Großer Hilfseinsatz für Haiti läuft an

13. Januar 2010, 15:06 Uhr

Im Karibikstaat Haiti herrscht nach dem schweren Erdbeben große Not. Den Menschen, die überlebten, fehlt es an medizinischer Versorgung, Essen, sauberem Wasser und Zelten. Mehrere Staaten haben ihre Unterstützung angeboten, die Vereinten Nationen 30 internationale Hilfsteams mobilisiert.

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Im Logistikzentrum des Deutschen Roten Kreuzes am Flughafen Berlin-Schönefeld warten Hilfsgüter darauf, in eine Frachtmaschine geladen und nach Haiti geflogen zu werden©

Nach dem verheerenden Erdbeben im Karibikstaat Haiti haben mehrere Länder und Hilfsorganisationen einen massiven Hilfseinsatz ins Rollen gebracht. "Es ist ein Wettlauf mit der Uhr", sagte eine UN-Sprecherin in Genf. Die Bundesregierung stellt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, US-Präsident Barack Obama verlangte eine "offensive koordinierte Aktion der US-Regierung" und kündigte eine Erklärung an.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte am Vormittag eine Soforthilfe von einer Million Euro für die Notversorgung der Opfer angekündigt, das Bundesentwicklungsministerium kündigte 500.000 Euro Hilfe an. Das Auswärtige Amt setzte einen Krisenstab ein, der auch klären soll, ob Deutsche von dem Beben betroffen sind. Die Hilfsorganisation Welthungerhilfe kündigte ihrerseits 100.000 Euro Nothilfe an, mit denen Trinkwasser, Lebensmittel und Zelte finanziert werden sollen. Die 110 Mitarbeiter in Haiti seien wohlauf, teilte die Organisation mit.

"Überlebende zu finden hat Priorität"

Die UN mobilisierten aus ihrem globalen Netzwerk 37 Suchmannschaften, die so schnell wie möglich nach Haiti reisen sollen. Die UN-Sprecherin vom Büro für Koordinierung humanitärer Angelegenheiten sagte, "Überlebende zu finden hat Priorität". Die UN gehen davon aus, dass das Epizentrum des Bebens nur 15 Kilometer von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt war. In dem Gebiet, das am schwersten erschüttert wurde, leben den Schätzungen zufolge 238.000 Menschen. In der Hauptstadt selbst war das Beben zwar etwas schwächer, humanitäre Helfer weisen aber darauf hin, dass es dort viele schlecht gebaute Häuser und Wellblechbehausungen gibt, die sicher schwer beschädigt wurden.

Schon kurz nach dem Beben hatte die Rot-Kreuz-Föderation in Genf einen "massiven internationalen Hilfseinsatz" gefordert. Die Föderation, der die Rot-Kreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften angehören, kam zu einer Krisensitzung zusammen. "Notvorräte sind in Haiti gelagert. Sie ermöglichen es, 3000 Familien drei bis vier Tage zu versorgen, aber wir müssen sehr schnell Hilfsmaterial aus unserem Regionalzentrum in Panama liefern", sagte ein Sprecher. Bis zu drei Millionen Menschen Hilfe bräuchten Hilfe. Das Welternährungsprogramm erklärte, es könne kurzfristig 15.000 Tonnen Lebensmittel bereitstellen.

Das Erdbeben hat die ohnehin dramatische Lage verschärft

Die EU-Kommission stellte drei Millionen Euro Soforthilfe bereit. Dies sei eine erste Entscheidung, der in den nächsten Tagen weitere folgen könnten, hieß es in Brüssel. Ein Experte der Behörde ist auf dem Weg nach Port-au-Prince, um sich ein Bild der Lage zu machen. Der Kommission zufolge haben auch Belgien, Luxemburg und Schweden Hilfe angeboten. Dabei soll es sich um Ausrüstung für Wasseraufbereitung, Zelte, medizinische Hilfe und ein Bergungsteam handeln.

Spanien stellte ebenfalls drei Millionen Euro sowie 150 Tonnen Hilfsgüter zur Verfügung, Großbritannien schickte ein Flugzeug mit humanitären Helfern in die Karibik, Frankreich kündigte die Entsendung von zwei Maschinen mit Hilfsgütern und humanitären Helfern an. Papst Benedikt XVI. rief die Menschen angesichts der Katastrophe zu Großzügigkeit auf.

Die Hilfsorganisationen in Deutschland richteten einen dringenden Spendenappell an die deutsche Bevölkerung. Das Erdbeben habe die ohnehin dramatische Lage in dem armen Land noch verschärft, sagte der Caritas-Sprecher. "Die Menschen brauchen dringend unsere Hilfe." Ein Mitarbeiter von Handicap International in Deutschland sagte, laut Berichten von Mitarbeitern vor Ort seien auf der Straße Massen von Menschen unterwegs, die verstört seien. "Es geht chaotisch zu." Genau Angaben zu Opferzahlen wollten die Hilfsorganisationen wegen der unübersichtlichen Lage noch nicht machen.

SPENDENKONTEN:
Aktion Deutschland Hilft / Stichwort: Erdbeben Haiti / Spendenkonto: 10 20 30 / Bank für Sozialwirtschaft / BLZ: 370 205 00 / Spendenhotline: 0900 55 102030 oder www.aktion-deutschland-hilft.de

Deutsches Rotes Kreuz / Stichwort: Haiti / Spendenkonto: 41 41 41 / Bank für Sozialwirtschaft / BLZ: 370 205 00 / www.DRK.de/spenden

Welthungerhilfe / Stichwort: Nothilfe Haiti / Kontonummer: 11 15 / Sparkasse KölnBonn / BLZ: 370 501 98 / www.welthungerhilfe.de

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