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8. Juli 2009, 15:58 Uhr

Historisches Tief bei Verkehrstoten

Die Straßen in der Bundesrepublik sind so sicher wie nie zuvor. Die Zahl der Verkehrstoten sank 2008 noch einmal um 9,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit 1950. Insgesamt kamen 4477 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.

Verkehrstoten-Statistik

© Ralf Jakobs/DPA

Etwa alle zwei Stunden stirbt auf deutschen Straßen ein Mensch. Alle 14 Sekunden passiert irgendwo in der Bundesrepublik ein Unfall. Auch wenn diese Zahlen sich dramatisch anhören: Noch nie seit 1950 gab es in Deutschland so wenige Verkehrstote wie im vergangenen Jahr. Mit 4477 Menschen starben 9,5 Prozent weniger Menschen als noch 2007, berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Am höchsten hatte die Zahl 1970 gelegen: Damals starben rund 21.300 Fußgänger, Auto-, Motorrad- und Fahrradfahrer.

Ein Grund für den Rückgang seither ist nach Ansicht von Experten die Einführung der Gurtpflicht, die 1976 in Kraft trat. Auch die Senkung der Promillegrenze wirkte sich positiv aus. Zudem sei die Technik bei stark steigenden Fahrzeugzahlen immer weiter verbessert worden, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, bei der Vorstellung der neuen Statistik in Berlin. Das Risiko, bei Unfällen im Straßenverkehr zu sterben, sei in den 50er Jahren 30 Mal höher gewesen als heute.

Die Zahl bei Verkehrsunfällen getöteter Kinder unter 15 Jahren sank im vergangenen Jahr um 8,1 Prozent auf 102. "Es kamen in noch keinem Jahr so wenige Kinder wie 2008 ums Leben", sagte Egeler. Besonders der Weg zur Schule und nach Hause wurde vielen Kindern laut der Statistik zum Verhängnis. Etwa die Hälfte von ihnen verunglückte in einem Auto, nur 23 waren Fußgänger. Damit starben 24 Prozent mehr Kinder in Fahrzeugen als 2007.

Im vergangenen Jahr verloren zudem 456 Fahrradfahrer ihr Leben bei einem Verkehrsunfall, 31 Menschen mehr als noch 2007. 25 von ihnen waren älter als 65 Jahre, sagte Egeler. Diese Altersgruppe sei zwar insgesamt weniger häufig in einen Unfall verwickelt, habe aber ein höheres Risiko, dabei zu sterben.

Die mit Abstand am meisten gefährdete Altersgruppe ist laut Statistik die der 18- bis 24-Jährigen. Jeder fünfte Verkehrstote war 2008 in diesem Alter - obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur 8,3 Prozent betrug. Allerdings geht die Zahl junger Verkehrstoter seit acht Jahren zurück, sagte Egeler. So wurden 2008 14 Prozent weniger junge Fahranfänger getötet als 2007. Häufigste Unfallursache war überhöhte Geschwindigkeit.

Rasen stand insgesamt mit 14 Prozent nur an dritter Stelle der Unfallursachen - auch wenn zwei von fünf Verkehrstoten ihr Leben durch zu schnelles Fahren verloren. Auch Alkohol am Steuer hat oft tragische Folgen: Obwohl es immer weniger solche Unfälle gibt, starben dabei 523 Menschen. Auf Platz eins stand 2008 mit 16 Prozent "Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Ausfahren".

Insgesamt ging die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland um 1,8 Prozent auf 2,29 Millionen zurück. Bei sechs von sieben Fällen blieb es nach den Angaben von Egeler bei einem Sachschaden. Die meisten Verletzten gab es auf Straßen innerhalb von Ortschaften (69 Prozent). Drei von fünf tödlich Verunglückten verloren ihr Leben auf einer Landstraße.

Egeler bewertete die überwiegend rückläufigen Entwicklungen insgesamt positiv. Die Zahlen reichten aber nicht aus, um das 2001 von der EU-Kommission gesetzte Ziel zu erreichen, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 zu halbieren.

Katia Rathsfeld/DPA

 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
ganzbaf (09.07.2009, 20:14 Uhr)
Die wenigsten...

pro Kilometer haben wir ganz sicher nicht.
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Dann gibt es noch je nach Land divergierende Statisikmethoden, die das wahre Umfang an Opfern verschleiern.
Z.B. werden bei uns nur solche als Verkehrstote gezählt, die sofort oder innerhalb weniger Tage an den Unfallfolgen versterben. Im Ausland dagegen auch dann noch, wenn dies erst nach Wochen oder Monaten geschieht.
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Klar haben wir Autos mit hohen Sicherheitsstandarts und (meist) gut ausgebaute, breite Straßen. Dennoch müssen die vielen tausend Toten pro Jahr natürlich irgendmöglichst auf das absolute Minimum reduziert werden.
Und da bewirken neue und niedrigere Tempolimits einfach am meisten.
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ramteid (09.07.2009, 17:56 Uhr)
Interessiert Tiefensee überhaupt nicht
Nein der Oberzocker erhöht während seiner Amtszeit nun schon das dritte Mal das Bußgeld. Diemal fast die Verdopplung. So ist das, wenns einen selbst berührt. Der Mann muss weg. Im September ist die Chance dazu.
sportartmakler (09.07.2009, 14:54 Uhr)
@Ennovon
weil wir diese, wie balldurian schön angemerkt hat, ins ausland exportieren.
@ganzbaf: bei 30km/h innerstädtisch hätten wir dann eben mehr unfälle infolge von unaufmerksamkeit bzw. sekundenschlaf. da wo es die sicherheit verlangt sind bereits 30er zonen, diese komplett auf den stadtbereich auszuweiten wäre nicht nur extrem nervig, sondern auch lächerlich.
Ennovon (09.07.2009, 13:22 Uhr)
Rasen Unfall
Und warum gibt es dann auf Deutschen Strasse pro gefahrenem Kilometer weltweit trotzdem die wenigsten Unfälle / Toten?
ganzbaf (09.07.2009, 12:25 Uhr)
"Einfach" mal in´s benachbarte Europa sehen...

Jau.
Dann können auch halbgebildete leicht erkennen, dass mit Tempo 100/80 und soger Tempo 30 in innerstädtischen Bereichen keineswegs der Verkehr zum erliegen kommt oder Volkswirtschaften implodieren ;-P
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Außerdem gibte es weniger Unfallstaus.
balldurian (09.07.2009, 10:03 Uhr)
Zuerst blieb der deutsche aufschwung aus, ...
... nun verlagern sich auch noch die verkehrstoten immer häufiger ins ausland. Eine horrormeldung jagt die andere ...
DocS1977 (08.07.2009, 22:11 Uhr)
Jau
@ ganzbaf
Ich weiß sogar wie man die Verkehrstoten fast ganz wekriegt:
Autos verbieten !!!
Kein Verkehr - keine Verkehrstoten.
So einfach ist das.
ganzbaf (08.07.2009, 21:09 Uhr)
Halbierung der Verkehrsopferzahlen...

ginge für Deutschland recht schnell:
Tempo 100 auf BABs.
.
und...
Tempo 80 auf Landstraßen.
.
und...
Tempo 30 in innenstädischen Bereichen.
.
So einfach ist das.
uligrepel (08.07.2009, 17:20 Uhr)
Falsches Abbiegen Todesursache Nr. 1?
Klingt verwunderlich.
Liest man den Artikel genau, erkennt man, dass Falsches Abbiegen zwar Unfallursache Nr. 1 ist, aber nicht Ursache für die meisten Unfälle mit Todesfolge ist - insofern ist die Überschrift und die Zusammenfassung wohl schlicht falsch.
14% aller Unfälle sind wegen zu schnellem Fahren, 16% wegen falschem Abbiegen (etc.), aber 40% aller Verkehrstoten begründen sich im Rasen.
Uli
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