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Eröffnung der US-Botschaft Kerry trifft in Havanna auch kubanische Dissidenten


US-Außenminister John Kerry reist am Freitag zu einem historischen Besuch nach Kuba. Höhepunkt der eintägigen Visite ist die feierliche Wiedereröffnung der US-Botschaft in Havanna.

Bei seinem Besuch in Havanna wird US-Außenminister John Kerry sich auch mit kubanischen Dissidenten treffen. "Sie werden in unsere Vertretung eingeladen", sagte Kerry dem spanischsprachigen US-Sender Telemundo vor seiner Kuba-Reise am Freitag. Außerdem plane er "einen offenen, freien Gang in der Altstadt von Havanna". Kerry will am Freitag die US-Botschaft in Havanna offiziell wiedereröffnen. Es ist der erste Kuba-Besuch eines US-Außenministers seit 1945.

Aus dem US-Außenministerium verlautete, nach dem Festakt zur Botschaftseröffnung sei in der Vertretung eine Veranstaltung "mit einem breiten Spektrum von Gruppen" geplant. Dazu seien nicht nur kubanische Regierungsvertreter und Unternehmer eingeladen, sondern auch Exilkubaner, Kulturschaffende sowie Medien- und Menschenrechtsaktivisten.

"Und der Minister freut sich darauf, bei der Veranstaltung viele Vertreter der kubanischen Zivilgesellschaft zu sehen, darunter Dissidenten", hieß es weiter. Medienvertreter sind bei der Veranstaltung demnach allerdings nicht zugelassen.

Am Sonntag hatten in Havanna die oppositionellen Damen in Weiß gegen die Annäherung der USA an Kuba demonstriert, da die kommunistische Führung in Havanna sich dadurch in ihrem Vorgehen gegen Dissidenten bestätigt sehe. Die Anführerin der Damen in Weiß, Berta Soler, kritisierte außerdem, dass Kerry bei seinem Kuba-Besuch keine Gespräche mit Vertretern der kubanischen Zivilgesellschaft plane. Etwa 90 Protestteilnehmer wurden vorübergehend festgenommen. Das US-Außenministerium äußerte sich am Montag "zutiefst besorgt" darüber.

Kuba und die USA hatten nach mehr als 50 Jahren Eiszeit im Juli ihre diplomatischen Beziehungen neu gestartet. Die Interessenvertretungen der beiden langjährigen Erzfeinde im jeweils anderen Land erhielten wieder offiziell den Status von Botschaften. Die Wiederaufnahme der Beziehungen war der bisherige Höhepunkt der Annäherung, die US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro im Dezember eingeleitet hatten.

mka AFP

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