Schröder stellt Initiative gegen sexuellen Missbrauch vor

21. November 2012, 15:59 Uhr

Über 12.000 gemeldete Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs gab es im vergangenen Jahr, die Dunkelziffer ist weit höher. Jetzt hat Familienministerin Schröder eine Initiative zur Prävention gestartet.

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"Jeder Fall von Missbrauch ist einer zu viel": Familienministerin Kristina Schröder (CDU) stellte auf einer Pressekonferenz die Initiative vor.©

Familienministerin Kristina Schröder will Kinder mit einem starken Selbstbewusstsein und einer frühen Aufklärung vor sexuellem Missbrauch bewahren. "Die Spuren und die Verletzungen, die Kinder durch Missbrauch erfahren, können nie wieder rückgängig gemacht werden", sagte die CDU-Politikerin bei der Vorstellung ihrer Initiative am Mittwoch in Berlin. Das rund vier Millionen Euro teure Projekt startet 2013 und wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umgesetzt.

2011 war die Zahl der gemeldeten Missbrauchsfälle auf mehr als 12.000 gestiegen, dazu kommt die vermutlich hohe Dunkelziffer. "Jeder Fall von Missbrauch ist einer zu viel", sagte Schröder. Acht- bis Zwölfjährige sollen deshalb über sexuellen Missbrauch und ihre Rechte aufgeklärt werden, ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden.

Das Projekt läuft zunächst bis Ende 2014

"Wir wollen nicht nur kindgerecht informieren, sondern Kinder ermutigen, ihren Gefühlen zu vertrauen, Nein zu sagen, sich jemandem anzuvertrauen und Hilfe anzunehmen", sagte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. Die Informationen werden im Internet und unter einer "Nummer gegen Kummer" (0800-1110333) am Telefon verbreitet. Mit dem interaktiven Theaterstück "Sag mal...", das ab März 2013 bundesweit 100 mal aufgeführt werden soll, wollen die Initiatoren außerdem rund 30.000 Kinder erreichen.

Lehrer, Eltern und andere Beteiligte sollen mit Materialien und Fortbildungen sensibilisiert werden. Das Projekt läuft zunächst bis Ende 2014 in Kooperation mit den Bundesländern und startet zunächst in Schleswig-Holstein und Sachsen.

"Wir müssen alles daran setzen, Kinder schon vorher rechtzeitig über die Gefahren von Missbrauch aufzuklären", sagte Schröder. Pott ergänzte: "Wir wissen, dass gut aufgeklärte Kinder (...), die ein gutes Selbstvertrauen haben, sich besser wehren können." Ulli Freund, Expertin für Prävention von sexuellem Missbrauch, forderte ehrliche Erklärungen. "Allein dieses Basiswissen stellt einen gewissen Schutz vor sexueller Gewalt dar, weil es die Ahnungslosigkeit der Kinder beendet, die es den Tätern oft so leicht macht."

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