibt aber auch gute Halterungen.
Stromversorgung? Dafür gibt es genau so wie für Navis Kabel.
Displaygröße? Ich nutze das N82. Zugegeben, ein etwas kleines Display. Habe jedoch für andere Zwecke noch ein 7" TFT Display im Auto, in das ich das Handy einstöpseln kann. Dann passt das.
Ich bin lange mit dem Garmin Nüvi gefahren, nutze aber seit etwa einem Jahr nur noch das Handy. Das ist viel flexibler, das hab ich immer dabei (auch als Fussgänger). Weitere Funktionen wie Wörterbücher, Datenträger usw. machen das Handy für mich fast unentbehrlich.
Taifun (19.06.2009, 09:57 Uhr)
Hängt vom Betrachter ab
Ich finde der Artikel vernachlässigt einen wichtigen Punkt: kostenlose Software.
Ich habe auf meinem Handy die Software "Ö-Navi" von "das Oertliche" drauf. Natürlich sieht die Darstellung nicht so schick aus wie auf einem TomTom - dafür muss ich aber auch nicht hunderte von Euronen dafür berappen (ausser den paar cent, die man zu Beginn für den Donwload des Kartenmaterials bezahlt). Es kommt halt immer darauf an was man benötigt. Ich benötige ein Navi-Gerät höchstens ein-zwei im Monat, und dafür reicht mein Handy allemal aus. Vor ein paar Monaten hat es mich zielsicher bis zu meinem Hotel in Brügge gelotst, und ich habe mich kein einziges mal verfahren.
grafbyte (19.06.2009, 09:43 Uhr)
so ist es..test falsch! N95 ist top als navi
auch ich benutze das GARMIN naviprogram auf meinem handy n95.
kleiner dürfte das dispplay nicht sein. aber das n95 würde ich gegen nichts tauschen wollen! und bis jetzt alles damit gefunden. empfang zu sateliten bis 2 minuten. ich weiss nicht wie die das messen ^^ und vor allen wer ;)
corehead (19.06.2009, 08:45 Uhr)
Schlechter Test
es fehlen die Smartphones (obwohl HTC dabei ist). Auf meinem HTC Cruise läuft ein nachträglich gekauftes Mobile Navigator 7 absolut perfekt. Karten und Ansagen sind absolut mit Stand-alone-Gerät von Navigon vergleichbar (das hat meine Frau). Was mich interessieren würde: wie steht der ADAC zur Fenstermontage der Saugnapfhalterung? Ich finde es gefährlich, wenn sich Fahrer die Sicht zusätzlich verschlechtern, weil sie es unterhalb vom Rückspiegel platzieren. Besser sind die speziellen Halter von Brodit, diese können an verschiedenen Stellen im Armaturenbrett in die Spalten gedrückt werden, und beeinträchtigen die Sicht überhaupt nicht und können auch nicht runterfallen.
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