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Die Morgenlage Trump bricht Corona-Briefing nach Frage von Reporterin ab

Sehen Sie im Video den Austausch zwischen US-Präsident Donald Trump und CBS-Reporterin Weijia Jiang.
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Donald Trump verliert nach Reporterfrage die Beherrschung +++ Krankenkassen fordern Staatshilfe +++ Musk kündigt Wiedereröffnung von Tesla-Werk in Kalifornien an +++ Die Nachrichtenlage am Dienstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

die Corona-Pandemie zehrt offenbar auch an den Nerven von Donald Trump. Im Weißen Haus absolviert der US-Präsident derzeit eine bizarre Pressekonferenz nach der anderen. So auch gestern Abend (Ortszeit). Dieses Mal brachte ihn eine Frage nach Coronatests aus der Fassung. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Trump bricht Corona-Briefing nach Streit mit Reporterin ab

Donald Trump hat eine Pressekonferenz zur Corona-Pandemie nach einem Wortgefecht mit einer chinesischstämmigen US-Journalistin abrupt beendet. Die Reporterin Weijia Jiang vom Fernsehsender CBS News hatte Trump gefragt, warum er die Kapazitäten in den USA bei den US-Virustests positiv mit anderen Ländern vergleiche, als ob es sich um einen internationalen Wettbewerb handle. Dies sei vielleicht "eine Frage, die Sie China stellen sollten", reagierte der Präsident. Jiang entgegnete daraufhin wiederum mit der Frage, warum der Präsident gerade gegenüber ihr diese Anmerkung mache - sie wollte wohl andeuten, dass dies mit ihrer chinesischen Herkunft zu tun habe. Er sage dies "zu jedem, der mir eine solche fiese Frage stellen würde", konterte wiederum der Präsident. Jiang ist in China geboren, aber in den USA aufgewachsen. 

Trump versuchte einer anderen Journalistin das Wort zu geben, während Jiang weiterredete und nachhakte. Kurz darauf brach Trump die Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses ab und ging zurück ins Innere des Gebäudes.

Musk kündigt Wiedereröffnung von Tesla-Werk in Kalifornien an

Tesla-Chef Elon Musk will sich in der Coronakrise über die Anweisungen von Behörden zum Stillstand der Produktion im Stammwerk des Unternehmens im Kalifornien hinwegsetzen. Der Elektroautohersteller werde noch am Montag in der Fabrik in Fremont die Produktion wieder aufnehmen, teilte Musk im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Er werde selber in der Fabrik präsent sein, kündigte Musk an. Sollten die Behörden mit Festnahmen reagieren wollen, werde er darum bitten, dass nur er selber festgenommen werde. Der Tesla-Chef führte ins Feld, dass Vertreter der kalifornischen Regierung die Wiederaufnahme der Tesla-Produktion genehmigt hätten. Diese Genehmigung sei dann aber von einem Mitarbeiter des Verwaltungsbezirks Alameda "illegal aufgehoben" worden.

Musk hatte sich in den vergangenen Tagen in einer Serie wütender Twitter-Botschaften über die Behörden in Alameda beschwert. Er drohte dabei auch, die Fabrik in den Bundesstaat Texas oder nach Nevada zu verlegen. 

Krankenkassen fordern Staatshilfe wegen Coronakrise

Wegen Zusatzausgaben und erwarteten Mindereinnahmen durch Coronakrise die fordern die gesetzlichen Krankenkassen staatliche Unterstützung, um nicht in Finanznöte zu geraten. Nach Angaben des Spitzenverbandes der Krankenkassen wurde darüber am Montag bei einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beraten. Die Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer sprach von einer "offenen und konstruktiven Atmosphäre". Man sei sich einig gewesen, "spätestens im Herbst mit dem Bundesfinanzminister über einen höheren Bundesanteil an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu sprechen sein", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

In einem Positionspapier, mit dem die Kassen in das Gespräch gegangen waren, ist die Rede von Steuermitteln. Ohne gesetzliche Maßnahmen steuere das Finanzierungssystem der Krankenversicherung spätestens zum Jahreswechsel auf einen existenziell bedrohlichen Liquiditätsengpass zu, heißt es darin. Es müssten zeitnah Maßnahmen ergriffen werden. Andernfalls drohten Schließungen "von Krankenkassen mit geringen Reserven" und Beitragssteigerungen für Mitglieder und Unternehmen, "die in einer Rezession unbedingt vermieden werden sollten".

Matrosen bei Piraten-Angriff in Äquatorialguinea entführt

In den Gewässern von Äquatorialguinea sind fünf Seeleute von Piraten als Geiseln genommen worden. Unter ihnen seien ein Bürger des westafrikanischen Landes sowie vier Ausländer, wie das Verteidigungsministerium von Äquatorialguinea in einer im Staatsradio verlesenen Erklärung mitteilte. Nach Angaben der russischen Botschaft in Kamerun, die auch für Äquatorialguinea zuständig ist, waren unter den Entführten drei russische Matrosen.

Laut Verteidigungsministerium wurden die Seeleute bei Angriffen auf zwei Handelsschiffe am vergangenen Samstag als Geiseln genommen. Zwei Matrosen seien bei den Angriffen durch Schüsse verletzt und in ein Krankenhaus von Malabo, der Hauptstadt von Äquatorialguinea, gebracht worden. Nach Angaben der russischen Botschaft hatten die Piraten die zwei Schiffe in den Häfen von Malabo und Luba attackiert. 

DFB legt Rahmen für Fortsetzung fest - Drittliga-Endspurt im Eiltempo

Die Termine stehen schon fest, die Erlaubnis der Politik fehlt noch: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat in der derzeitigen Coronakrise seinen neuen Rahmenterminplan veröffentlicht und will noch im Mai mit der so umstrittenen Fortsetzung der 3. Liga weitermachen. Vorbehaltlich der Freigabe durch Bund und Länder soll es am 26. Mai wieder losgehen, bevor die verbleibenden elf Spieltage in fünf Englischen Wochen bis zum 30. Juni durchgespielt werden sollen.

Auch die Frauen-Bundesliga legt ab 29. Mai wieder los, um die sechs verbleibenden Spieltage bis Ende Juni zu vollenden. Das große Saisonfinale - diesmal ohne Zuschauer - soll auch 2020 das Endspiel des DFB-Pokals werden, das für den 4. Juli in Berlin geplant ist. Auch das Frauen-Pokalfinale soll an diesem Termin stattfinden, allerdings - wie zunächst auch schon so geplant - in Köln.

Das wird heute wichtig:

EU-Gesundheitsminister beraten über Arzneimittelversorgung

Die EU-Gesundheitsminister beraten ab 10 Uhr über die Arzneimittelversorgung in der Coronakrise. Für Deutschland will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an der Videokonferenz teilnehmen. Der CDU-Politiker hatte schon zu Beginn der Pandemie vor Engpässen bei Medikamenten gewarnt. Apotheker klagen seit Jahren über Knappheit bestimmter Präparate. Debattiert wird nun über eigene Produktionsstätten in Europa, um die Versorgung hier zu sichern und die Abhängigkeit von anderen Ländern zu mindern. Das forderte zuletzt auch die deutsche Gewerkschaft IG BCE.

US-Experte Fauci wird zu Coronavirus-Epidemie im Senat befragt

In der Coronavirus-Epidemie in den USA wird sich der prominente Immunologe und Regierungsberater Anthony Fauci Fragen von US-Senatoren stellen (16 Uhr MESZ). Neben Fauci wird der Gesundheitsausschuss der Parlamentskammer den Chef der US-Gesundheitsbehörde (CDC), Robert Redfield, den Leiter der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA), Stephen Hahn und Vize-Gesundheitsminister Brett Giroir anhören. Die Anhörung findet unter dem Motto "Sichere Rückkehr zur Arbeit und zur Schule" statt.

Prozess um Gruppenvergewaltigung wird in Konzertsaal fortgesetzt

Nach drei Monaten Pause wird ab 9 Uhr der Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg fortgesetzt. Um die zum Schutz vor dem Coronavirus geltenden Mindestabstände einhalten zu können, wird nicht mehr wie bisher im Landgericht Freiburg verhandelt. Erstmals findet der Prozess nun in einem großen Konzert- und Veranstaltungssaal einer Freiburger Kirchengemeinde statt. Zuletzt war Mitte Februar verhandelt worden. Seither ruht der Prozess. Die geplante Fortsetzung Mitte März sowie weitere Termine waren wegen Corona abgesagt worden.

Der Prozess hatte Ende Juni vergangenen Jahres begonnen. Angeklagt sind elf Männer von 18 bis 30 Jahren wegen Vergewaltigung oder unterlassener Hilfeleistung. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte Oktober 2018 die 18-Jährige nachts vor einer Disco in Freiburg in einem Gebüsch vergewaltigt oder ihr nicht geholfen zu haben. Sie bestreiten dies oder schweigen zu den Vorwürfen. Mit Urteilen rechnet das Gericht frühestens Ende Juli.
 

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Ihre stern-Redaktion

ivi/fs DPA AFP

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