13. Februar 2013, 15:48 Uhr

Eingestürztes Dach sorgt für Beunruhigung

Schlechte Nachrichten aus der "Todeszone": Schneemassen haben das Dach der hoch verstrahlten Atomruine von Tschnernobyl eingedrückt. Umweltschützer sprechen von einem "beunruhigenden Signal".

In der "Todeszone" um das 1986 havarierte ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl sorgt ein Dach-Einsturz an der hoch verstrahlten Ruine für Aufregung. Schneemassen hatten Teile der Bedeckung und einer Mauer des Maschinensaals eingedrückt.

Bei dem Unfall etwa 70 Meter entfernt von dem Sarkophag - der Betonhülle, die den explodierten Reaktorblock provisorisch abdichtet - sei keine Radioaktivität ausgetreten, teilte der Zivilschutz der früheren Sowjetrepublik mit. Zur Vorsicht zogen französische Unternehmen aber etwa 80 Arbeiter ab. Die Organisation Greenpeace bezeichnete den Unfall als "beunruhigendes Signal".

"Es gibt keine Garantie, dass in naher Zukunft nicht auch der Sarkophag einzustürzen beginnt", teilte die Umweltschutzorganisation in der etwa 110 Kilometer entfernten Hauptstadt Kiew mit. Das französische Unternehmen Bouygues bestätigte den Abzug der Arbeiter. Ihr Einsatzort befand sich 150 Meter vom Maschinensaal entfernt. Der Abzug sei aufgrund des radioaktiven Staubs erfolgt, der das Gebäude 1986 kontaminiert hatte, sagte ein Sprecher. Die Arbeiter bauen an einer neuen Schutzhülle.

Neuer Mantel soll vor Radioaktivität schützen

Die Unfallursache werde innerhalb der nächsten 14 Tage von einer Sonderkommission untersucht, teilte die Kraftwerksleitung mit. Der Tschernobyl-Block vier war am 26. April 1986 explodiert. Die Havarie wirbelte über Tage radioaktive Teilchen in die Luft, von der Ukraine breitete sich die abgeschwächte Wolke über weite Teile Europas aus.

2012 wurde unter Leitung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit dem Bau eines 1,54 Milliarden Euro teuren neuen Mantels begonnen. Derzeit arbeiten rund 1500 Beschäftigte aus 22 Ländern an der Hülle, die den alten Sarkophag 2015 ersetzen soll.

steh/DPA
 
 
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