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29. April 2009, 22:11 Uhr

WHO verschärft Pandemie-Warnung nochmals

Die Schweinegrippe hält die Welt in Atem: Während einige Experten bereits zu mehr Gelassenheit mahnen, hat die Weltgesundheitsorganisation ihre Pandemie-Warnstufe auf die zweithöchste Stufe angehoben. WHO-Chefin Margaret Chan sieht im Falle einer weltweiten Epidemie sogar "die gesamte Menschheit bedroht".

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In Mexiko haben die Ärzte derzeit besonders viel zu tun: Die Schweinegrippe brach zuerst in dem Land aus und verbreitet sich seitdem immer weiter© Saul Lopez/EPA/DPA

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation hat sich das Risiko einer weltweiten Ausbreitung der Schweinegrippe erheblich verschärft: Die WHO hob am späten Mittwochabend das Pandemierisiko auf die zweithöchste Stufe 5 an. Das teilte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan vor Journalisten in Genf mit.

Stufe fünf bedeutet eine weitverbreitete Übertragung von Mensch zu Mensch in mindestens zwei Ländern. Stufe sechs würde eine Pandemie bedeuten. WHO-Chefin Margaret Chan rief alle Länder auf, umgehend ihre Notfallpläne zu aktivieren. Im Falle einer Pandemie sei "die gesamte Menschheit bedroht", sagte die WHO-Chefin.

Chan appellierte an alle internationalen Organisationen wie die Weltbank sowie an die Pharmaindustrie und die Forschung, alle Kapazitäten bereitzustellen, um eine Pandemie zu vermeiden.

In Phase 5 steht fest, dass das Virus in mindestens zwei Ländern auf einem Kontinent von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Jetzt ruft die WHO auch zur verstärkten Produktion von Grippemitteln und weiteren Vorsorgemaßnahmen etwa im Gesundheitswesen auf. Die Eindämmung der Krise läuft nun auf vollen Touren und in allen Bereichen an.

Erst am Montag war die seit 2005 wegen der Vogelgrippe geltende Stufe 3 auf 4 heraufgesetzt worden. Das bedeutete, dass das neue Grippevirus von Tieren auch Menschen infizieren kann und von Mensch zu Mensch übertragen wird. Bei der höchsten Stufe 6 wird von einer weltweiten Ausbreitung des Virus augegangen, also von einer Pandemie.

Nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts ist eine Schweinegrippe-Epidemie in Deutschland nicht auszuschließen. "Ich bin schon besorgt was die generelle Situation angeht - in Deutschland, aber auch weltweit", sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Jörg Hacker, am Mittwochabend im ZDF. Allerdings sei Deutschland gut vorbereitet: Es gebe Pandemie-Pläne, zudem habe Deutschland ein sehr hoch entwickeltes Gesundheitssystem. "Deshalb bin ich optimistisch, dass wir die Situation hier beherrschen können. Aber wir können es nicht garantieren."

Hacker warnte davor, den neuen Grippe-Erreger zu unterschätzen. Zwar gehe es den bislang drei deutschen Infizierten relativ gut. "Das bedeutet aber nicht, dass das Virus keine Gefahr darstellt. Es ist leicht von Mensch zu Mensch übertragbar, das ist ein wichtiger Punkt, den man hier sehen muss", sagte er. Das Virus habe die Fähigkeit, sehr schnell sein Erbgut zu verändern. Außerdem habe es sich bereits an den Menschen angepasst: "Es hat sich sozusagen humanisiert." Daher sei es eher eine Menschen- als eine Schweinegrippe.

In den Stunden vor der Pressekonferenz der WHO hatten indes immer mehr Experten vor einer Hysterie gewarnt und zu etwas mehr Gelassenheit geraten.

"Da es sich um ein bis jetzt unbekanntes Virus handelt, haben wir in der Bevölkerung keine Antikörper und damit auch keine Immunabwehr dagegen", sagte der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Nikolaus Müller-Lantzsch, stern.de. Trotzdem betonte der Direktor des Institutes für Virologie am Universitätsklinikum des Saarlandes: "Das Virus ist kein Todesvirus. Alles, was zurzeit an neuen Daten herauskommt, spricht dafür, dass das Virus bei guter medizinischer Betreuung nicht gefährlicher ist als ein normales Influenza-Virus."

Es könne sein, dass sich der Erreger bei der Übertragung von Mensch zu Mensch abgeschwächt habe. Im Augenblick gebe es daher auch in Deutschland keinen Grund, in Panik zu verfallen. "Mit Atemmasken herumzulaufen, wäre übertrieben", sagt Müller-Lantzsch und mahnt zur Verhältnismäßigkeit. "Auch bei der jährlichen Influenza haben wir mehrere tausend Tote."

"Wohl kein sehr aggressives Virus"

"Ich denke, dass wir akut in Deutschland zurzeit nicht gefährdet sind", sagt auch der Chefarzt der Erfurter Helios-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Axel Sauerbrey. Bisher seien bei uns nur Einzelfälle von Menschen, die aus Mexiko einreisten, bekannt. Man dürfe sich jetzt auch nicht von der Hysterie, die von der Krisen-Berichterstattung der Medien ausgehe, mitreißen lassen, rät Sauerbrey. "Die Gefahr, dass von diesem Virus-Stamm eine Pandemie ausgehen könnte, ist schon gegeben", räumt der Professor ein. Allerdings entstünden jedes Jahr neue Mutanten von Influenza-Viren. Deswegen gebe es auch die Grippe-Schutzimpfung, wobei der Impfstoff jedes Jahr an die aktuellen Virenstämme angepasst werde.

Auch andere Experten hatten angesichts des relativ harmlosen Krankheitsverlaufs und der drastisch nach unten korrigierten Todeszahlen in Mexiko Zweifel an der Gefährlichkeit des Virus aufkommen lassen. Der Mikrobiologe Alexander Kekulé rechnete vor, in Mexiko komme etwa ein Toter auf 3000 Infizierte. Das sei weniger als bei einer normalen Influenza. Der Gießener Virologe Stephan Pleschka sagte: "Es sieht derzeit nicht so aus, als ob es sich um ein sehr aggressives Virus handelt."

Fragen und Antworten zum Thema Wie schützen Sie sich am besten vor Viren? Wie stärken Sie ihr Immunsystem? Welche Hausmittel gibt es? Mehr zum Thema Grippe finden Sie im stern.de-Ratgeber Grippe und Erkältung Dort beantworten Ihnen Experten auch Ihre Fragen zum aktuellen Ausbruch der Schweinegrippe.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
sausewindxxl (30.04.2009, 08:50 Uhr)
Oh,Gott...Sie haben Kelly getötet! Ihr Schweine(!)...LOL
OH, GOTT! WIR WERDEN ALLE STERBEN! Wo ist meine Atemschutzmaske? Wo versteckt ihr mein "Grippostad C" ??? LOL
confused (30.04.2009, 06:47 Uhr)
Schweinegrippe Witze
Steht M.Chan mit U. Schmidt an der Bar. Sagt M.C. "wir haben eine Pandemie". Daraufhin U.S. "WIRKLICH??"WO?" M.C.:"Weltweit" darauf U.S :"Wieso?" M.C: "Schweinegrippe" U.S. wiederum "Grippe hatte ich auch schon öfters" M.C.: Wirklich? weil in Mexiko stirbt einer von 3000 Infizierten daran" Sagt U.Schmidt ganz entrüstet: ECHT ??? mehr nicht, na dann kann ich ja ruhig wieder Grippe kriegen ohne mir Sorgen zu machen,hast du mal ein Taschentuch ich glaub ich bekomme Schnupfen"
speedo61 (30.04.2009, 06:03 Uhr)
Aber einen hab' ich noch...
...es ist zu "befürchten", dass sich die Menschen mit Blick auf die Krisen endlich mal gegen die Ungerechtigkeiten weltweit auflehnen. Wenn jedoch eine Pandemie im Anmarsch ist, sollte man sich besser nicht zusammenrotten.... die schüren Ängste, um Revolten zu verhindern!
sotospeak (30.04.2009, 04:30 Uhr)
Wir werden alle sterben ...
... irgendwann. Aber nicht an Schweinegrippe. In spätestens 3 Wochen ist das Thema weg vom Fenster und es redet kein Schwein (hihi) mehr davon.
johnniedeamonic (30.04.2009, 03:15 Uhr)
äh ja klar..............
WHO-Chefin Margaret Chan sieht im Falle einer weltweiten Epidemie sogar "die gesamte Menschheit bedroht".
echt? hätte gedacht wenns Weltweit ist sind maximal 1/9 der Menschen betroffen...... uff....man man man was fürn Schmand^^hoffe mal Stark das war ein Übersetzungsfehler
desweiteren hilft es den Artikel zulesen und seinen Kopf einzuschalten dann wüsste man auch das Stufe 5 bedeutet das sich auf demselben Kontinent in 2 verschiedenen Ländern Personen mit dem selben Erreger infiziert haben, in diesem Fall ging es übrigens um ein Baby das sich in Mexiko infiziert hat und trotz der Behandlung in den USA leider verstorben ist, also mal keine Panik, die Welt geht nächste Woche nicht unter
Dewerth (30.04.2009, 01:53 Uhr)
Das muss jetzt einfach sein:
Keine Schweinekoteletts mehr, keine Autogrammkarten von Schweinsteiger anfassen und dem Stornschweinfeger nicht aufmachen. Klar soweit?
BrunoK (30.04.2009, 00:45 Uhr)
Meine Empfehlung
Roche Aktien kaufen.
------
Roche-Aktien ziehen an
Der Aktienkurs des Schweizer Pharmakonzerns Roche reagiert auf den Ausbruch der Schweinegrippe mit einem deutlichen Kursplus. Die Anteilsscheine des Unternehmens verteuerten sich im Handelsverlauf am Montag um bis zu 3,87 Prozent auf 145 Schweizer Franken. Roche stellt unter anderem das Grippemittel Tamiflu her. Das Medikament gilt als wirkungsvoll im Einsatz gegen Influenza-Viren und wurde bereits beim Ausbruch der Vogelgrippe von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Der Konzern prüft derzeit eine Produktionssteigerung von Tamiflu. Am Montag kündigte Roche an, der WHO bis zu drei Millionen Dosen des Präparats zur Verfügung zu stellen.
http://www.n-tv.de/1144715.html
gallaher (30.04.2009, 00:19 Uhr)
... an Schwachsinn noch zu überbieten???
WHO-Chefin Margaret Chan sieht im Falle einer weltweiten Epidemie sogar "die gesamte Menschheit bedroht".
Verblöden wir jetzt -getrieben durch den Pressefreiheitgeschützten- Hysteriejournalismus vollkommen??
Mensch, gerade mal Finanzkrise pressetechnisch verdaut und realwirtschaftlich angekommen, jetzt die nächste Presseblähung...
Margaret Chan muss man fast schon Recht geben. Nur, nicht Schweingrippe etc. sind Ursache, sondern die Blödheit unserer Informationspolitik, die die Menschheit langsam auszurotten droht!
Meine Empfehlung: Besser gegen Schweinegrippe als Mundschutz hilft Abschalten von stern.de
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