
Abgeschnürt: Durch das Silikonband entsteht ein kleiner Vormagen© Martin Freiling
Das Magenband zählt zu den gängigsten Methoden in der Adipositas-Chirurgie. Etwa 1500 solcher verstellbarer Gürtel zurren Ärzte pro Jahr um die Mägen übergewichtiger Deutscher. Früher wurde die Bauchdecke großräumig geöffnet, heute operiert die Chirurgin mittels Schlüsselloch-Technik. Das mindert die Risiken während des Eingriffs.
Per Endoskop legt der Operateur ein Silikonband um den Magen, das wie eine Schlinge einen kleinen Teil des oberen Magens vom großen Restmagen trennt. Die Nahrung sammelt sich im Vormagen und rutscht nur sehr langsam durch das enge Nadelöhr, dass das Band offen lässt. Schnell ist der kleine vordere Teil gefüllt und drückt auf die Magenwand. Rasch stellt sich schon nach wenigen Bissen ein Sättigungsgefühl ein.
Das Band lässt sich enger oder weiter stellen, je nachdem wie schnell und wie viel der Betroffene abnehmen soll. Es zwingt ihn, weniger zu essen und sorgfältiger zu kauen. Das lässt die Kilos schwinden. In einem Jahr sind bis zu 60 Prozent der Operierten zwei Drittel ihres Übergewichtes los. Wer jedoch mit kalorienreicher Flüssignahrung wie Cola oder Milchshakes trickst, für den ist die Methode wenig Erfolg versprechend.
Um das Gewicht zu halten, bleibt das Band lebenslang im Körper. Das beeinträchtigt natürlich die Essgewohnheiten und vor allem den Lebensstil: Nahezu unmöglich macht die Magenschlinge ein nettes Dinner mit Freunden. Statt sich angeregt zu unterhalten, ist der Übergewichtige gezwungen, sorgfältig zu kauen. Denn sonst passen die Nahrungsbrocken nicht durch den Engpass, drücken auf die Magenwand und verursachen Schmerzen. Essen Betroffene dennoch auf Dauer mehr als das winzige Reservoir im Magen erlaubt, kann sich die Speiseröhre dehnen. Folgen sind schmerzhafte Entzündungen und Sodbrennen.
Mitunter kann das Band im Laufe der Zeit aber auch nach oben rutschen, so dass es den Vormagen förmlich abklemmt. Der Operierte bekommt keinen Bissen mehr herunter und sollte schleunigst zum Arzt. In sehr seltenen Fällen wächst das Band in die Magenwand ein und muss komplett entfernt werden.