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29. Juni 2011, 08:54 Uhr

Google startet Frontalangriff auf Facebook

Google beherrscht die Internet-Suche. Bei Online-Netzwerken liegt Facebook jedoch weit vorn. Google+ soll das ändern: Der Dienst ist der bisher ambitionierteste Versuch, alte und neue Google-Angebote im sozialen Web zu bündeln.

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Der Suchmaschinen-Riese startet mit der Facebook-Alternative Google+ einen neuen Anlauf bei den sozialen Netzwerken© Karen Bleier/AFP

Der Suchmaschinen-Riese Google bläst zur Aufholjagd auf Facebook. Der Internetriese startete am Dienstag (Ortszeit) mit seinem neuen Dienst Google+ einen Rivalen zum Marktführer Facebook. Derzeit befinde sich das Projekt noch in einer Testphase mit einem begrenzten Nutzerkreis, bald solle aber jeder mitmachen können, hieß es auf der Website plus.google.com.

Ein Vorteil von Google+ liegt den Entwicklern zufolge darin, dass die Nutzer Informationen auch nur mit einem Teil ihrer Online-Bekanntschaften teilen können. Beim Konkurrenten Facebook können die Nutzer ihre Bekanntschaften zwar in Gruppen unterteilen; Status-Meldungen sind jedoch nicht nur für diese Gruppen sichtbar, sondern immer für den gesamten Bekanntenkreis.

"Man steht zu unterschiedlichen Leuten in unterschiedlichen Beziehungen", erläuterte der für Software-Entwicklung zuständige Google-Manager Vic Gundotra am Dienstag im Firmenblog. Im richtigen Leben teile man das eine mit Freunden von der Uni, anderes mit den Eltern - "und fast nichts mit dem Chef", argumentierte er. "Das Problem ist, dass heute jeder im Web den Stempel "Freund" aufgedrückt bekommt, und das Teilen von Inhalten unter diesem Freundschaftsbrei leidet."

Inhalte mit frei wählbaren Nutzerkreisen teilen

Gundotras Seitenhieb zielt auf Facebook. Das mit fast 700 Millionen Menschen weltgrößte soziale Netzwerk hatte zuletzt unter anderem mit versehentlichen und absichtlichen Massenparty-Aufrufen seiner Nutzer in Deutschland und Kritik an der Datenschutzpolitik für Negativschlagzeilen gesorgt.

Mit Google+ lassen sich sogenannte "Circles" (zu deutsch: Kreise) von Nutzern anlegen, etwa für den Austausch mit Familienmitgliedern oder den Arbeitskollegen. Der Dienst besteht aus mehreren Bausteinen. Bei "+Sparks" trägt man seine Interessen ein und bekommt dann einen Strom an Web-Inhalten zu dem Thema. Mit der Videoplattform YouTube und einem Dienst wie Google News kann der Internet-Konzern hier aus dem Vollen schöpfen. Will man etwas zu dem Thema beitragen, erreicht man die Google-Nutzer mit denselben Hobbys. Die Funktion von Facebooks "Gefällt mir"-Knopf übernimmt dabei die kürzlich gestartete Google-Alternative "+1".

Bei "+Hangouts" sind Videochats in größerer Gruppe möglich oder eine Unterhaltung per Text. Ein weiterer zentraler Baustein heißt "+mobil". Man kann jedes Mal, wenn man etwas bei Google+ einträgt, seinen Standort angeben. Und um das Teilen von Fotos von unterwegs zu erleichtern, gibt es die Funktion "+Sofort-Upload": "Mit eurer Erlaubnis fügt Google+ eure Fotos gleich nach der Aufnahme zu einem privaten Album in der Cloud hinzu, und macht sie für alle eure Geräte verfügbar." Von dort kann man sie mit ausgewählten Menschen teilen.

Seit Monaten war darüber spekuliert worden, dass Google an einem Gegenentwurf zu Facebook arbeitet. Bisherige Vorstöße in die Welt der sozialen Netzwerke wie der Dienst Buzz hatten sich eher als Fehlschlag erwiesen, das Google-Netzwerk Orkut war nur in einigen Ländern erfolgreich.

kng/DPA/AFP
 
 
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