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8. Oktober 2009, 14:41 Uhr

Google startet Grippe-Frühwarnsystem

Google will Grippewellen schneller erkennen als die Gesundheitsbehörden. Breitet sich die Influenza aus, häufen sich auch Anfragen mit grippebezogenen Suchwörtern. Jetzt ist der Service "Grippe Trends" auch für Deutschland verfügbar.

Grippe, Influenza, Erkältung

Weil sich Erkrankte online über Grippe-Symptome informieren, kann Google erkennen, wann eine Grippewelle beginnt© Colourbox

Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen: Wenn viele Menschen nach Symptomen wie diesen im Internet suchen, rollt bald eine Grippewelle an. Der Technologiekonzern Google wertet nun auch in Deutschland die Eingaben seiner Nutzer aus, um Ärzte und Gesundheitsbehörden frühzeitig zu warnen. Der Service "Grippe Trends" ging nach einer Pilotphase in den USA am Donnerstag in 19 weiteren Ländern an den Start. Google kann so nach eigenen Angaben ein bis zwei Wochen schneller als die Gesundheitsbehörden erkennen, ob eine Grippewelle anrollt.

Das Frühwarnsystem basiert auf der Annahme, dass Patienten sich über ihre Beschwerden zunächst online informieren, bevor sie zum Arzt gehen. Es wertet dafür Millionen von Anfragen anonymisiert aus. Zur wissenschaftlichen Fundierung des Angebots habe man untersucht, welche Begriffe Nutzer in der Vergangenheit suchten, wenn sich die Grippe ausbreitete, erklärt ein Google-Sprecher. Dafür griff das Unternehmen auf Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zurück.

Während Google die Prognosen in den USA auf einzelne Bundesstaaten herunterbricht, ist für Deutschland bislang nur ein Bundestrend verfügbar. "'Grippe Trends' ist kein Konsumentenprodukt", sagt der Unternehmenssprecher. Der Internetkonzern bekundete aber Interesse daran, Daten von örtlichen Behörden zu nutzen, um die Prognosen für kleinere Gebiete zu zeigen.

In den USA bietet Google den Service unter dem Namen "Flu Trends" bereits seit November 2008 an. Experten bewerten die Genauigkeit überwiegend positiv. Man wolle bestehende Prognosesysteme nicht ersetzen: "Der Dienst ist eine Ergänzung für Ärzte und Gesundheitsbehörden."

Der Service ist nicht kommerziell. Werbung im Umfeld der Karten sei nicht geplant, erklärte das Unternehmen. Die Kosten trägt Google.org - eine Organisation, die der Konzern als seinen "philanthropischen Arm" bezeichnet.

DPA
 
 
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