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27. Juli 2008, 12:06 Uhr

Loch im Jumbo durch explodierte Flasche?

Eine explodierte Sauerstoffflasche hat wahrscheinlich das riesige Loch in den Rumpf des Qantas-Jumbos gerissen. Nichts deute auf einen Anschlag hin, so die Ermittler. Passagiere berichteten unterdessen von panischen Szenen an Bord.

Die Boeing war mit einem drei mal vier Meter großen Loch im Rumpf in Manila notgelandet© Reuters

Eine explodierte Sauerstoffflasche könnte nach ersten Ermittlungen die Ursache der Beinahe-Katastrophe des Qantas-Jumbos am vergangenen Freitag sein. An Bord fehle eine Flasche, die genau dort verstaut war, wo ein riesiges Loch in den Rumpf gerissen wurde, berichtete der australische Ermittler Neville Blyth am Sonntag in der philippinischen Hauptstadt Manila. Passagiere schilderten unterdessen panische Szenen an Bord, weil viele Sauerstoffmasken nicht aus den Halterungen fielen.

"Es ist noch zu früh zu sagen, was die Explosion ausgelöst hat, aber eine der Sauerstoffflaschen fehlt", sagte Blyth. Die Ermittler hätten keinerlei Anzeichen für eine Bombe an Bord gefunden. Die Untersuchungen gingen weiter. Das Ergebnis liege in zwei bis drei Monaten vor. Die Boeing war am Freitag mit einem drei mal vier Meter großen Loch im Rumpf in Manila notgelandet. Die Passagiere hatten etwa eine Stunde nach dem Start in Hongkong einen Riesenknall gehört. Ein kräftiger Luftzug strömte durch die Kabine. Pilot John Bartels senkte die Maschine sofort von 8000 auf 3000 Meter ab, ehe er die Notlandung einleitete. Die 346 Passagiere und 19 Besatzungsmitglieder kamen mit dem Schrecken davon.

Allerdings berichteten einige, dass in der 17 Jahre alten Maschine die Sauerstoffmasken nicht richtig funktionierten. "Das Gummi war viel zu alt, mir fiel die Maske immer wieder vom Gesicht", schilderte David Saunders. Nach seiner Darstellung wurden Kinder wegen Sauerstoffmangels schon blau im Gesicht. "Ein Mann hat in Panik das ganze Deckenstück rausgerissen, um an die Maske zu kommen", sagte Saunders der Zeitung "Age". Paula Madejon musste sich beim Luftholen mit zwei anderen Passagieren abwechseln, deren Masken nicht aus der Halterung gefallen waren. Ähnliches berichtete Beverley Doors im Rundfunk ABC. "Unsere Masken kamen nicht. Mein Mann ist fast ohnmächtig geworden, weil er drei Minuten keinen Sauerstoff hatte."

DPA
 
 
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