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10. Januar 2012, 17:50 Uhr

Google findet dich

Google hat seinen Suchalgorithmus überarbeitet. Man kann ausschließlich im Freundes- und Bekanntenkreis suchen und findet so auch Fotos aus privaten Fotoalben. Damit soll Google+ gestärkt und Facebook angegriffen werden.

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Die Suche wird persönlich: Ab sofort werden auch die privaten Informationen der Nutzer wie Freundeslisten oder Fotoalben in die Google-Trefferliste integriert© Google

Der kalifornische Internetriese Google hat seinen Suchalgorithmus erneut überarbeitet: Persönliche Inhalte der Nutzer wie beispielsweise private Fotoalben werden ab sofort in die Suche integriert, gleichzeitig stehen dem Nutzer neue Werkzeuge für einen besseren Datenschutz zur Verfügung. "Search, plus Your World" heißt das neue Motto – "Suche, plus deine Welt".

Demnächst auch in Deutschland

"Wir verwandeln Google in eine Suchmaschine, die nicht nur Inhalte versteht, sondern auch Menschen und Beziehungen", sagte Google-Manager Amit Singhal. Das Angebot wird von Google zunächst für die englischsprachige Version auf google.com freigeschaltet. "Wir arbeiten aber auch hart daran, es in Deutschland verfügbar zu machen".

Bei der Option der "persönlichen Ergebnisse" greift Google beispielsweise auf Bilder, die beim Online-Netzwerk Google+ oder dem Online-Fotoalbum Picasa hochgeladen wurden, zurück. Singhal erläuterte die Funktionsweise am Beispiel seines Schnautzer-Hundes Chikoo. Eine normale Suche bei google.com nach dem Begriff "Chikoo" liefere derzeit vor allem Hinweise auf den Breiapfelbaum, der in Indien und Pakistan Chikoo genannt wird. Künftig könne er aber mit Hilfe der Suchmaschine auch schnell die Bilder aufstöbern, auf denen sein Hund zu sehen sei.

Google bietet nun außerdem die Option, die Suche nach Personen auf den Bekanntenkreis zu beschränken. "Wenn man heute nach einem gängigen Namen wie Ben Smith sucht, ist es fast ausgeschlossen, dass man beim richtigen Ben landet", sagte Singhal.

Google will mit der neuen Funktion vor allem sein eigenes soziales Netzwerk Google+ stärken. Für die Personensuche werden lediglich die Beziehungen aus dem eigenen Netzwerk ausgewertet – Inhalte aus Facebook, Myspace und Co. stehen nicht zur Verfügung. Google habe keinen Zugriff auf die technischen Schnittstellen dieser Drittanbieter und fokussiere sich nach eigener Aussage lieber auf die Bereiche, in denen man ein "optimales Sucherlebnis" garantieren könne. Doch nicht nur die eigenen Freunde werden am Bildschirmrand zu sehen sein, auch Seiten von Prominenten und Organisationen werden vorgestellt, die den Anwender möglicherweise interessieren könnten.

Sicherheit hat Vorrang

Um die persönlichen Suchen vor neugierigen Blicken von außen abzuschirmen, verschlüsselt Google nicht nur die Übertragung des Suchbegriffs, sondern auch den Transfer der Suchergebnisse mit der SSL-Technologie. Dies kann man an der Adresse https://www.google.com (https statt http) erkennen. Mit einem Klick auf ein kleines Logo könne der Anwender entscheiden, ob er nur seine "eigene Welt" durchsuchen wolle oder stattdessen das gesamte Web durchforsten möchte. Mit dem Ausschalten der personalisierten Ergebnisse werde auch sichergestellt, dass die Suchabfragen bei Google nicht in einem Profil gespeichert und bei künftigen Suchabfragen berücksichtigt werden.

Google Deutschland hat den Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar nicht vorab über das englischsprachige Angebot auf google.com informiert, wie ein Google-Sprecher mitteilte. Parallel zum Start habe man aber die Behörde ins Bild gesetzt und stehe selbstverständlich für Rückfragen zur Verfügung.

cf/DPA
 
 
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