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20. Januar 2009, 14:34 Uhr

Veteranen lästern übers Dschungelcamp

Der eine war der erste Gewinner in der Geschichte von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!", der andere die größte Heulsuse. Costa Cordalis und Daniel Küblböck, Teilnehmer der ersten Staffel, gucken auch heute noch das Dschungelcamp - und nehmen im Gespräch mit stern.de ihre Nachfolger kritisch unter die Lupe. Von Katharina Miklis

Ich bin ein Star, Dschungelcamp, Costa Cordalis, Daniel Küblböck, Lorielle London

Früher war alles besser. Dschungelkönig der ersten Stunde: Schlagersänger Costa Cordalis© RTL/Stefan Menne

Das waren noch Zeiten. Als Daniel Küblböck kreischend im Kakerlaken-Sarg lag, Caroline Beil völlig naiv über die Schönheits-OPs ihrer Camp-Mitbewohner lästerte ("Die senden so was doch nicht - niemals") und Costa Cordalis unbedarft die Natur im Outback erkundete. Fünf Jahre später läuft nun die vierte Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". Die Zuschauerquoten sind überragend. Am Sonntagabend wurde die zweithöchste Zuschauerzahl in der werberelevanten Zielgruppe seit dem Staffelstart gemessen. Doch von dem Reiz von einst ist nichts mehr übrig. Das meint zumindest Schlagersänger Costa Cordalis, 64. "Langweilig" findet er die vierte Ausgabe der Show, die nur noch ein fader Abklatsch der ersten Sendung sei.

Das größte Problem des Dschungel-Formats seien allerdings nicht die ekligen Prüfungen, die sich immer wiederholen, sondern die Kandidaten selbst. Die Berechnung und der Selbstdarstellungsdrang der Prominenten habe nichts mehr mit den Beweggründen der Camper der ersten Staffel zu tun. "Die wissen ja heute genau, was auf sie zukommt. Die haben alle Sendungen 100 Mal gesehen, wissen, wie sie sich wo präsentieren müssen", kritisiert der Dschungelkönig der ersten Stunde. Die Motivation der neuen Promi-Riege sei nur noch Kalkül. "Wir wussten damals ja gar nicht, was draußen abgeht", so Cordalis. Nichts über Einschaltquoten, Außenwirkung und Sympathien. Während die Teilnehmer heute genau wissen, was die Zuschauer sehen wollen, war den Insassen des ersten Camps kaum bewusst, ob das Format überhaupt gesehen wird und aus welchen Gründen sie von den Zuschauern zu den ekelhaften Prüfungen gewählt werden. "Wir hatten keinen Kontakt zur Außenwelt. Die Ranger sind nachts ins Camp gekommen, um die Batterien unserer Mikros zu wechseln. Das haben wir gar nicht gemerkt," sagt Cordalis.

"Konkurrenzkampf ist schlimmer als Maden und Hunger!"

Das Kalkül, sich von der besten Seite zeigen zu müssen, sei die größte Belastung, so Cordalis. "Was die Leute da unten fertig macht, ist der Gedanke: Wie präsentiere ich mich, damit ich erster werde? Der Konkurrenzkampf ist schlimmer als Maden und Hunger!"

Über 2000 Kameras sind in dem Areal verteilt, weiß Cordalis. "Die können alles sehen. Du bist völlig nackt." Das wissen die Prominenten inzwischen. Der Druck ist entsprechend groß. Giulia Siegel hat sich extra für das Dschungelcamp noch unters Messer gelegt, um sich die Augenlider straffen zu lassen. Das Camp als Bewerbungsvideo: Nicht nur der Siegel wird der Dschungelaufenthalt den einen oder anderen Auftritt beim "Promi-Dinner" oder auf der RTL-Couch von Olli Geißen sichern. Bestens vorbereitet und schönheitsmäßig "optimiert" gingen viele "Stars" in den Busch. Abgesehen von der 77-jährigen Ingrid van Bergen haben alle Damen - und mit Lorielle London sogar ein Mann - mindestens eine Busen-OP hinter sich. Wer befürchtet, charakterlich nicht punkten zu können, will dabei wenigstens gut aussehen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum die Dschungelpromis von heute für Daniel Küblböck nur "Trittbrettfahrer" sind und wer zum Dschungelkönig gewählt wird...

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