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US-Wahlkampf Wahllokale geschlossen? Arnold Schwarzenegger bietet an, für die Wiedereröffnung zu zahlen

Arnold Schwarzenegger, Schauspieler aus Österreich und ehemaliger Gouverneuer von Kalifornien
Arnold Schwarzenegger, Schauspieler aus Österreich und ehemaliger Gouverneuer von Kalifornien, hier bei einer Veranstaltung zum Thema Obdachlosigkeit in dem US-Bundesstaat.
© Paul Bersebach / DPA
Arnold Schwarzenegger ist nach eigener Aussage "ein Fanatiker, was das Wählen betrifft". Und damit möglichst viele Menschen die Chance haben, ihre Stimme abzugeben, ist der Hollywoodstar auch bereit, das eigene Portemonnaie zu öffnen.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat im Jahr 2013 einen entscheidenden Teil des Wahlrechtsgesetzes von 1965 eliminiert. Dieser schrieb vor, dass Staaten mit einer Vorgeschichte von rassistischer Wählerunterdrückung bei jeglichen Änderungen ihrer Wahlregeln nachweisen mussten, dass diese nicht diskriminierend waren. Seitdem sind in den Südstaaten der USA fast 1200 Wahllokale geschlossen worden, wie die Nachrichtenagentur Reuters vor ziemlich genau einem Jahr berichtete - und damit jetzt Arnold Schwarzenegger auf den Plan rief.

Schwarzenegger bietet finanzielle Hilfe an

Der Hollywoodstar hatte den Reuters-Artikel damals offenbar gelesen und bis heute im Kopf behalten oder ihn jetzt neu entdeckt. Denn am Mittwoch verbreitete er ihn über seinen Twitter-Kanal und verband den Tweet mit einem großzügigen Angebot.

"Ich habe viel darüber nachgedacht. Ich bin ein Fanatiker, was das Wählen betrifft", schrieb der frühere Gouverneur des Bundesstaates Kalifornien. "Die meisten Menschen nennen das Schließen von Wahllokalen Wählerunterdrückung. Einige sagen, es sei "budgetbedingt". Was wäre, wenn ich es einfach machen & das Haushaltsproblem lösen würde? Wie viel würde es kosten, Wahllokale wieder zu öffnen?"

Offenbar befürchtete Schwarzenegger, seine nachdenkliche Botschaft könnte womöglich nicht ernst genommen werden, denn der 73-Jährige schickte noch einen zweiten Tweet hinterher, in dem er klarstellte: "Dies ist eine ernsthafte Frage. Geht es bei der Schließung von Wahllokalen darum, Minderheiten das Wählen zu erschweren, oder liegt es am Budget? Wenn Sie sagen, es liegt an Ihrem Budget, lassen Sie uns darüber reden."

Ob tatsächlich jemand den gebürtigen Österreicher um Hilfe bitten wird oder es bereits getan hat, ist unklar. Leisten könnte sich Schwarzenegger die finanzielle Unterstützung von Wahllokalen auf jeden Fall. Sein Vermögen soll Schätzungen zufolge zwischen 300 und 400 Millionen Dollar groß sein.

NBA will Wahllokale in Basketballarenen einrichten

Aber nicht nur Schwarzenegger, auch die Basketballprofis der NBA kämpfen für die ausreichende Versorgung der Bürger mit Wahllokalen. Die Sportler hatten in der vergangenen Woche aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus ihre Playoffspiele boykottiert, nachdem dem 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin von der Polizei sieben Mal in den Rücken geschossen worden war. Die Basketballer waren erst bereit, die Saison fortzusetzen, als sie von den Teambesitzern unter anderem das Versprechen erhielten, dass - wo möglich – die Heimspielstätten als Wahllokale bei der Präsidentschaftswahl am 3. November genutzt werden.

"Ich hatte Zweifel, ja. Aber wenn du einen Plan aufstellen kannst, von dem du das Gefühl hast, er ist wichtig, um die Landschaft zu verändern und das, was gerade vor sich geht, dann ist es klarer", sagte Superstar LeBron James dem TV-Sender TNT zu der Entscheidung. "Die NBA-Arenen als Wahllokale zu haben für viele Gemeinschaften, ist unglaublich, das wollen wir fortsetzen. November ist ums Eck, wir alle wissen, wie wichtig das ist."

Quellen: Arnold Schwarzenegger auf TwitterReuters, AFP


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