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12. November 2010, 08:42 Uhr

"Carmen" verschont Deutschland

Das Orkantief "Carmen" fegte über Deutschland hinweg - aber weit weniger schlimm als befürchtet. Im Nordwesten und im Südosten wurden Bäume entwurzelt und Baustellenzäune umgeweht. Und in Köln hat das Tief den Karnevalsauftakt durcheinander gewirbelt.

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Im Nordwesten wehte es sehr heftig: Bäume wurden entwurzelt, wie hier in Dorsten in Nordrhein-Westfalen© Guido Schulmann/DPA

Orkantief "Carmen" hat in der Nacht zum Freitag weniger Schäden als befürchtet angerichtet - aber einen ersten Wintereinbruch gebracht. Der erste schwere Herbststurm sorgte im Nordwesten und Südosten für starken Wind und Regen - und damit für viele umgefallene Bäume und Schilder sowie losgelöste Baustellenzäune. Größere Schäden seien in der Nacht aber nicht entstanden, wie die Polizeibehörden berichteten. Auf dem Kahlen Asten in Nordrhein-Westfalen fiel bereits am Abend der erste Schnee.

Die Fehmarnsundbrücke, die die Ostseeinsel mit dem Festland bei Großenbrode verbindet, musste wegen des Sturms zeitweise für alle Fahrzeuge gesperrt werden. Außerdem sei südöstlich von Fehmarn am Abend ein voll beladener Fischkutter gekentert. Der Kapitän, der alleine an Bord war, konnte gerettet werden.

Der erste Schnee im Sauerland

In einigen Teilen Deutschlands brachte "Carmen" einen ersten Vorgeschmack auf den Winter. Über den Kahlen Asten bei Winterberg pfiff der Wind mit fast 90 Stundenkilometern. Dort wurden sechs Zentimeter Schnee gemessen. "Das sieht hier aus wie im tiefsten Winter", sagte Wetterbeobachter Klaus Pätschlack. In den Hochlagen des Sauerlandes bei Herscheid blieben nach Auskunft der Polizei Lastwagen auf schneeglatten Straßen hängen.

In Köln war der Karnevalsauftakt wegen starken Winds frühzeitig beendet worden. Später hieß es dann aber, es habe in der Jecken-Metropole keine größeren Wettereinsätze der Feuerwehr gegeben. Aus Sorge wurden auch einige Martinszüge in Aachen abgesagt, wie die Polizei berichtet. In Essen haben sich nach Angaben der Polizei die Straßen mit Wasser gefüllt, Unfälle habe es dort aber nicht gegeben.

Auch in Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen haben die Ausläufer des Orkantiefs starke Böen und einzelne Gewitter gebracht. Menschen wurden aber nicht verletzt, wie die Polizeibehörden in der Nacht meldeten. In der Nähe von Hannover sei ein Baum auf ein vorbeifahrendes Auto gestürzt. Der Fahrer sei unverletzt geblieben.

ukl/DPA
 
 
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