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9. Februar 2010, 16:55 Uhr

Führt Stefan Raab Deutschland zum Erfolg?

Pro & Contra: "Unser Star für Oslo"

Nach den Pleiten der letzten Jahre soll Stefan Raab Deutschland beim Eurovision Song Contest wieder zum Erfolg führen. Wird ihm das gelingen? Unbedingt, sagt Ingo Scheel und bestückt schon mal seinen Käseigel. Jens Maier ist skeptisch und weist darauf hin, dass andere Länder den Wettbewerb viel ernster nehmen.

Bestückt schon mal die Käseigel!

Deutschland einig Eurovision-Land? Oder sollte man dem angejahrten Sangeswettstreit hierzulande nicht doch einfach den Stecker aus der Box ziehen? Die ARD hat sich diese Frage auch gestellt. Nach den Desastern der letzten Jahre, als Gesangsdarsteller wie Gracia und Alex C. oder vermeintlich arrivierte Acts wie Texas Lightning und Roger Cicero das Hütchen aufhielten und vergeblich um Punkte bettelten, haben an den Nerven der ARD-Programmdirektoren gezehrt. So sehr, dass man sich mit Stefan Raab Verstärkung von den Privaten geholt hat. Während die einen das als "Hilflosigkeit" abtun, feiern die anderen diese "progressive Entscheidung" - und bestücken im Geiste schon den Käseigel für den Eurovisionsabend am letzten Mai-Wochenende. Und womit? Mit Recht.

Bereits vor zwölf Jahren schickte Raab einen Realschullehrer mit schütterem Haar und Vorliebe für Nussecken ins Rennen um Länderpunkte. Das Resultat: Den guten Guildo Horn hatte nicht nur Deutschland lieb, auch in Europa kam sein Song an und landete mal eben auf dem fünften Platz in Birmingham. Raab nannte sich damals Alf Igel, und der ironische Gruß an den Grandseigneur des Grand Prix, Ralph Siegel, zeigte schon 1998 die Richtung an: Der Raabinator steht auf Wettkampf. Der hat die vielen Zähne, um dem Gegner ins Gesicht zu lächeln. Wer den ehemaligen Metzger bei seiner Erfolgssendung "Schlag den Raab" sieht, weiß längst: Der will nicht nur spielen, der will gewinnen. Ob beim Turmspringen oder Frauenboxen, beim Eisfußball, Stockcar-Rennen oder eben beim traditionsreichsten Wettsingen der Neuzeit, dessen einzige Siegeslorbeeren für Deutschland immer noch in der Siegel'schen Vitrine vor sich hinwelken.

Gleich die erste Folge brachte eine Favoritin

Und so castet Raab zunächst auf ProSieben, demnächst zieht die Karawane weiter in Richtung ARD. Gleich nach der ersten Ausgabe von "Unser Star für Oslo" rauschte schon der Name einer 18-Jährigen durch den Blätterwald, die es möglicherweise besser machen könnte als all die Gracias, Corinnas und Lous zuvor. Lena heißt die Abiturientin aus Hannover und ist jetzt schon ein heißeres Eisen im Feuer des Eurovision Song Contests, als es Alex C. selbst mit einer splitternackten Dita von Teese je gewesen wäre. Dabei geht es Raab, so jedenfalls seine offizielle Version, angeblich gar nicht um den Sieg, sondern nur darum, wieder Begeisterung für den Grand Prix zu entfachen und dem nach einer Nicole-Nachfolge dürstenden Volk endlich einmal wieder einen deutschen Namen auf den Tippzettel zu buchstabieren.

Ob das am Ende nun lediglich ein bisschen Frieden für Schlagerfans bedeutet oder die legitime Siegel-Nachfolge für Stefan Raab - das werden die kommenden Wochen zeigen. Wer es jedoch schafft, ein Millionenpublikum vor die Röhre zu locken, wenn C-Promis in japanischem Kochgeschirr rodeln oder Mitglieder der Kelly Family vom Sprungturm ins Schwimmbecken plumpsen, dem ist durchaus zuzutrauen, auch diesen Elchtest von nationaler Bedeutung zu bestehen.

KOMMENTARE (9 von 9)
 
dmgroupie101 (10.02.2010, 09:09 Uhr)
Heilsam
Die gestrige Veranstaltung war heilsam für meine Ohren und für meine Augen, denn die Kandidaten waren echte Menschen und keine Kinder aus der RTL Zielgruppe, die reich und berühmt werden wollen und meine, sie könnten das mit einem semi-Talent auch werden. Einzig, wo Raab diese interessanten Menschen herbekommt, bleibt mir schleierhaft. Ich konnte da gestern beim besten Willen nicht sagen, wen ich am besten fand aufgrund der hohe Qualität.
Und nebenbei lerne ich auch noch neue Lieder kennen dank Lena von letzter Woche oder Maria-Lisa von dieser Woche.

Ich freue mich schon auf die nächste Woche! Und ob wir damit den Grand Prix gewinnen, ist doch egel, wenn nicht, haben wir es versucht, und wissen, dass es an der Qualität des Beitrages nicht liegen kann, wenn wir schlecht abschneiden. DAS ist eine Erkenntnis, die uns die letzten Jahre dank der parodien, die da die Bühne stürmten, nicht vergönnt war...
Logan5 (09.02.2010, 20:10 Uhr)
Was Sie beide nicht bedenken
Ob man beim Grand Prix gut abschneidet, hängt mehr davon ab, wie auffällig die vorgetragene Nummer ist, als von hoher Sangesqualität. Guildo Horn war schön bizarr, hatte deshalb Erfolg.
Einfach brav ein Leid trällern, das noch im schwarzen, unauffälligen Mantel, das funktioniert eben nicht. Am besten, der Auftritt wird so seltsam, dass falsche Töne überhaupt nicht weiter auffallen.
uwecux (09.02.2010, 19:01 Uhr)
Führer Raab!
Mein Führer wir folgen dir.

Habe schon lange nicht mehr solch eine selten dämliche Überschrift gelesen.
Der STERN entwickelt hier langsam im völkischen Bereich sehr nette Anregungenen.
Wer den Grand Prix ernst nimmt, hat seit Nicoles Tagen immer noch nichts gelernt.
Der deutsche Schlager jodelt immer noch die Melodien der 50er und uns Udo, Peter und Marius hätten spätestens Ende der 90er den Musiklöffel abgeben müssen.
Der Rest ist Schweigen.
Gönnt doch den anderen europäischen Ländern diesen Grand Prix, es geht auch mal ohne Deutschland!
Cheerio Sophie me gal!
ganzbaf (09.02.2010, 18:15 Uhr)
Viel geiler...
als der Käse-Igel,
der METTigel:

http://www.myvideo.de/watch/5611945/Mettigel
iosono (09.02.2010, 18:07 Uhr)
vize-exportweltmeister
leider.aber trotzdem noch gut.vize-fussball europameister-auch gut.
lasst osteuropa doch den sänger grand prix.
wahrscheinlich werden vettel und schumacher dieses jahr so viele grand prix................)
djchrisi (09.02.2010, 17:42 Uhr)
Na ja abwarten
Also ich würde lieber jemanden wie Peter Fox auf der Bühne in Oslo sehen als Dita von Theeeeeesa. (Das beweist übrigens auch das der Sieg nicht mit Geld zu machen ist - wie das Beispiel Ani Lorak). Auch große Nahmen sinf keine Garantie, man schaue sich an wie Malena Ernman abgeschnitten hat, eine der besten Sängerinnen der Welt. Bitte einen guten Deutschen wie Peter Fox. No more Miss Kiss Kiss Bang
Tyndal (09.02.2010, 17:36 Uhr)
Grandprix de la was?
Den ersten Grandprix habe ich damals noch in Schwarz/Weiß gesehen. Da ging es noch um die Musik, der beste Künstler hat am Ende verdient gewonnen. Seit... hm... vielleicht 10 Jahren ist der Grandprix eigentlich nur noch eine abscheuliche Freakshow. Mit "Wadde hadde dude da" hat Stefan Raab das Niveau sehr schön bloßgestellt. Wäre diese Veranstaltung anspruchsvoll, würden sich deutsche Künstler darum streiten. Egal ob jetzt Ich+Ich, Xavier Naidoo, Silbermond. Schaut man sich den Hype um Tokio Hotel an könnte man sich schon fragen, warum die nicht die Fahne für Deutschland hochhalten sollen? Europaweit in den Charts und als Fans genau die Zielgruppe, die liebend gerne kostenpflichtige Hotlines für Abstimmungen bemüht. Aber kein erfolgreicher Künstler mit Hirn wird sich freiwillig für so einen Event verheizen lassen. Muss man Hellseher sein um vorherzusehen, dass Deutschland auch dieses Jahr 10 oder mehr Punkte an die Türkei vergeben wird und im Gegenzug 0 Punkte aus der Türkei erhält?
Louyi (09.02.2010, 16:52 Uhr)
Wenn sich da nur nicht manche zu früh freuen
Auch wenn Raab vermeintlich -aber nur vermeintlich - hochwertiger, inkl. seiner Jury daherkommt um einen Sperstar .inkl Superhit zu finden. Mit dem bisherigen gezeigten wird das genauso wenig. Die Zeit ist viel zu kurz, die Interpreten unbekannt - da flasht überhaupt nichts- besser singen tun die auch nicht (nur ein paar jahre älter) als die übrig gebliebenen 15 Kandidaten von DSDS.
Also.. wo ist der international taugliche Mehrwert eines Erfolges eines solchen Raab Auswahlsystems? Das ist doch eher von seiner sonst erfolgreichen Fernseh - Entertainment Perspektive andere für blöd verkauft. Das funktioniert in diesem Stil genauso wenig. HHöchstens... einer seiner übrig gebliebenen Kandidaten inkl. er kann dann mal sagen - naja... wetten, international besser wie das letzte Mal abgeschnitten -kein Wunder.
Da reicht das inzwischen intellektuell angehauchte Getue von M.Müller Westerhagen und Co. sein Verständnis von Qualität auch nicht aus. Es bleibt nach wie vor ein Lotteriespiel in der Kunst. Denn dieses Genre hat nun mal und das ist bekannt keine Logik -höchstens des Absurden. Der Erfolg, den die wenigsten erklären können -geschweige denn im Vorhinein festlegen ist so gut wie unmöglich. Zumal die Auswahllieder ab einem best. Datum erst veröffentlicht werden dürfen.
Also... Ob gecastet -oder durch den Augenblick der Präsentation - wie sagte Bohlen und Co - das Gesamtpaket muss stimmen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nicht mal Westerhagen und Raab selbst würden da heute einen Erfolg haben. Denn am meisten gehört nebst dem Talent immer auch das "aufmerksame Glück" dazu.
CAMUE100 (09.02.2010, 15:58 Uhr)
Führt Stefan Raab Deutschland zum Erfolg?
Seufz, was soll das. Ein Abklatsch von DSDS?? Die Jury die sich scheinbar geübt in sozialer Kompetenz Möchtegern Interptreten anhören muss. Althits werden da präsentiert. Doch was wir brauchen ist ein richtig guter Hit, der ins Ohr geht, grooft auf alle Fälle auf internationaler Bühne besteht. Das muss ein Titel sein den man am Ende der Sendung wiederhören will. Auch wenn Raab schon Titel geschrieben hat die die vorderen Plätze erreicht haben will man heute diese Titel sicherlich nicht mehr hören. Da wär ein Bohlen mit einer goldenen Spürnase für Ohrwürmer viel besser geeignet. Ich bin also mehr als skeptisch.
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