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20. Januar 2012, 08:00 Uhr

Blue Ivy, Moonblood und Apple in der Krabbelecke

Beyoncés Nachwuchs hört auf den fabelhaften Namen Blue Ivy und reiht sich damit in die skurrile Liste von Babynamen ein, die Hollywoods Prominenz seit Jahren an die nächste Generation weiterreicht. Von Frank Siering, Los Angeles

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Mariah Carey und ihr Ehemann Nick Cannon nannten ihren Sohn wie die Ausstattung eines Raumes in ihrem Haus: Maroccan© Joshua Roberts/Reuters

Blau ist angeblich die Lieblingsfarbe von Medienmogul Jay-Z. Grund genug, zumindest via Geburtsurkunde, sein Baby für immer in diese Farbe zu tauchen. Der Rapper und Ehefrau Beyoncé nannten ihr erstes gemeinsames Baby Blue Ivy. Und reihen sich damit nahtlos ein in die Liste von teilweise recht dubiosen Babynamen in Hollywood.

Alicia Silverstone nannte ihren Sohn Bear Blu, und TV-Star Mariska Hargitay fand Gefallen an dem Namen Amaya. Fast schon normal mutet da im Vergleich der Mädchenname Haven Garner an. So nannten Jennifer Garner und Ben Affleck ihre Tochter.

Hollywood und Kindernamen, seit Jahren ein ganz besonderes Kapitel. Michael Jackson taufte seine Kinder Prince, Blanket und Paris. Mariah Carey nannte ihren Sohn Marroccan. Darauf angesprochen, sagte die Sängerin, sie habe ihn nach dem Zimmer benannt, in dem ihr heutiger Ehemann Nick Cannon auf die Knie gegangen ist und ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte.

Moonblood, räum dein Zimmer auf!

Gwyneth Paltrows Apple und Moses sind genauso wenig in einem konventionellen Buch mit Babynamen zu finden, wie Mike Tysons Sohn Marocco oder Bryan Adams Tochter Bunny. Das Mädchen wurde am 22. April geboren, an einem Karfreitag! Nic Cage nannte seinen Sohn Kal-El, Courtney Cox ihre Tochter Coco, Sylvester Stallone und seine erste Frau rufen ihren Sohn noch heute Sage Moonblood. Richtig gelesen. Wäre der Junge in Mühlheim geboren, dann hieße er heute Mondblut.

Ob Exodus, Liberty, June oder Willow - der Fantasie in der Welt der Namensgebung in Lala-Land scheint längst keine Grenzen mehr gesetzt zu sein. Psychologin und Lebensberaterin Suzanne Lopez glaubt zu wissen, warum das so ist. "Viele Stars", so sagt sie, "leben in einer echten Luftblase, völlig abgeschnitten von der wirklichen Welt. Es fällt ihnen deshalb leicht, sich jeglicher Konvention zu entziehen".

Auffallen um jeden Preis

January Jones nannte ihren Sohn Dane, in Anlehnung an Great Dane, zu deutsch Dogge. Bob Geldorfs Tochter heisst Fiffi Trixibelle, angeblich deshalb, weil Geldorf während einer Reise durch die USA so fasziniert war von dem Ausdruck Southern Bell. So werden Frauen im Süden der USA ob ihres Charmes gerufen. Fast schon überholt und altbacken hören sich da Namen wie Emma (Roberts), Dakota (Fanning) oder auch Justin (Bieber) an.

"In Hollywood", so Lopez, "musst du auffallen, um dich von der breiten Masse absetzen zu können", fährt die Psychologin fort. Die Erwachsenen - P.Diddy oder auch Symbol (heute wieder Prince) ­- machen es den jungen Eltern vor.

Und die gehen gleich einen Schritt weiter, indem sie der neuen heranwachsenden Generation mit einem coolen Namen, so Diddy über Beyoncés Baby, einen Startvorteil in der Welt des Entertainments verschaffen wollen.

Denn eines scheint schon heute sicher: Jay-Z und Beyoncé können die Tatsache nicht verheimlichen, dass Blue Ivy in Mamas und Papas Fußstapfen treten soll. Warum sonst vermarktete Jay-Z sein Neugeborenes nur einen Tag nach der Geburt als Stimme auf seiner neuen CD? ­Und Blue Ivy Carter hört sich einfach besser an als Gwyneth oder Julia Carter. Ausserdem gibt es in Hollywood ja schon zwei Leading Ladies, die mit diesen altmodischen Namen eine ganz ordentliche Karriere hingelegt haben.

Von Frank Siering, Los Angeles
 
 
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