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30. April 2009, 12:00 Uhr

Google-Killer lässt Fragen offen

Stephen Wolfram lässt die Katze aus dem Sack und hat Teile seiner lang erwarteten neuartigen Suchmaschine enthüllt. Mit neuartigen Möglichkeiten soll "Wolfram Alpha" Google das Fürchten lehren. Ans Netz geht sie erst im Mai - doch der bisherige Marktführer schläft nicht.

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So präsentiert sich der Mathematiker Stephen Wolfram auf seiner Homepage© www.stephenwolfram.com

Wer mit einer bis dato hochgeheimen Sache Wirbel machen will, sollte es anders anstellen als Stephen Wolfram: Ein zweistündiger Webcast, um eine unausgereifte Technologie zur Schau zu stellen, ist kaum der effektivste Weg, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Vor allem, wenn kaum einer vom Webcast weiß und die Teilnehmer nebenher am PC vermutlich auch noch E-Mails, Tweets und Facebook-Einträge abarbeiten.

Aber dem Mathematiker-Erfinder-Unternehmer Wolfram ist dennoch viel Aufmerksamkeit gewiss. Seine neueste Entwicklung Wolfram Alpha sorgt bereits seit Monaten als möglicher "Google-Killer" für Aufregung. Nun zeigte er zum ersten Mal öffentlich, womit er im Mai antreten will. Ob Google dann etwas zu befürchten hat, lässt sich aufgrund der ersten Präsentation nicht sagen. Eines ist klar: Schon mancher versuchte erfolglos, den Marktführer aus dem Silicon Valley zu entthronen.

Such- oder Wissensmaschine?

Wolfram enthüllte also an der Harvard Law School Teile seines neuen Webdienstes. Viele bezeichnen ihn als eine Suchmaschine, andere als eine Wissensmaschine. Wolfram selbst spricht von einer "computational knowledge engine". Sie ist ein bisschen wie Google, aber auch ein bisschen wie Wikipedia, und vor allem soll sie aus im Internet vorhandenen Daten Antworten auf konkrete Fragen berechnen.

Die Frage nach der Stadt Lexington im US-Bundesstaat Massachusetts etwa beantwortet Wolfram Alpha mit der Zahl der Einwohner und anderen Bevölkerungsstatistiken. Der Dienst kann die Lebenserwartung eines 40-jährigen Italieners auswerten oder beantworten, wer im Jahr 1928 der Präsident von Mexiko war.

Die Betrachter hatten allerdings ihre Mühe, Wolfram zu folgen. Der Webcast wurde dauernd unterbrochen. Erkennbar war, dass Wolfram Alpha die meisten Fragen beantwortet, indem es komplexe und neue Rechenabläufe vornimmt. Anders als Suchmaschinen liefert Wolfram Alpha keine Liste von mehr oder weniger zutreffenden Links. Die Datenquellen werden von der Wissensmaschine so aufbereitet, dass sie sachbezogene Antworten auf Fragen liefern kann.

Der Harvard-Professor und Internetexperte Jonathan Zittrain, der Wolframs Auftritt organisierte, bezeichnet die Maschine als leistungsfähigen "rechnerischen Almanach". Suchmaschinenexperten wie Nova Spivack aus San Francisco, denen Wolfram einen tieferen Einblick in Wolfram Alpha gewährt hat, schwärmen von einer signifikanten Technologie. Ein Google-Killer sei sie dennoch nicht.

Und Google? Um Wolfram Wind aus den Segeln zu nehmen, präsentierten die Kalifornier just am Dienstag ihren Ansatz zur Integration statistischer Daten bei der Suche. Es war nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen könnte. Aber mehr bot Wolfram auch nicht.

 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
anuhea (30.04.2009, 21:26 Uhr)
Wenn Wolfram α so erfolgreich wird...
... wie der "Google-Killer" Cuil, dann brauchen sich Brin, Page und alle anderen in Menlo Park wohl nicht allzuviele Gedanken zu machen.
Wolfram Research hat zwar "Mathematica" entwickelt, aber was er zu α von sich gibt, klingt zunächst mal danach, dass er sich gern wichtig machen möchte und Geld zu verbrennen hat.
Bis jetzt waren immer die Web-Projekte gut, die ohne lange Ankündigung einfach da waren und sich dadurch ausgezeichnet haben, dass sie besser waren als das, was es bis dahin gab. Die nicht so ganz gelungenen haben allesamt den Mund zu voll genommen, siehe Cuil und Microsoft Live Search oder wie das Teil dann schließlich und endlich heißen soll, was seit Jahren in Arbeit ist...
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