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9. August 2009, 21:53 Uhr

Mallorca unter Schock

Erneut ist Mallorca Ziel von Sprengstoffanschlägen geworden. Am Sonntag erschütterten drei Explosionen die Ferieninsel. Das Auswärtige Amt rät deutschen Urlaubern zur Vorsicht.

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Abgesperrt: Wegen neuerlicher Bombenexplosionen ist der Strand bei Palma de Mallorca menschenleer© DPA

Neuer Schock für die Urlauber auf Mallorca: Zehn Tage nach dem Mordattentat auf zwei Polizisten hat die baskische Terrororganisation ETA neue Bombenanschläge auf der spanischen Ferieninsel verübt. In der Hauptstadt Palma explodierten am Sonntag drei Sprengsätze.

Wie die Polizei mitteilte, wurde niemand verletzt. Es entstand nur geringer Sachschaden. Vor den Detonationen hatte ein Anrufer im Namen der ETA eine telefonische Warnung durchgegeben. Sicherheitskräfte räumten die betroffenen Gebäude.

Die beiden ersten Bomben detonierten am Sonntag in Portixol, einer Urlauberhochburg am Rande von Palma. Sie hatten nur geringe Sprengkraft und richteten kaum nennenswerte Schäden an. Der erste Sprengsatz explodierte in einem Szene-Restaurant. Er war in einem Rucksack deponiert, den die Terroristen in der Damen-Toilette des Lokals versteckt hatten. Das Lokal liegt auf dem Weg zwischen der Innenstadt von Palma und dem Flughafen von Mallorca. Nicht weit davon entfernt befinden sich der See- und der Jacht-Hafen von Palma.

Etwa zwei Stunden später explodierte in einem anderen Restaurant in etwa 500 Meter Entfernung eine zweite Bombe. Der dritte Sprengsatz ging am Abend in der Innenstadt von Palma in einem unterirdischen Einkaufszentrum unterhalb des Platzes Plaza Mayor hoch.

Obwohl bei den Anschlägen keine größeren Schäden entstanden, bedeuteten sie einen nochmaligen Schock für den Tourismus auf Mallorca.

Erst am 30. Juli waren bei einem Bombenanschlag zwei Polizisten ums Leben gekommen. Seit dem Attentat galten auf der Insel verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Die Touristen hatten sich davon aber weitgehend nicht beeindrucken lassen.

Auswärtiges Amt empfiehlt: Menschenmengen meiden

Ort des ersten Anschlags am Sonntag war das italienische Restaurant "La Rigoletta" an der bei Touristen beliebten Strandpromenade Can Pere Antoni, an der sich Bars und Cafés aneinanderreihen. Der Sprengsatz war offenbar in einem Rucksack in der Toilette des Lokals versteckt. Die Regierung sprach von einer "kleineren Bombe", die nur leichten Sachschaden verursacht habe. Ein Mann hatte im Namen der Eta in zwei Anrufen bei einem Taxiunternehmen im Baskenland vor dem Anschlag gewarnt. Das Restaurant sei daraufhin evakuiert worden, hieß es. Zudem war die Umgebung weiträumig abgesperrt worden, so dass auch durch die beiden weiteren Bomben nach offiziellen Angaben niemand verletzt wurde.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat Reisenden vor Ort angesichts der neuerlichen Anschläge geraten, Menschenansammlungen zu meiden, die Anweisungen der örtlichen Sicherheitsbehörden zu befolgen und sich umsichtig zu verhalten. Es müsse erneut mit Behinderungen durch Maßnahmen der spanischen Sicherheitsbehörden gerechnet werden. Bei weiteren Fragen sollten sich Touristen an ihren Reiseveranstalter oder die Fluggesellschaft wenden. Ein Ministeriumssprecher sagte, das Konsulat in Palma de Mallorca sei eingeschaltet und bemühe sich um Aufklärung darüber, ob deutsche Staatsangehörige in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Die Fluglinie Air Berlin sagte am Sonntag, es sei noch zu früh sich zu den Folgen des erneuten Anschlags zu äußern. Ähnliches erklärten auch die Reiseveranstalter Tui und Thomas Cook. Für Lufthansa-Passagiere hat der neuerliche Anschlag nach Auskunft einer Sprecherin vorerst keine Auswirkungen.

Eta bekennt sich zu Anschlägen

Stunden vor dem jüngsten Anschlag auf Mallorca hat sich die Eta zu Attentaten in Spanien mit insgesamt drei Toten und 60 Verletzten Ende Juli bekannt. In einem am Sonntag veröffentlichten Beitrag in der baskischen Zeitung "Gara", einem Sprachrohr der Separatistenorganisation, bekannte sich die ETA zu vier Anschlägen seit Juni, darunter auch die tödliche Bombenexplosion auf Mallorca vom 30. Juli. Zudem erklärte die Organisation, sie habe Anfang Juli einen Anschlag auf ein Parteibüro der Sozialisten in Durango verübt, genauso wie den Anschlag in Burgos am 28. Juli mit 60 Verletzten und das tödliche Attentat auf einen ranghohen Polizeibeamten im Juni. Seit Beginn des gewaltsamen Kampfes für ein unabhängiges Baskenland 1968 hat die Eta mehr als 825 Menschen getötet.

DPA/AP/Reuters
 
 
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