
Der Schrittmacher sitzt im Bauch, die Elektroden in der Magenwand© Martin Freiling
Ein neues, viel versprechendes Verfahren ist die Magenstimulation. Ein Magenschrittmacher gleicht einem Herzschrittmacher - Elektroden geben elektrische Impulse in das Organ. Die Elektroden des Magenschrittmachers sitzen in der Magenwand.
Die Impulse, die von ihnen ausgehen, wirken der Peristaltik entgegen, also der natürlichen Muskelbewegung, mit der der Speisebrei in Magen und Darm weitertransportiert wird. Die Nahrung wird nur langsam weiterbefördert und der Übergewichtige verspürt weniger Appetit.
Dass der Schrittmacher beim Abnehmen hilft, konnten Forscher bislang noch nicht beweisen. Studien belegen aber, dass der Apparat bei stark Übergewichtigen mit Typ- 2-Diabetes Symptome verbessert. Vermutlich, weil dadurch der Magen-Darm-Trakt anders als zuvor Stoffwechselhormone ausschüttet.
Regt der Magenschrittmacher die Verdauung zu sehr an, können Sodbrennen, Magenknurren und unregelmäßiger Stuhlgang auftreten - von Verstopfung bis zu Durchfall. Isst der Operierte zu viel, wird ihm mitunter schlecht. Manche Betroffenen verspüren im Bereich der Magenwand ein leichtes Kribbeln direkt unter der Haut. Wie bei einem Herzschrittmacher können Metalldetektoren, wie sie etwa auf Flughäfen zu finden sind, das Gerät zusätzlich stimulieren.