HOME

Tropenkrankheit: Stinkende Socken gegen Moskitos

Rettung aus dem Wäschekorb: Moskitos lieben den Geruch von müffelnden Socken. Ein stinkendes Gerät soll nun im Kampf gegen Malaria helfen.

Ein Moskito saugt Blut

Ein Moskito saugt Blut

Stinkende Socken könnten helfen Malaria zu bekämpfen, glaubt ein Wissenschaftler. Die Moskitos, welche die Krankheit übertragen, fühlen sich mehr von müffelnden Socken angezogen als von einem schlafenden Menschen, sagte Fredros Okumu vom Ifakara-Gesundheitsinstitut in Tansania.

Der Wissenschaftler hat daher ein Gerät entwickelt, das vor dem Haus aufgestellt wird und das den üblen Geruch von Stinkesocken verströmt. Die Mücken fliegen hinein und sterben. Eine solche Falle könnte künftig neben bewährten Methoden wie Moskitonetzen und Anti-Mückensprays zusätzliche vor der Tropenkrankheit schützen, hofft die Nichtregierungsorganisation Grand Challenges.

Mücken lieben Käsefüße

Dass weibliche Malariamücken am liebsten in die Füße stechen, ist schon lange bekannt. Fußbakterien produzieren verschiedene Geruchsstoffe, die Mücken anziehen.

Laut Okumu können Mücken nicht unterscheiden, ob menschlicher Geruch von einem Menschen oder einem Gegenstand ausgeht. Das sei die Chance, die Mücken in die Falle zu locken und damit lebensgefährliche Malaria-Infektionen zu verhindern. Die Bill und Melinda Gates Stiftung und die kanadische Organisation Grand Challenges stellten Okumu 775.000 Dollar (rund 550.000 Euro) zur Verfügung, damit er die auf Grundlagen seiner Forschung konstruierte Mückenfallen in tansanischen Dörfern aufstellt und untersucht, wie sie sich auf die allgemeine Gesundheit auswirken.

2009 starben 781 000 Menschen an Malaria

"Wir waren von dieser Idee angetan, weil es eine kühne Idee ist, es ist kreativ und innovativ", sagte der Chef von Grand Challenges Canada, Peter Singer. "Wer hätte gedacht, dass lebensrettende Technologien sich im Wäschekorb verstecken könnten?"

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen 2009 etwa 781.000 Menschen durch Malaria ums Leben. Etwa 90 Prozent der Todesfälle ereigneten sich in Afrika, 92 Prozent der Opfer waren Kinder unter fünf Jahren. Auch die Erreger anderer Krankheiten wie Dengue-Fieber und Gelbfieber werden durch Mücken übertragen.

AFP/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel