Cookie-Kämpfe

21. Februar 2012, 14:10 Uhr

Microsoft behauptet, Google umgehe bestimmte Sicherheitseinstellungen des Internet Explorers, um das Internetverhalten der Nutzer verfolgen zu können. Google sagt, lediglich veraltete Cookie-Technik zu ignorieren - wie Tausende anderer Websites auch.

Google, Sicherheitslücke, Microsoft, Internet Explorer

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Microsoft wirft Google vor, Einstellungen zur Privatsphäre im Browser Internet Explorer zu umgehen. Google verteidigt sich damit, dass die von Microsoft eingeforderte Technik im Web kaum genutzt und auch von anderen umgangen werde.

Die Kontroverse kommt nur ein paar Tage nach dem Bericht, dass Google, Facebook und andere Netzwerke die Sicherheitseinstellungen des Safari-Browsers umgehen, um Cookies auf den Rechnern der Nutzer abzulegen.

Microsoft hatte auf diese Nachrichten sehr selbstsicher reagiert und die Sicherheit seines Internet Explorers 9 hervorgehoben. Nun wurde in einem Blogeintrag veröffentlicht, dass auch IE-Nutzer nicht vor Googles Cookies sicher waren.

Dean Hachamovitch, für den IE zuständiger Microsoft-Manager, schreibt: "Google nutzt ähnliche Methoden (wie bei Safari), um unsere Standardsicherheitseinstellungen im Internet Explorer zu umgehen und mittels Cookies das IE-Nutzerverhalten zu verfolgen. Wir haben Google kontaktiert und darum gebeten, die P3P-Einstellungen aller Nutzer zu respektieren."

Dass es Google durch Microsofts eigene Bestimmungen möglich wird, Cookies einzusetzen, wird im weiteren Verlauf des Eintrages deutlich.

Hachamovitch weiter: "Der Internet Explorer blockiert Cookies von Drittanbietern, es sei denn, die Drittpartei hält eine P3P-Bestimmung bereit, die preisgibt, in welcher Art und Weise die Cookies genutzt werden und dass das Installieren der Cookies nicht die Nachverfolgung der Nutzer zur Folge hat. Googles P3P-Bestimmungen werden vom IE akzeptiert, auch wenn Googles Absichten darin nicht erklärt werden." Microsoft erwäge jetzt, das Schlupfloch zu schließen, hieß es.

Google sieht währenddessen die Fuktionen seiner Produkte in Gefahr. Rachel Whetstone von Google schreibt: "Es ist allgemein - auch von Microsoft - bekannt, dass es fast unmöglich ist, auf Microsofts Anforderungen einzugehen und gleichzeitig moderne Webfunktionalität zu bieten. Wir haben unsere Herangehensweise immer offengelegt. Heutzutage wird Microsofts Bestimmungskatalog weitestgehend als nicht-funktionsfähig angesehen."

Auch Facebook und andere Webseiten gehen einen ähnlichen Weg wie Google. Eine Studie fand im Jahr 2010 mehr alls 11.000 Internetangebote, die auf P3P verzichten. Facebook selbst verweist darauf, dass der P3P-Standard nicht mehr aktuell sei und die Internet-Organisation World Wide Web Consortium vor einigen Jahren die Arbeit daran eingestellt habe. Die meisten Webseiten hätten heute keine P3P-Richtlinien mehr.

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