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20. Oktober 2009, 06:45 Uhr

Ärzte wollen Politiker-Impfstoff für Kinder einsetzen

Der Extra-Impfstoff für Minister, Bundesbeamte und Soldaten sorgt in Deutschland seit Tagen für hitzige Diskussionen. Die Bundesärztekammer fordert nun von der Politik, auf den anderen Wirkstoff gegen die Schweinegrippe zu verzichten - und ihn stattdessen Schwangeren und Kindern zu spritzen.

Schweinegrippe, Impfung, Pandemrix, Glaxo-Smith-Kline, H1N1

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wirbt für das Impfen von Kindern ab drei Jahren© Matthias Rietschel/AP

Die Bundesregierung sollte nach Ansicht der Ärzteschaft auf den besonderen Grippe-Impfstoff für Minister, Bundesbeamte und Soldaten verzichten. "Ich fordere die Bundesregierung auf, den für sie bestellten Impfstoff für Schwangere und Kinder zur Verfügung zu stellen und stattdessen den allgemeinen Impfstoff zu benutzen", sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery der "Berliner Zeitung". So könne die Regierung die Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Allerdings ist der Impfstoff nach Expertenangaben für Schwangere und Kinder ebenfalls wenig geeignet, da keine Daten aus klinischen Tests für diese beiden Gruppen vorliegen.

"Ich bin über das Kommunikationsverhalten der Politik entsetzt", sagte Montgomery. Es erhöhe nicht die Akzeptanz der Impfung gegen die Schweinegrippe, wenn die Regierung für sich andere Impfstoffe bestelle als für die Bürger. "Ich rechne damit, dass jetzt noch weniger Bürger zur Impfung gehen als erwartet", betonte er.

Der Ärztevertreter findet das Vorgehen bei der Schweinegrippe zugleich übertrieben. "Ich halte die Impfung nicht für absolut notwendig", betonte Montgomery. Die Schweinegrippe habe sich "als weniger gefährlich herausgestellt als die normale saisonale Grippe oder die Vogelgrippe". Er wies außerdem darauf hin, dass die Impfung wie alle anderen Impfungen keinen hundertprozentigen Schutz biete.

Informationspolitik mit Risiken und Nebenwirkungen

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich über die Informationspolitik entsetzt. Das "Versagen des Innenministers und der Bundeskanzlerin" in der Informationspolitik berge Risiken und Nebenwirkungen, sagte Lauterbach dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Zwar gebe es faktisch keine Qualitätsunterschiede zwischen den Impfstoffen. Es sei aber der Eindruck entstanden, solche Unterschiede existierten. Viele Menschen könnten deswegen auf eine Impfung verzichten.

Zudem widersprach Lauterbach der Behauptung, die unterschiedlichen Impfstoffe hätten gleiche Nebenwirkungen. Der mit Verstärkerstoffen versetzte Impfstoff für die Gesamtbevölkerung sei nicht an Schwangeren und Kleinkindern unter drei Jahren erprobt worden. Daher sollten diese Personengruppen mit einem Vollimpfstoff ohne Wirkverstärker geimpft werden, um auf Nummer sicher zu gehen. Wie bereits Montgomery erklärte auch Lauterbach, hierzu könnten die für Bundesbedienstete vorgesehenen Impfstoffvorräte eingesetzt werden.

"Verharmlosen sollte man die Schweinegrippe nicht"

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warb unterdessen eindringlich für das Impfen von Kindern ab drei Jahren. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Verbandspräsident Wolfram Hartmann, dies sei besonders bei Kindern mit Risikofaktoren nötig. "Verharmlosen sollte man die Schweinegrippe nicht", betonte Hartmann. Kinder müssten genauso den Impfstoff bekommen wie Schwangere. Impfstoffe seien in Deutschland sicher, betonte der Verbandspräsident. Er klagte, Eltern würden durch die aktuelle Diskussion verunsichert. Die Aufregung über verschiedene Seren sei überflüssig.

Eine Woche vor dem Start der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe war die Bundesregierung am Montag dem Vorwurf einer Zwei-Klassen-Medizin entschieden entgegengetreten. Entgegen früheren Meldungen erhielten lediglich Soldaten, Bundespolizisten und Krisenstabs-Mitarbeiter den Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker - aber nicht, weil dieser weniger Nebenwirkungen hervorrufe, sondern wegen eines schon vor Aufkommen der Schweinegrippe geschlossenen Vertrags, erklärte die Regierung.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
elllen (20.10.2009, 23:27 Uhr)
Ahnungslos...
Ella, was Du hier nicht verstehst, ist der Zustand, dass eine Pandemie nicht aus heiterem Himmel kommt. Es wird seit Jahren mit einem solchen Ausbruch gerechnet. Und wie wahr - sie hatten Recht. Was diese am Ende bedeutet, wissen wir erst..... am Ende.
.
Wie ungeschickt nun, die Impfverweigerung der leute zu geradezu herauszukitzeln, wobei auch die medien hier natürlich einen Orden bekommen sollten diesbezüglich.
Du meine Güte aber auch, 1000 Tote, jährlich sterben Tausende allein in Deutschland an der jährlichen Grippe. Hier sind nun zwei gestorben in Deutschland und ich glaube es waren in dieser Zeit sicherlich mehr noch, die den Folgen einen ordinären Schnupfens erlagen oder eines entzündeten Zahns.
Also ja und nun? Wollen wir uns mit den gängigen Impfnebenwirkungen rumschlagen, oder der Schweinegrippe, oder an einer Lähmung sterben? Hm, wie gut, dass uns die Presse bei der Entscheidung so hilfreich ist...
Parvis (20.10.2009, 17:09 Uhr)
Nur am Rande
nicht die erste Welle dieser Grippe ist wirklich gefährlich. Sollte es jedoch zu einer zweiten Welle kommen, würden wesentlich mehr Menschen sterben, da das Virus sich dann an den Menschen angepasst hat. (Siehe auch den Verlauf der Spanischen Grippe)
Diese zweite Welle kann durch rechtzeitige Impfung jedoch verhindert werden.
ella1964 (20.10.2009, 13:00 Uhr)
was soll das bedeuten....?
Zitat:
"aber nicht, weil dieser weniger Nebenwirkungen hervorrufe, sondern wegen eines schon vor Aufkommen der Schweinegrippe geschlossenen Vertrags, erklärte die Regierung."

Es wurde also ein H1N1-Wirkstoff bestellt noch bevor die Schweinegrippe bekannt war? Mit welcher Begründung wurde genau dieser Wirkstoff bestellt? Ist dieser "VIP"-Wirkstoff ein normaler Grippeimpfstoff?

Irgendetwas kapier ich hier nicht und bitte mal um Aufklärung. Mir scheint diese Begründung allzu fadenscheinig.
Datenaktuell (20.10.2009, 12:04 Uhr)
4.703 H1N1 Tote II ... 1.000 für 'D' bis Frühjahr ?
Wir haben bei uns aktuell ähnlich zu Australien eine Todesrate um 1:20.000.
Daher auch die bisher nur eine bestätigte Tote.

Lt. http://www.cdc.gov/h1n1flu/updates/us/#iligraph ist jede 4. Influenza auf H1N1 zurück zu führen und jeder 9. Tote auf diese Erkrankung.
Diese Zahl verschiebt sich aber aktuell deutlich in Richtung H1N1. Und es jahreszeitlich atypische Erkrankungen.

Die Zahl 'unserer' Toten wird von der Zahl der Infektionen und der Todesrate dazu bestimmt werden.
Auch bei dauerhaft 'nur' 1:20.000 ergeben 10-20 Mill. Infektionen mathematisch 500-1.000 Todesfälle.
Aber keiner kann 1:20.000 sicher gewährleisten. Außerdem kann je nach Epidemieverlauf die Intensivmedizin und die rechtzeitige Erkennung der Risikoinfektionen nicht mehr gewährleistet werden.
Alles vielleicht Szenarien Risiko 1:10 bis 1:100. Wäre aber trotzdem eines des größten Eintelrisiken seit Ende WK II für 'D'.
2xes (20.10.2009, 11:44 Uhr)
Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, will sich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen.

Andere Ärtze und Wissenschaftler sprechen das die Regierung auf eine Pharma Kampagne reingefallen sind.

Politiker kriegen einen viel besseren Impfstoff als die normal Bürger.

Nachdem die Pharma- Industrie einen Milliardenumsatz mit dem Impfstoff gemacht hat, verschwindet die Schweinegrippe aus den Medien über "Nacht".

Nur 12% der Deutschen wollen sich impfen lassen.

Die Werbetrommel wird wieder gerührt. Die alte Blogger- Methode. Pharma Industrie engagiert Web- Autoren um auf Web- Seiten mit hohen "Clicks" ihr unwesen zu treiben.
2xes (20.10.2009, 11:43 Uhr)
Es geht nur um Geld...
Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, will sich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lassen.

Andere Ärtze und Wissenschaftler sprechen das die Regierung auf eine Pharma Kampagne reingefallen sind.

Politiker kriegen einen viel besseren Impfstoff als die normal Bürger.

Nachdem die Pharma- Industrie einen Milliardenumsatz mit dem Impfstoff gemacht hat, verschwindet die Schweinegrippe aus den Medien über "Nacht".

Nur 12% der Deutschen wollen sich impfen lassen.

Die Werbetrommel wird wieder gerührt. Die alte Blogger- Methode. Pharma Industrie engagiert Web- Autoren um auf Web- Seiten mit hohen "Clicks" ihr unwesen zu treiben.
2xes (20.10.2009, 11:28 Uhr)
@Datenaktuell
Völliger @%$§(&" was du da schreibst. In Deutschland hat eine Frau selber ohne Hilfsmittel H1N1 auskuriert. Viele Schweinegrippen Infizierte berichten von normalen Grippesymphtomen die mit normalen Medikamenten bekämpft wurden. Die einzigste Tote in Deutschland bis jetzt ,war eine zuckerkranke Frau die 190 Kilo wog und starke Raucherin gewesen ist.
Kann es sein das Sie für die Pharmaindustrie arbeiten?
Starten Sie jetzt wieder eine Werbekampange für die Schweinegrippe, weil nur jeder 5 Deutsche sich Impfen will und die Bundesregierung geld zum Fenster rausgeschmissen hat?
Datenaktuell (20.10.2009, 11:22 Uhr)
4.703 H1N1 Tote - Stand 14.Oktober
Das RKI hat im aktuelle Wochenbericht vom 19.10. jene Zahl veröffentlicht.

Es gibt die Verfolgung von Neuinfektionen und Todesfälle - beliebig genau aufgeschlüsselt. In den USA (Quelle CDC) steigen die Zahlen der Neuerkrankungen bereits seit Wochen rasant an.
johnniedeamonic (20.10.2009, 11:07 Uhr)
...
das schlimme ist das sich trotz der offensichtlichen Lüge,
immernoch soviele Menschen von der Schwienegrippe beeinflussen lassen...



btw:

ich nehme gerne aucheinmal den "Politiker Impfstoff", aber nur wenn ich danna uch wirklich vor den Politikern sicher bin...
x-cube (20.10.2009, 11:07 Uhr)
@ Datenaktuell
Woher haben Sie die Zahl der 4.500 Todesfälle?
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