1. Oktober 2012, 20:46 Uhr

"Und wer tot ist, wird ein Stern!"

Wenige Tage vor einer Premiere in Berlin stirbt der Komiker Dirk Bach. Kollegen und Fans sind in tiefer Trauer. Der Schauspieler, bekannt für bissigen Humor, wurde 51 Jahre alt.

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Dirk Bach vor dem Schlosspark Theater in Berlin. Hier sollte er ab dieser Woche in "Der kleine König Dezember" spielen.©

Wer am Montagabend auf die Internetseite des Berliner Schlosspark-Theaters schaute, erlebte eine heile Welt. Alles war, wie es sein sollte. Für Donnerstagabend wurde eine Voraufführung "Der kleine König Dezember" angekündigt. Beginn 20 Uhr. Dazu ein Bild mit dem Hauptdarsteller: Dirk Bach. Er schaut – das typische Doppelkinn wie immer gut sichtbar - hinter einem Bücherregal hervor, gespannt, was sich da wohl in der Ferne abspielt. Gekleidet ist er mit einem roten Königsumhang, natürlich mit einer Krone auf dem runden Schädel. Zur Rolle wird erklärt: "Er wohnt in einem kleinen Mauerriss gleich hinter dem Bücherregal. Dort bewahrt er seine Träume in vielen kleinen bunten Schachteln auf." Am Samstag sollte Premiere sein. Dirk Bach war Garant für regen Zulauf.

Wer am Montagabend auf die Facebook-Seite des Berliner Schlosspark-Theaters schaute, erlebte die reale Welt, die Welt, die manchmal sehr böse und hart sein kann. Dort musste das Schauspielhaus verkünden, dass Dirk Bach niemals mehr hinter irgendeinem Bücherregal hervorschauen wird, nicht auf der Bühne, nicht bei Freunden oder sonst wo.

"Dem Schlosspark Theater obliegt die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass Dirk Bach für uns völlig unerwartet heute verstorben ist", erklärt da unter anderem Intendant Dieter Hallervordern. "Wir haben Dirk Bach als lebenslustigen und sehr liebeswerten Kollegen kennen gelernt, um so mehr schmerzt der Verlust." Der Eintrag schließt mit einem Satz, den der Komiker in der geplanten Premiere am Samstag als kleiner König Dezember hätte sagen sollen: "Und wer tot ist, wird ein Stern!" Dirk Bach ist tot. Und für Tausende seiner Fans wird er als ein Stern in Erinnerung bleiben, der niemals verglühen wird. Oder wenn man so will: Der König ist tot, es lebe der König!

Große Momente im "Dschungelcamp"

51 Jahre alt wurde Dirk Bach alt. Viel zu jung, um zu sterben. Markus Küttner, Chef für Comedy-Formate bei RTL, sagte stellvertretend für einen Chor Zehntausender Trauerender: "Wir sind zutiefst schockiert, bestürzt und fassungslos. Wir trauern und sind in Gedanken bei denen, die er hinterlässt." Bach und Küttner sind ein kleines Dreamteam gewesen. Der in Köln geborene Komiker präsentierte bei RTL sechs Staffeln lang mit Sonja Zietlow die Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!", besser bekannt als "Dschungelcamp".

Sein Markenzeichen war ein sehr bissiger Humor, den er vor allem im "Dschungelcamp" voll auslebte. Manch einer schaltete die Sendung nur ein, um den korpulenten Schauspieler dabei zuzuhören, wie er sich gemeinsam mit Zietlow über die Semi-Promis und Ex-Stars lustig machte. Der Spott und Hohn, mit denen Bach und Zietlow die Gäste des Camps überzogen, ist legendär.

Bach nahm sich auch gern selbst auf die Schippe, zum Beispiel wegen seines üppigen Körperumfangs. Witze über ihn, zum Beispiel seinen dicken Bauch oder seine Homosexualität - er war bekennender Schwuler -, prallten an ihm ab. " Ist das Dschungelcamp Volksverdummung? Nein, sondern eine sehr ironische, satirische Sendung. „Da begeben sich professionelle Unterhaltungskünstler für maximal zwei Wochen in den Dschungel, ich weiß wirklich nicht, was daran volksverdummend sein könnte." Solche Sprüche wird man nicht mehr von ihm hören. Auf Wiedersehen, kleiner König Dezember!

tso
 
 
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