. .
Computer - Neuigkeiten und Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. Januar 2010, 14:26 Uhr

Ein Diktator zum Anbeißen

Eigentlich macht Steve Jobs alles falsch: Sein Unternehmen bietet wenige Produkte zu hohen Preisen. Trotzdem warten alle gespannt auf das "iSlate". Wie funktioniert die iWelt? Von Gerd Blank und Felix Disselhoff

apple, islate, steve jobs, app-store, itunes, mac, iphone

Herr über die lukrative Computermanufaktur: Apple-Boss Steve Jobs während der letzten Keynote© Justin Sullivan/AFP

Heute Abend stellt Apple-Boss Steve Jobs auf der "Keynote 2010" die neuesten Gadgets vor. Seit Wochen wird aber vor allem über ein neues Gerät spekuliert. Branchenkenner sind sich sicher, dass es ein Tablet-PC namens "iSlate" oder "iPad" wird, der komplett über ein Display gesteuert wird. Jobs selbst soll darüber gesagt haben, es sei das Wichtigste, was er jemals getan habe. Die Erwartungen der Apple-Fangemeinde sind dementsprechend groß. Die Gerüchteküche brodelte in den letzten Wochen so hoch wie bei kaum einem anderen technischen Gerät der letzten Jahre.

Vergleichbare Euphorie löste 2007 das iPhone aus. Mittlerweile hat sich das Apple-Handy als das mobile Internet-Gerät durchgesetzt. Mit keinem Smartphone wird mehr im Web gesurft als mit dem iPhone. Man könnte daher meinen, dass das Apple-Handy in mehr Hosentaschen steckt als jedes andere Gerät. Aber das ist bei weitem nicht so. Der Handy-Spitzenreiter ist Nokia mit einem Marktanteil von etwa 40 Prozent, in Deutschland kommt das Nokia-System Symbian sogar auf fast 60 Prozent. Doch obwohl Apple (in Deutschland) gerade einmal 15 Prozent erreicht, gibt es kein Unternehmen, dass seine Smartphones profitabler an den Kunden bringt. Im dritten Quartal 2009 verdiente Apple 1,6 Milliarden Dollar, Nokia lediglich 1,1 Milliarden Dollar.

Der unscheinbare Riese

Das gleiche Spiel bei Computern: Weltweit nutzen gerade einmal fünf Prozent Apples Betriebssystem. Und da dies offiziell nur auf einer Hardware mit dem angebissenen Apfel läuft, wird die Verteilung der Geräte entsprechend sein. Und obwohl die Apple-Durchdringung auf den Schreibtischen fast komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, verdient das Unternehmen mit der Hardware mehr Geld als viele Konkurrenten. Bleibt der iPod, das Apple-Erfolgsmodell, der Musikabspieler, der aus dem Nerd- und Werberunternehmen eine Mainstream-Marke gemacht hat. Mehr als 100 Millionen Erdenbürger haben einen iPod gekauft, den Walkman des neuen Jahrtausends. Doch Musik abspielen können auch andere Geräte, das Besondere am iPod ist die enge Bindung an iTunes. Jeder iPod-Nutzer hat die iTunes-Software auf seinem Rechner installiert und füllt den Player darüber mit Musik. Auch neue Songs und Filme lassen sich per iTunes kaufen - und das sehr erfolgreich. Apple ist der größte Musikverkäufer der Welt.

Kritiker bemängeln, dass Apple geschlossene Systeme schafft. Während der iPod nur per iTunes befüllt werden kann, lässt sich das iPhone nur mit Programmen aus dem App Store erweitern. Doch was auf den ersten Blick unwirtschaftlich klingt, ist ein Kernelemt der Firmenphilosophie Apples: Wie kein anderer Computerhersteller steht der Konzern mit Sitz im kalifornischen Cupertino für "from a single source", zu Deutsch "aus einer Hand". Was der Verbraucher dann kauft, ist durch und durch Apple, sämtliche Hardwarekomponenten sind aufeinander abgestimmt. Und wie bei keinem anderer Hersteller fußt Apples Erfolg zu einem guten Stück darauf, dass die Firma ihre kleine Warenwelt mit eiserner Hand regiert.

Die Apple-Strategie

Der Konzern lebt nicht davon, Märkte mit Waren zu bedienen, Apple macht sich seine Märkte schlicht selbst. Der App-Store mit mehr als einer Milliarde verkaufter Programme und iTunes als weltgrößter Musikshop sind die besten Beispiele. Wer aber irgendwann mit der Perfomance seines Gerätes nicht mehr zufrieden ist und seinem Mac eine schnellere Grafikkarte verpassen will, wird im wahrsten Sinne des Wortes in den sauren Apfel beißen müssen. Weder das Gerätedesign noch das Apple-Betriebssystem Mac OS X lassen grundlegende Veränderungen der Hardware zu. Wer dennoch seinen Mac aufhebelt, verliert die Garantieansprüche. So erstickt Apple erboste Kundenanrufe à la "Warum erkennt das System nicht den neuen Speicherriegel? Seit der Neuinstallation des Grafikartentreibers bekomme ich einen Bluescreen! Die Akku-Anzeige meines neuen Netbooks stimmt nicht!" natürlich im Keim. Was Kunden allerdings nerven dürfte: Apple verspricht für seine Geräte lediglich ein Jahr Garantie. Wer in Deutschland auf sein zweijähriges Gewährleistungsrecht pocht, muss Apple sein Verschulden schon nachweisen können.

Das "Walled Garden"-Prinzip zieht sich wie ein roter Faden durch die Verkaufsstrategie der umsatzstärksten Computermanufaktur. Itunes lässt sich einfach und intuitiv bedienen, Musik und Bilder sich mit dem dazu passenden Apple-TV direkt auf den Fernseher streamen. Doch wer so viel Geld in die Apple'sche Hardware und die hauseigene Mediathek gesteckt hat, muss sich trotzdem den Regeln des Computerherstellers beugen. Denn von den Dutzenden gängigen Audio- und Videoformaten akzeptiert Apple nur einen Bruchteil. Für den Großteil der User mag so viel Einschränkung ein Segen sein. Immerhin muss sich so kein User wundern, warum neue Web-Formate nicht abgespielt werden. Apple schließt sie von vornherein aus und bevorzugt seine hauseigenen Codecs. Die "Alles aus einem Guss"-Methode hat also längst nicht nur Vorteile.

Ein Zaun für die App-Plantage

Zwar lassen rund 120.000 Apps iPhones zu digitalen Alleskönner mutieren. Allerdings verhält sich Apple mit seinen Apps mehr als restriktiv. Apples Prüfverfahren für Apps gilt als undurchsichtig, wirkliche Kriterienkataloge gibt es nicht. Die Entwicklung von Tools ist für Programmierer zwar kostenlos. Doch sobald Programme in den App Store sollen, werden 99 Dollar (Basisversion) oder 299 Dollar (Business) fällig. Außerdem hält Apple 30 Prozent der Verkaufserträge ein. Dafür müssen sich Programmierer bei diesem Vertriebssystem nicht weiter darum kümmern, wie ihre Software unter die Leute kommt. Allerdings sorgte Apple Mitte letzten Jahres für schlechte Presse, weil der Konzern seinen App-Programmieren die Gewinnbeteiligungen nur mit enormen Verspätungen zahlte. Einer der betroffenen Programmierer beschwert sich sogar über ausstehende Zahlungen von mehr als 10.000 Dollar, wie die "New York Post" berichtete.

Während Apple jede Software kontrolliert, werden Programme für Google-Handys und Windows-Smartphones ohne Überprüfung veröffentlicht. Dennoch scheint die Apple-Plattform interessanter für die Entwickler zu sein: Fürs iPhone gibt es rund fünfmal so viele Apps wie für Windows- und Google-Handys zusammen. Erst kürzlich wurde die Marke von einer Milliarde verkaufter Apps durchbrochen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Apple allen Regeln zum trotz von Jahr zu Jahr erfolgreicher wird

Nichts verpassen Heute Abend ist es soweit. Steve Jobs stellt auf der Apple Keynote ab 19 Uhr deutscher Zeit die neuesten Produkte vor. Wird es das sehnsüchtig erwartete Islate? Oder doch ein neues Iphone? Wir halten Sie auf dem Laufenden. Unser Korrespondent Karsten Lemm berichtet aus San Francisco und wir twittern live unter twitter/stern_digital

Seite 1: Ein Diktator zum Anbeißen
Seite 2: Geliebter Diktator
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Apple "iSlate" Warten auf das Wundertablett

Am 27. Januar stellt Apple mal wieder ein neues Gerät vor. Alle Welt erwartet den "iSlate", ein Mix aus iPhone und Macbook. Wahre Wunder soll das Gerät vollbringen - doch gesehen hat es noch keiner. mehr...

Apple Macintosh Hey, Mac, wie war das noch?

Der Macintosh ist zweifellos einer der bekanntesten Computer der Welt. Doch alles über ihn wissen auch Sie nicht. Oder? mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch