. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
19. Mai 2011, 16:02 Uhr

Falscher Bruder narrt die Medien

Blake Diallo, der "Bruder" des mutmaßlichen Opfers von Dominique Strauss-Kahn, ist offenbar gar nicht mit dem Zimmermädchen verwandt. Der Ex-IWF-Chef will sich mit einer Million Dollar freikaufen.

Strauss-Kahn, Dominique Strauss-Kahn, Vergewaltigung, New York, IWF, IWF-Chef, Frankreich, Strafmaß, Strafe, Haft, Gefängnis, Nafi Diallo, Blake Diallo, Opfer, Afrika, Guinea, Harlem, Bronx, Dienstmädchen, Zimmermädchen, Nafissatou Diallo, Zeuge, Bruder, Million, Fußfessel

Blake Diallo ist offenbar doch nicht der Bruder des mutmaßlichen Opfers von Dominique Strauss-Kahn© Matthew McDermott/Polaris

In der Affäre um den als Sextäter verhafteten Dominique Strauss-Kahn hat sich ein 42-Jähriger fälschlicherweise als Bruder des Opfers ausgegeben. Der Mann aus der Bronx habe zugegeben, dass das mutmaßlich von dem Franzosen angegriffene Zimmermädchen gar nicht seine Schwester sei, berichtete die "New York Times". Nach Informationen der Tageszeitung "Le Monde" vom Donnerstag soll der Restaurantbetreiber ein Freund sein.

Blake Diallo hatte in den vergangenen Tagen unter anderem der Pariser Tageszeitung "Le Parisien" ein ausführliches Interview gegeben. In diesem gab er sich als Bruder des mutmaßlichen Strauss-Kahn-Opfers aus.

Für seine Freilassung hat der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) unterdessen angeboten, bei der New Yorker Justiz eine Kaution von einer Million Dollar (700.000 Euro) zu hinterlegen. Mit diesem Angebot werde Strauss-Kahn am Donnerstag in die Verhandlungen gehen, sagten seine Anwälte wenige Stunden zuvor. Zudem werde er versprechen, New York nicht zu verlassen. Er sei auch bereit, eine elektronische Fußfessel zu tragen.

Anwälte gehen in nächste Instanz

Am Montag hatte eine New Yorker Richterin eine Freilassung auf Kaution abgelehnt. Bei dem vermögenden und international vernetzten IWF-Chef bestehe Fluchtgefahr. Auch an dem Tag war die Million schon im Gespräch gewesen. Nun sind die Anwälte eine Instanz weiter vor den State Supreme Court in Manhattan gegangen.

Die Verhandlung, an der der Beschuldigte nicht teilnehmen muss, sollte am Donnerstagabend deutscher Zeit beginnen. "Wir haben Bedingungen zugesagt, die alle Bedenken zerstreuen können, dass Mr. Strauss-Kahn die Stadt verlässt", erklärten die Anwälte. "Und wir hoffen, ihn umgehend von Rikers Island zu holen."

Sollte alles ideal für den Franzosen laufen, könnten sich noch am selben Tag die Zellentüren für ihn öffnen. Bis zu einem Prozess müsste er aber auf jeden Fall in New York bleiben. Strauss-Kahn sitzt seit Montag in einer Einzelzelle auf Rikers Island, einer Gefängnisinsel im New Yorker East River mit 14.000 Insassen.

Häftlingskleidung aus Spezialstoff

Die "New York Daily News" veröffentlichte unterdessen ein Bild Strauss-Kahns, das angeblich in seiner Zelle aufgenommen wurde. Es zeigt den unrasierten 62-Jährigen, der offenbar völlig übermüdet ist. Der einstige Bonvivant trägt eine blaue Häftlingskombi. Die Kleidung ist dem Blatt zufolge aus einem Spezialstoff, aus dem keine Streifen gerissen werden können. Häftlinge könnten sich so keine Schlinge knoten.

Der Franzose soll am Samstag in einem New Yorker Hotel versucht haben, ein Zimmermädchen zum Oral- und Analsex zu zwingen. Die 32-Jährige hatte am Mittwoch mehrere Stunden vor der Grand Jury ausgesagt, die letztlich über einen Prozess zu entscheiden hat. Details ihrer Vernehmung wurden nicht bekannt, sie soll ihre früheren Aussagen aber im Wesentlichen bestätigt haben.

mlr/DPA
 
 
Leser-KommentareBETA
MEHR ZUM ARTIKEL
Nachfolger von Strauss-Kahn als IWF-Boss Schwellenländer geben Europa Kontra

Wer wird Nachfolger von Dominique Strauss-Kahn beim IWF? Die EU fordert einen Europäer, die Schwellenländer haben etwas dagegen. Die Kanzlerin soll die Favoritin aus Frankreich unterstützen. mehr...

Vergewaltigungsvorwürfe Neuer Zeuge im Fall Strauss-Kahn

Neue Wendung im Fall Strauss-Kahn: Offenbar hat ein Hotel-Angestellter das Zimmermädchen in die Suite des Ex-IWF-Chefs gelassen. Die Magnetkarte der Frau ist als Beweismittel damit wertlos. mehr...

Nach Vorwurf der versuchten Vergewaltigung IWF-Boss Strauss-Kahn tritt zurück

Der Druck auf Dominique Strauss-Kahn war in den letzten Tagen gewachsen. Jetzt hat der IWF-Chef die Konsequenzen aus den Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung gezogen und seinen Rücktritt erklärt. mehr...

Anne Sinclair und Maria Shriver Alphafrauen hinter Betaehemännern

Sie sind die gedemütigten Alphafrauen hinter dem mutmaßlichen Vergewaltiger Strauss-Kahn und "Sperminator" Schwarzenegger: Anne Sinclair und Maria Shriver sind die ersten Richter ihrer Männer. mehr...

Mutmaßliches Strauss-Kahn-Opfer Die große Unbekannte

Wer ist das Dienstmädchen, das IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn missbraucht haben soll? Erste Antworten gibt jetzt der Bruder der 32-jährigen alleinerziehenden Mutter. mehr...

Vergewaltigungsvorwürfe gegen IWF-Chef Franzosen vermuten ein Komplott

Gab es gar keine Vergewaltigung? Wurde Dominique Strauss-Kahn Opfer einer Verschwörung? Die Mehrheit der Franzosen glaubt das - und ist empört. mehr...

Vergewaltigungsvorwürfe gegen IWF-Chef Der Fall Strauss-Kahn - die wichtigsten Fakten

Versuchte Vergewaltigung, Nötigung, Freiheitsberaubung - nur drei von sechs Vergehen, die Dominique Strauss-Kahn vorgeworfen werden. stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Fall des IWF-Chefs. mehr...

Kopfwelten zur Affäre Strauss-Kahn Macht kennt keine Regeln

Bei der Affäre um den IWF-Chef geht es nur auf den ersten Blick um Sex. Dahinter steht die Frage, was mächtige Menschen sich herausnehmen dürfen. mehr...

Gefängnisinsel Rikers Island Abraumhalde für das Gesindel von New York

Auf gerade einmal 1,7 Quadratkilometern ballen sich zehn Gefängnisse für 17.000 Gefangene: Rikers Island ist der größte Knastkomplex der USA - und hat schon eine Reihe prominenter Insassen gesehen. Nun gehört auch Dominique Strauss-Kahn dazu. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe