. .
Gesundheit - News und Ratgeber
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
26. August 2011, 12:07 Uhr

Australier "impfen" Moskitos statt Menschen

Das Dengue-Fieber wird von Moskitos übertragen und ist für Menschen in tropischen Regionen eine ständige Gefahr. Eine Impfung dagegen gibt es nicht. Forschern ist jetzt ein beeindruckender Erfolg gelungen: Sie machten die Überträger unempflich gegen das Virus - und nicht den Menschen.

Dengue, Mücken, Moskitos, Australien, Tropen, Tropenkrankheit,

Eine philippinische Wissenschaftlerin "füttert" Blut an ihre Forschungsobjekte© Romeo Ranoco/Reuters

Australische Forscher haben mit Hilfe von Bakterien im Labor Moskitos als Überträger des Dengue-Virus ausgeschaltet. Sogenannte Wolbachia-Bakterien machten die Insekten immun gegen das Virus, berichten die Wissenschaftler um den Biologen Scott O'Neill von der Monash-Universität in Melbourne im britischen Fachjournal "Nature". Die Mücken konnten die Erreger somit auch nicht mehr weitergeben. Das Dengue-Fieber ist die häufigste von Moskitos übertragene Krankheit weltweit. Jedes Jahr gibt es 50 bis 100 Millionen Infektionen, rund 40 Prozent der Weltbevölkerung sind gefährdet.

Dengue-Viren werden über Aedes-Mücken übertragen, vor allem durch Aedes aegypti. Die Mücken sind vor allem in Asien, Süd- und Mittelamerika, der Karibik und Afrika verbreitet, vereinzelt wurden Ansteckungen in Europa bekannt. Auch in Australien kommen sie vor. An Impfstoffen wird derzeit gearbeitet.

Sind Mücken von einer bestimmten Wolbachia-Art befallen, werden sie gegen Dengue-Viren nahezu komplett resistent, schreiben O'Neill und Kollegen. Wolbachia-Bakterien leben in den Zellen vieler Insekten, auch in manchen Moskitos. Bislang sei jedoch noch nicht beschrieben worden, dass sie in Aedes-aegypti-Mücken natürlicherweise vorkommen, sagte die Biologin Stefanie Müller vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Risiko für das Ökosystem?

O'Neill und seine Kollegen infizierten Aedes-aegypti-Weibchen im Labor gezielt mit einem bestimmten Wolbachia-Stamm, die Moskitos wurden immun. Die Wolbachia-Bakterien werden von weiblichen Mücken an die Nachkommen weitergegeben. Ziel sei, die Zahl der weiblichen infizierten Nachkommen zu maximieren, schreibt Jason L. Rasgon von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore in einem Begleitartikel in "Nature". Dadurch können sich die Bakterien schnell in einer Population ausbreiten.

Die Australier probierten das aus und entließen Anfang des Jahres an zwei Orten nahe der Stadt Cairns (Queensland) über mehrere Wochen jeweils insgesamt 150.000 Moskitos in die Freiheit, die Träger des speziellen Wolbachia-Stammes waren. Den Angaben zufolge verdrängten diese Moskitos in wenigen Monaten nahezu die kompletten natürlichen Aedes-aegypti-Populationen in diesen Gegenden. Der Vorteil der Strategie liege darin, dass nicht die Moskitos als Überträger komplett ausgerottet, sondern durch resistente Exemplare ersetzt würden, betont Rasgon. So würden die ökologischen Folgen vermutlich minimiert.

Infizierte Moskitos wurden in dem Feldversuch auch mehrere Kilometer weiter entfernt gefunden. Das weist darauf hin, dass die Wolbachia-Infektion sich auch großräumig unter den Mücken ausbreiten könnte. Unklar ist allerings noch, wie weit sie sich tatsächlich ausbreiten würde, und ob die Resistenz gegen alle Typen von Dengue-Viren Bestand hat.

ono/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Denguefieberwelle in Südostasien Krank durch Klimawandel

In Südostasien grassiert das Denguefieber, eine Infektionskrankheit, die vor allem für Kleinkinder gefährlich ist. Schuld an der Epidemie ist vermutlich der Klimawandel: Die Überträgermücken leben länger, schlüpfen früher, werden in neuen Regionen heimisch. mehr...

Tropenkrankheiten Unerwünschte Souvenirs

Immer öfter stellen Ärzte exotische Zungenbrecher-Krankheiten wie Chikungunya und Rickettsia africae auch in Deutschland fest. Schuld ist die Reiselust der Deutschen, die sich bei aggressiven Stechmücken oder behänden Zecken in den Tropengebieten weltweit anstecken. mehr...

Erste Ansteckung mit gefährlichem Dengue-Fieber in Frankreich

In Frankreich ist erstmals eine Ansteckung mit dem gefährlichen Dengue-Fieber gemeldet worden - eine Tropenkrankheit, die normalerweise eingeschleppt wird. mehr...

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage