Ratgeber Ernährung

Gefährlicher Rettungsring

Ein dicker Bauch kann einen Menschen stören - oder auch nicht. Unabhängig davon bedeutet zu viel Speck an der Taille aber oft auch zu viel Zucker und zu viel Fette im Blut sowie zu hohen Blutdruck: All dies sind Risikofaktoren für einen verfrühten Tod.

Metabolisches Syndrom, Übergewicht, Adipositas, BMI, Bluthochdruck

Sind es mehr als 94 Zentimeter? Das gilt als der Grenzwert für Männer©

Über dem Gürtel wölbt sich ein Bauch. Der Blutdruck ist hoch, der Blutzuckerspiegel und die Cholesterinwerte ebenfalls: Kommen all diese Dinge zusammen, sprechen Fachleute von einem Metabolischen Syndrom. Es kommt vor allem in Industrieländern vor, daher auch die Bezeichnung Wohlstands-Syndrom. In Deutschland ist schätzungsweise jeder fünfte Erwachsene betroffen. Unter den 46- bis 65-Jährigen dürfte es sogar jeder Vierte sein. Die Tendenz ist steigend. Nicht nur, weil immer mehr Menschen immer dicker und älter werden. Sondern auch, weil zunehmend Kinder betroffen sind.

Als wesentliche Ursachen für das Syndrom gelten eine genetische Veranlagung und Übergewicht. Die überschüssigen Pfunde macht bestimmte Zellen des Körpers weniger empfindlich für Insulin. Dieses Stoffwechsel-Hormon senkt den Blutzuckerspiegel. Sind die Zellen für den Botenstoff relativ unempfindlich, kann Diabetes vom Typ 2 entstehen.

Zudem leiden dicke Menschen auch häufiger an zu hohem Blutdruck. Und Übergewicht entsteht oft durch eine unausgewogene Nahrung mit viel Fett, das aber lagert sich gerne an den Wänden der Blutadern ab.

All dies - viel Zucker im Blut, hoher Blutdruck, fette Nahrung - erhöht die Gefahr, dass die Adern verkalken: Eine so genannte Arteriosklerose entsteht. Sind die Blutgefäße erst überzogen von Ablagerungen, werden sie eng und steif, Gewebe und Organe werden nicht mehr richtig durchblutet. Ist das Herz nicht mehr mit Blut versorgt, führt das zum Herzinfarkt, passiert dasselbe im Gehirn, bedeutet das: Schlaganfall.

Menschen mit einem Metabolischen Syndrom müssen eher mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen rechnen, ihr Risiko dafür steigt schätzungsweise um das Doppelte. Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, erhöht sich etwa um das Fünffache. Wie im einzelnen die Komponenten des Metabolischen Syndroms zusammenspielen, ist in vielen Fällen noch nicht geklärt. Eines jedoch ist sicher: Die Unempfindlichkeit gegenüber dem Stoffwechsel-Hormon Insulin spielt bei den Vorgängen eine wichtige Rolle.

Die Wunderwaffen heißen: Bewegung und Ernährung

Alle genannten Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes können sich einzeln entwickeln. Viele Ärzte sind jedoch dazu übergegangen, bei Auftreten einer Störung auch andere Faktoren zu überprüfen - zumal sich alle Aspekte des Metabolischen Syndroms durch die selbe Behandlung bessern: Durch gesunde Ernährung und genügend Bewegung.

Auch die Hersteller von Medikamenten sollten die enge Verflechtung der einzelnen Erkrankungen berücksichtigen. So kann ein Diabetes-Medikament zwar die Blutzuckerwerte senken. Treibt es aber gleichzeitig den Blutdruck hoch, ist der Nutzen fraglich. Längst suchen Wissenschaftler nach Wirkstoffen, die das Metabolische Syndrom möglichst umfassend bekämpfen. Bislang erfolglos.

Seite 1: Gefährlicher Rettungsring
Seite 2: Symptome
Seite 3: Diagnose
Seite 4: Therapie
Seite 5: Tipps
Seite 6: Expertenrat
 
 
Adobe Flash Player

BMI-Rechner

Kennen Sie Ihren Body-Mass-Index? Er sagt Ihnen, ob Sie zu dick oder zu dünn sind.