Whatsapp macht es Betrügern leicht

29. November 2012, 15:14 Uhr

Neue Kritik am Messengerdienst Whatsapp: Wieder lassen sich Accounts mit geringem Aufwand übernehmen und Nachrichten in fremden Namen verschicken. Das Unternehmen schweigt zu den Vorwürfen. Von Christoph Fröhlich

Whatsapp, Account, Diebstahl, Sicherheitslücke, Hack, ungesichert

Eine neue Sicherheitslücke, mit der sich fremde Accounts übernehmen lassen, sorgt beim Messengerdienst Whatsapp für Aufsehen.©

Immer wieder Ärger mit Whatsapp: Erst im September sorgte eine gravierende Sicherheitslücke des SMS-Ersatzdiensts für Aufsehen, durch die Accounts ohne großen Aufwand übernommen werden konnten. Darüber hinaus gab es Hinweise, dass Whatsapp auch bei der Verschlüsselung der Nachrichten geschlampt hat. Experten waren entsetzt, der Sicherheitsblog "Fileperms" schrieb: "Whatsapp ist kaputt, wirklich kaputt".

Erst nach mehr als zwei Monaten stopften die Entwickler die Lücke, doch offenbar klafft ein weiteres Loch in der Software: Ein Leser der Technikwebseite "Heise" hat einen neuen Fehler entdeckt, der das Kapern fremder Whatsapp-Konten erlaubt. Durchgeführt wurde der Test in der aktuellen Android-Version (2.8.7326) des Messengerdiensts.

Pikant: Im Prinzip nutzt der neue Hack die alte Sicherheitslücke. Alles, was die Kriminellen dazu benötigen, ist die Telefonnummer des Opfers und die Seriennummer (IMEI) des Smartphones. Diese findet sich auf der Rückseite des Telefons oder lässt sich per Tastenkombination oder App auslesen. Mit diesen Daten lässt sich das fremde Passwort für die Anmeldung am Whatsapp-Server erzeugen, sodass man sich als eine andere Person ausgeben kann.

Vermutlich sind mehrere Geräte betroffen

Ob der Account-Diebstahl auch unter Apple-Geräten funktioniert, ist bislang nicht bekannt. Doch Experten vermuten, dass neben iPhones auch Geräte mit anderen Betriebssystemen - Whatsapp gibt es auch für Blackberrys, Windows Phone und Nokias Symbian - betroffen sind. Wie immer hüllen sich die Entwickler in Schweigen: Die Betreiber des Chattingdiensts macht weder Angaben zur Sicherheitslücke noch zu den seit September vorgenommenen Änderungen.

Das IT-Portal "Heise" hat die Entwickler mit der Entdeckung des jüngsten Fehlers konfrontiert. Bis auf eine kurze Nachfrage des mutmaßlichen Whatsapp-Gründers bezüglich der Versionsnummer herrscht aber Funkstille. Für die schlechte Kommunikation und mangelnde Informationspolitik gegenüber den Nutzern wurde das Unternehmen schon mehrfach gerügt.

Auch der plötzliche Wechsel zur kostenpflichtigen Android-Version sorgte für Aufsehen: Während Apple-Nutzer bei der Installation einmalig 0,89 Euro bezahlen müssen, konnten Android-Nutzer in den vergangenen Jahren umsonst Nachrichten verschicken. Seit vergangener Woche mehren sich Berichte von Android-Usern, die ihre kostenlose Testphase nur gegen eine Zahlung von 0,99 US-Dollar (umgerechnet 78 Cent) verlängern konnten.

Erfolgreichster Messengerdienst

Es ist davon auszugehen, dass die Whatsapp-Programmierer in den nächsten Wochen eine neue Version des Messengerdiensts veröffentlichen und die Schwachstellen beheben werden. Generell warnen Sicherheitsexperten aber vor dem Einsatz des Nachrichtendiensts: Um Whatsapp nutzen zu können, werden Anwender gezwungen, ihr Adressbuch freizugeben. Wer dem nicht zustimmt, muss auf den Dienst verzichten. Vor allem Datenschützer ist diese Regelung ein Dorn im Auge.

Der Popularität hat das bisher nicht geschadet: Via Whatsapp werden täglich mehr als zehn Milliarden Nachrichten, Bilder, Videos und Songs verschickt, auf mehr als 100 Millionen Android-Geräten ist die Software bereits installiert. Auch in Apples App-Store belegt Whatsapp seit Jahren die oberen Ränge der Download-Charts.

Hier können Sie dem Verfasser auch auf Twitter folgen.

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Heise Tastenkombination
Digital
Ratgeber und Extras
iPhone 6: Die nächste Smartphone-Generation iPhone 6 Die nächste Smartphone-Generation
Vergleichsrechner
Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Unser kostenloser DSL-Vergleich zeigt Ihnen die DSL-Tarife, die am besten zu Ihnen passen. Zum Tarifvergleich
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Amos: Da ich mehrere Autos fahre, müßte ich mehrfach Maut bezahlen. Bekomme ich entsprechend die...

 

  von Gast 107364: Muss ich aus meiner finanzierten Immobilie bei Beantragung der Privatinsolvent raus

 

  von Gast 107350: Wie bekomme ich Verfärbung von einer Creme Farbigen Ledertasche raus?

 

  von Gast 107348: werden Kellerräume in der Mietberechnung mit einbezogen

 

  von Gast 107340: Wann soll ich us Dollar kaufen?

 

  von Gast 107336: ´Benötige ich einen Ernergieausweis oder einen Bedarsausweis für ein Haus von 1963

 

  von Amos: Nochmal zu MB: der neue CLE 450 hat einen Dreilitermotor. Müßte also CLE 300 heißen

 

  von Gast 107289: Glas-Tisch total milchig, Hilfe!

 

  von Gast 107284: Ist parken in einer Verkehrsberuhigten Zone erlaubt?

 

  von bh_roth: Oleander umtopfen

 

  von Amos: Ich suche jemand zur Haushaltsauflösung, NICHT zur Entrümpelung.

 

  von dorfdepp: Wie kann man eine Zinke richten?

 

  von elfigy: Flugzeugabsturz. Wozu ein Krisenstab, was wollen Regierungsmitglieder an der Absturzstelle ?

 

  von StechusKaktus: Gibt es nun die Kriegsanleihe oder nicht?

 

  von starmax: Richtig?

 

  von Gast 107217: Gibt es beim Rentenausgleich eine Renteneinkunftsuntergrenze

 

  von Gast 107213: Muss der Vermieter die Kosten für ein neues Türschloß tragen, wenn der Mieter den Schlüssel seiner...

 

  von Gast 107201: Was kann ich tun, wenn mein ehemaliger Arbeitgeber die Meldungen zur Sozialversicherung nicht...

 

  von jacobidry: Umkehrosmose Wasserfilter

 

  von jacobidry: Boxspringbett oder Kaltschaummatratze