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27. November 2007, 15:44 Uhr

Lehrerin wegen Teddy "Mohammed" verhaftet

Eine Grundschullehrerin aus Großbritannien muss fürchten, im Sudan der Blasphemie angeklagt zu werden und zur Strafe 40 Peitschenhiebe zu bekommen. Ihr Vergehen: Sie hat einem Teddybär den Namen Mohammed gegeben. Von Cornelia Fuchs

Die Schule in Khartoum© Mohamed Nureldin Abdalla, Reuters

Gillian Gibbons liebt das Reisen, und sie liebt Tiere: Auf ihrer Myspace-Webpage hat sie Fotos mit Kamelen, Elefanten und Geparden hochgeladen. Im Juli brach die 54-jährige zu dem bisher größten Abenteuer ihres Lebens auf. Gibbons verließ ihren Job als stellvertretende Direktorin einer Grundschule in Liverpool für eine Anstellung an der Unity High School in Khartoum, der Hauptstadt des Sudans. In Liverpool sprechen Eltern und Lehrer von einer engagierten, beliebten Lehrerin. In Khartoum sitzt dieselbe Gillian Gibbons nun nach Beschwerden im Polizeigefängnis.

Anlass war ein Klassenprojekt über Tiere und ihre Lebensweise. Zur Anschauung hatte Gillian Gibbons, so erzählen Kollegen, im September ein Mädchen aus ihrer Klasse von Sechs- und Siebenjährigen aufgefordert, einen Teddybär mitzubringen. Es sollte das neue Maskottchen der Klasse werden, die Kinder nahmen ihn mit nach Hause und schrieben über seine Aktivitäten ein Tagebuch. Um dem Bären einen Namen zu geben, ließ Gibbons die Kinder abstimmen. Zur Auswahl standen am Ende Abdullah, Hassan und Mohammed. 20 von 23 Kindern stimmten für Mohammed.

Die Lehrerin aus Liverpool: Gillian Gibbons© AFP

Schule wurde geschlossen

Doch der Name des Propheten für einen Bären scheint entweder Eltern oder Lehrer der Unity High School aufgeregt zu haben. Ganz klar ist es nicht, wer die Beschwerde bei den Behörden eingereicht hat. Es gibt Berichte, dass es eine frustrierte Lehrkraft gewesen sein soll, andere sagen, dass Eltern aus konservativen Familien beim Erziehungsministerium vorstellig geworden sind. Klar scheint nur zu sein, dass der Konflikt irgendwann von den Behörden nicht mehr ignoriert werden konnte. Am Sonntag wurde Gillian Gibbons verhaftet.

Die Unity High School gibt es seit 1902 in Khartoum, es ist eine christliche Schule, die auch muslimische Schüler unterrichtet. Sie liegt in einem sehr grünen Teil der Stadt und wird von vielen Schülern der reichsten sudanesischen Familien besucht. Die Schule hat aus Angst vor gewalttätigen Ausschreitungen nun erst einmal bis Januar ihre Tore geschlossen - auch, wenn der Direktor Robert Boulus betont, dass zu keiner Zeit eine Beleidigung der muslimischen Religion beabsichtigt gewesen sei: "Ich habe Gillian darauf hingewiesen, was für einen sensiblen Punkt sie da getroffen hat. Sie war total unschuldig, fast naiv, sie sagte: Aber die Kinder haben den Namen doch ausgesucht."

Proteste in Liverpool

Doch im Sudan ist Religion ein mehr als sensibles Thema. Im langjährigen Bürgerkrieg standen sich der muslimisch dominierte Norden und der christlich-animistische Süden gegenüber. Erst im vergangenen Monat wurden zehn Menschen zum Tode verurteilt, weil sie einen Journalisten entführten und köpften - er hatte einen Artikel veröffentlicht, der die Herkunft Mohammeds in Frage stellte. Die britische Botschaft in Khartoum sagt, sie habe Gilliam Gibbons im Gefängnis besucht und ihr gehe es soweit gut. Sie habe um Essen gebeten. Noch ist nicht klar, ob sie bereits wegen Blasphemie angeklagt ist. Als Strafe dafür sind in der Scharia, die im Norden des Sudan Anwendung findet, 40 Peitschenhiebe oder sechs Monate Gefängnis vorgesehen.

In Liverpool haben sich die evangelischen und katholischen Bischöfe sowie ein Vertreter der muslimischen Gemeinschaft für die Freilassung von Gillian Gibbons stark gemacht. Gibbons Kollegin Gill Langworthy erinnert sich an die Abschiedsparty im Juli: "Diese Arbeit im Sudan war so ein großer Traum für Gillian. Dies sollte ein neuer Start für sie sein, nach der Scheidung von ihrem Mann nach 32 Jahren Ehe und mehreren Todesfällen in der Familie. Aber jetzt, wo dies so schrecklich zu enden scheint, mache ich mir Sorgen, wie sie dies alles verarbeiten soll."

Von Cornelia Fuchs
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
baumerich (30.11.2007, 09:34 Uhr)
Mohamett von Schweinefleisch als Name
Aus aktuellem Anlass einem Teddy aus der Sammlung meiner Frau den Namen "Mohamett von Schweinefleisch" gegeben.
(Soll ein Witz sein kommt aber dennoch wohl auf einen Index)
Das diese Berichte, sowie die Zulassung einer Paralellgesellschaft hier in Deutschland, sowie mangelnde Integration, von Migranten ausgehend, hier eine Grundstimmung gegen die Menschen aus islamischen Umfeld schaffen ist ebenso traurig, wie von eben diesen Personen verschuldet, sowie von unseren Politikern zugelassen.
Integration und Akzeptanz ist etwas das wir Deutschen immer bieten müssen, wenn aber sträflich ausgeschlagen auch nicht mehr hinnehmen sollten.
Thomas Bäumerich / Essen
mupfeline (29.11.2007, 19:17 Uhr)
Die Lehrerin wird wohl nur ein Bauernopfer
sein.
Viel wichtiger ist doch dass eine anders geartete konfessionelle Schule - quasi eine kleine Konkurrenz - geschlossen wurde.
DAS erscheint mir der Hauptgrund zu sein. Endlich diese verhaßte Schule schließen zu können. Und wie man sieht hat es geklappt. Es hat keinen Zweck mehr dazu zu schreiben da ansonsten die rechte Ecke winkt - was mir ehrlich gesagt auch egal wäre. ABer ich rege mich nicht mehr auf, "wir" wollten multikulturelle Verhältnisse, wir haben die Anfänge dazu erhalten und es wird noch besser werden - nur zu. In einigen Jahren wird an deutschen Schulen Kopftuch Pflicht sein und Burka Amtstracht der Lehrerinnen. Nur zu, wir wollten es nicht anders. Hoffentlich haben die grünen Politikerinnen als erste die Burka an - muss recht neckisch aussehen :))
scully78 (29.11.2007, 13:19 Uhr)
also
was heisst hier sie hätte wissen müssen was sie tut??Was ist der Unterschied ob man seinen Sohn Mohammed nennt oder ein Plüschtier????Woher soll sie denn das wissen, wenn man bedenkt das die Kinder sowas ausgesucht haben!!Die müssten ja sowas wissen oder????Bzw. kontrollieren die Eltern nicht mal solche "Hausaufgaben"????Aber man sieht wieder wie krank der Islam ist!!!
Aurum (27.11.2007, 23:20 Uhr)
Gefährliches Afrika
So nenne ich doch mein Plüschaffen lieber Bimbo...
Pastafari (27.11.2007, 18:34 Uhr)
Erstaunliche Blauäugigkeit!
In welchem Jahrhundert sich der Islam befindet, wird diese Frau nun am eigenen Leibe erfahren...
smartass (27.11.2007, 17:59 Uhr)
Mittelalter
Das die muslimische Welt noch im tiefsten Mittelalter lebt wird ja tagtäglich unter Beweis gestellt. Was für ein Glück, dass die Frau nicht auf der Stelle gesteinigt wurde.
Albert_Wittine (27.11.2007, 17:59 Uhr)
Eine solch intelligente Frau sollte wissen, was sie tut.
Ich meine das nicht abschaetzig. Solche Unbedachtsamkeiten koennen im vom Islam gepraegten Staaten boese Folgen haben. Gillian Gibbons` Leichtsinn zeigt aber auch, wie wenig wir Europaeer doch von der Mentalitaet dieser durch den Islam stark gepraegten Menschen verstehen - oder auch wie wenig diese Muslime von unserer.
Der Islam und die westliche Lebensweise sind nicht vereinbar. Ich glaube daher, dass es nicht ratsam ist, weitere Muslime in unsere Laender hereinzulassen. Man tut sich mit einer weiteren Zuwanderung gegenseitig keinen Gefallen. Die multikulturelle Gesellschaft ist tot - selbst die britische Regierung aendert augenblicklich ihre grundsaetzliche Haltung. Und die britische Gesellschaft ist ausserordentlich liberal.
wwwilly (27.11.2007, 17:42 Uhr)
krank
Boah, wie krank ist das denn? Das ist doch ein ganz normaler Vorname *kopfschüttel*
jsbach (27.11.2007, 17:38 Uhr)
Pardon
...geahndet.
Bitte den Rechtschreibfehler von eben zu entschuldigen, werte Pädagogen.
jsbach (27.11.2007, 17:31 Uhr)
Demnächst in Köln-Ehrenfeld
Auch deutsche Pädagogen sollten sich den Fall gut merken. Sowas wird in ein paar Jahren auch hierzulande geandet.
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