Termin für Wiedereröffnung zyprischer Banken unklar

27. März 2013, 17:18 Uhr

Aus Angst vor Panik bei den Anlegern haben die Behörden in Zypern Vorbereitungen für die angekündigte Wiedereröffnung der Banken getroffen.

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Aus Angst vor Panik bei den Anlegern haben die Behörden in Zypern Vorbereitungen für die angekündigte Wiedereröffnung der Banken getroffen. Abhebungen wurden vorerst auf einhundert Euro begrenzt, weitere Maßnahmen zum Schutz vor einer massiven Kapitalflucht sollten noch bekanntgegeben werden. Zentralbankchef Panikos Demetriades entließ den Chef der marktführenden Bank of Cyprus, Giannis Kypri.

Ob die Ankündigung zur Wiedereröffnung der Banken eingehalten werden konnte, ist ungewiss. Es sei "sehr unwahrscheinlich", dass die Filialen der beiden bislang größten Banken Bank of Cyprus und Laiki, am Donnerstag wieder öffneten, sagte ein EU-Vertreter in Nikosia. Die Sprecherin der zyprischen Zentralbank, Aliki Stylianou, zeigte sich optimistisch: "Die Hinweise gehen in die Richtung einer Wiedereröffnung." Die zyprischen Banken sind seit dem 16. März geschlossen. Bei einer Wiedereröffnung dürfen die Kunden der Bank of Cyprus und der Laiki-Bank vorerst maximal hundert Euro abheben.

Wie die Zeitungen "Phileleftheros" und "Katherimini" berichten, sollen Reisende nicht mehr als 3000 Euro Bargeld ins Ausland mitnehmen dürfen. Bezahlungen und Überweisungen im Ausland sollen auf 5000 Euro pro Monat begrenzt werden. Zudem sollen Schecks nicht gegen Bargeld eingetauscht werden können. Die Regelung soll demnach für sieben Tage gelten.

Die Laiki-Bank soll nach den jüngsten Beschlüssen aufgelöst werden; die noch zu rettenden Guthaben sollen an die Bank of Cyprus übergehen. Deren Exekutivdirektor Kypri wurde laut der zyprischen Nachrichtenagentur CNA auf Druck der internationalen Geldgeber entlassen. Es sei Teil der Vereinbarungen mit der Troika aus Europäischer Union (EU), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), dass Kypri seinen Platz räumen müsse.

Die Führungsebene der Bank of Cyprus, des mit Abstand größten Kreditinstituts der Mittelmeerinsel, ist nachhaltig erschüttert: Am Dienstag erklärte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Andreas Artemis, seinen Rücktritt. Dieser wurde vom Aufsichtsrat der Bank vorerst nicht angenommen.

Die Umstrukturierung des zyprischen Bankensektors ist eine der Auflagen für ein Milliardenhilfspaket für das Land. Die Euro-Finanzminister hatten in der Nacht zum Montag zugesagt, Zypern mit maximal zehn Milliarden Euro zu helfen. Die Zyprer selbst sollen rund sieben Milliarden Euro aufbringen. Um das Geld für die Rettung des Bankensektors zusammenzubringen, ist vorgesehen, bei Bankguthaben über 100.000 Euro einen Anteil von bis zu 40 Prozent in Aktienkapital umzuwandeln, wie Demetriades erläuterte.

Der Euro notierte auf einem Vier-Monats-Tiefstand unter 1,28 Dollar pro Euro. Die Ratingagentur Fitch erklärte, bei der Kreditwürdigkeit Zyperns sei eine Herabstufung zu befürchten.

In der Debatte um strukturelle Missstände im Bankenwesen verwahrte sich Luxemburg dagegen, mit Zypern verglichen zu werden. Luxemburg sei "besorgt" über Warnungen vor "angeblichen Risiken" in Euro-Ländern durch eine überdimensionierte Finanzbranche, erklärte die Regierung. Der luxemburgische Finanzsektor trage "zur allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit aller Mitgliedsstaaten bei." Zudem hob die Regierung die "effiziente Kontrolle" der Branche hervor.

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte mit Blick auf Luxemburg und Malta dazu aufgerufen, mögliche Risiken durch die Finanzbranche zu regeln, "bevor es zu Schwierigkeiten kommt".

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, sagte, aus der "zyprischen Lösung" seien "keine Rückschlüsse auf andere Staaten zu ziehen". Frankreichs Präsident François Hollande unterstrich, die Einlagensicherung sei ein "unbedingtes Prinzip". Was in Zypern geschehe, sei "besonders und einmalig".

AFP