USA Die zerrissenen Staaten von Amerika – eine Reise durch ein Land in Aufruhr

Hadley Tate und Lawrence F. Huggins
Hadley Tate, 19 Jahre, Rodeoreiterin aus Cody, Wyoming
„Die USA sind das beste Heimatland. Und der Grund für unsere Freiheit ist unser Militär, dafür bin ich sehr dankbar. Mein Ziel im Leben ist es, jeden so zu behandeln, wie ich behandelt werden möchte. Die Leute sollten sich an mich als gute Person erinnern.“
Lawrence F. Huggins, 85 Jahre, Bürgerrechtler aus Selma, Alabama
Er marschierte noch mit Martin Luther King und hat sein Leben lang für mehr Gerechtigkeit gekämpft. Sein Land hält er nicht für so gespalten wie in den 1960er Jahren: „Aber es gibt immer noch weißen Nationalismus.“
© braschler/fischer
Was bewegt die Amerikaner im Jahr der Wahl? Und: Gibt es das überhaupt noch – die Vereinigten Staaten? Unser Korrespondent reiste durch ein Land in Aufruhr, die Fotografen Mathias Braschler und Monika Fischer porträtierten Amerikaner jenseits der Klischees. Lesen Sie die Titelgeschichte des aktuellen stern.
Von Jan Christoph Wiechmann

Am Anfang kam das Virus und wütete sich durch ihre Lunge und ihre Familie und ihr ­Gefängnis und nahm zehn Menschen in der Justizvollzugsanstalt Jackson das Leben und beinahe auch ihr – der Wärterin Alesha Gibson, 52.

Dann kam im Mai die Rezession und erfasste das Land und ihre Kleinstadt und nahm Verwandten und Freunden die Jobs, nur ihr nicht als langjähriger Gesetzes­hüterin, die in Krisenzeiten wie diesen gebraucht wird.

Und dann kam der Mord an George Floyd und löste im Juni Proteste in ganz Amerika aus, auch in Jackson – und Erinnerungen an so viele Momente des Rassismus und der Angst in ihrem Leben als Afro­amerikanerin, als Mutter von sechs Kindern und Großmutter von sieben Enkeln.

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