. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
4. Februar 2008, 12:56 Uhr

Ist Chefredakteur eine Leitungsfunktion?

Die Anwälte des "Spiegels" und der Noch-Chefredakteur des Nachrichtenmagazins, Stefan Aust, treffen sich nicht mehr im Verlagshaus, sondern vor Gericht. Eine der Fragen, die die Richterin nun klären muss, ist, ob Aust überhaupt eine Leitungsfunktion ausübe.

Die Frage, wie lang sein Vertrag als "Spiegel"-Chefredakteur läuft, beschäftigt die Gerichte: Stefan Aust (Archivbild vom 8.5.2006)© Soeren Stache/DPA

Der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Spiegel", Stefan Aust, 61, geht weiter gerichtlich gegen seine Kündigung zum Ende dieses Jahres vor. Bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht in Hamburg wurde keine Einigung zwischen Aust und dem "Spiegel"-Verlag erzielt. Die Vorsitzende Richterin der 11. Kammer, Susanne Wendt, setzte einen neuen Verhandlungstermin für den 7. Mai fest. Aust, der sich vor Gericht von den Hamburger Anwälten Matthias Prinz und Rolf Stahmer vertreten ließ, hatte Kündigungsschutzklage eingereicht. Bis zuletzt hatten beide Parteien versucht, sich außergerichtlich zu einigen.

Austs Vertrag war im November 2007 auf Initiative des Mehrheitseigners des Verlags, der Mitarbeiter KG, nicht über Ende 2008 hinaus verlängert worden. "Wir wollen den 'Spiegel' ein bisschen erneuern und auffrischen", hatte der Sprecher der einflussreichen Mitarbeiter KG, Armin Mahler, zur Begründung gesagt: "Ein bisschen frischer Wind wäre gut, um mehr junge Leute an das Blatt zu binden." Der Blattmacher ist der Auffassung, dass sein Vertrag mindestens bis Ende 2010 wirksam ist. Bei der Verhandlung im Mai müsste geklärt werden, ob es eine Zusage der früheren Geschäftsführung für eine Beschäftigung Austs bis zu diesem Zeitpunkt gegeben hat, kündigte die Richterin an.

Vertrag bei SpiegelTV bis 2013

Der Journalist ist seit 1987 beim Spiegel-Verlag beschäftigt, seit 1994 als Chefredakteur. Den Chef-Posten hatte Aust auf ausdrücklichen Wunsch des "Spiegel"-Gründers und langjährigen Herausgebers des Blattes, Rudolf Augstein, erhalten. Außerdem ist er Herausgeber bei Spiegel TV. Bezüglich dieser Position, die ihm ebenfalls gekündigt wurde, ist Aust der Auffassung, dass er sie bis 2013 ausüben kann.

Aust sieht keinen Grund, "der geeignet wäre, die Kündigungen gemäß Kündigungsschutzgesetz zu rechtfertigen". Laut Gericht könnten die Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis eines leitenden Angestellten jedoch auch ohne Vorliegen eines Kündigungsgrundes durch ein Urteil auflösen lassen - gegen Zahlung einer Abfindung. Austs Anwälte bestritten, dass ihr Mandant eine Leitungsfunktion hat, und wollen deshalb von der Gegenseite wissen, ob der Betriebsrat vor der Kündigung "ordentlich angehört" wurde. Auch wenn beide Seiten deutlich machten, dass sie für eine Lösung der strittigen Fragen noch weit auseinanderliegen, wollen sie sich weiterhin um eine außergerichtliche Einigung bemühen. Uneins sind sie auch in der Anrechnung einer Garantietantieme bei Austs Jahresvergütung.

Wochenlange Hängepartie

Der "Spiegel" will nach eigenen Angaben so schnell wie möglich die wochenlange Hängepartie um die Neubesetzung des Chefsessels beenden. Das Blatt soll künftig von einer Doppelspitze geführt werden. Im Gespräch sind der Berliner Bürochef Georg Mascolo und der Leiter von "Spiegel online", Mathias Müller von Blumencron.

"Der Spiegel" erreicht mit einer Auflage von knapp über einer Millionen Exemplaren jede Woche rund sechs Millionen Leser. Der Verlag gehört zu 24 Prozent den Erben von Augstein, zu 25,5 Prozent dem Verlag Gruner + Jahr, bei dem auch der stern erscheint und zu 50,5 Prozent den Mitarbeitern. Augstein hatte ihnen 1974 die Hälfte des Unternehmens geschenkt.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Kiezzabel (05.02.2008, 18:19 Uhr)
Abfindung???
kriegen die da oben etwa kein ordentliches Gehalt, wärend ihres Arbeitsverhältnisses oder warum bekommen die immer eine Abfindung, als würden sie Gefahr laufeen, ansonsten direkt in der Gosse zu landen???
*populismus-modus wieder aus*
Daisan (04.02.2008, 15:56 Uhr)
Klar ist/war er "Leitender" Angestellter
ist doch im § 5 BetrVG eindeutig geregelt
und die Kriterien treffen wohl mehrheitlich auf Herrn Aust zu.
Der Betriebsrat kann natürlich prüfen, ob die Kriterien gegeben sind, es sollte mich jedoch wundern, wenn er zu einem anderen Schluß käme.
In diesem Fall wäre denn auch keine Anhörung zur personellen Maßnahme erforderlich.
ganzbaf (04.02.2008, 14:58 Uhr)
Aust war eine Pfeife...
der den Spiegel auf dem Gewissen hat, da er ihm selbiges genommen hat.
.
Leider wird auch seine miese Leistung sicher mit einer Millionenabfindung vergoldet werden.
AchazIII. (04.02.2008, 14:50 Uhr)
Alles geht einmal zu Ende
Bei Panorama als TV-Journalist hatte Aust noch volles Haar. Sein Interview mit Horst Mahler ist legendär.
Beim Spiegel hat Aust fast sämtliche Haare verloren. So leicht scheint der Job nicht zu sein.
Wenn der SPIEGEL jetzt verjüngen will, sollte Aust wissen, dass er gewiss kein Adonis mehr ist.
Irgendwann hört alles auf. Außerdem sollte er sein Schäfchen im Trockenen haben.
petermeyer (04.02.2008, 14:48 Uhr)
ja die neoliberalen
ja dieser aust -andere sollen den gürtel immer enger schnallen , aber selben versuchen sie so viel wie möglich rauszuholen.
widerlich.
MEHR ZUM ARTIKEL
Die Medienkolumne Die Amateure vom "Spiegel"

Claus Kleber hat dem "Spiegel" einen Korb gegeben. Er bleibt beim ZDF. Für seine "work-life-balance" ist das wohl richtig, blamiert ist das Magazin. Was sich beim Sturz von Stefan Aust schon andeutete, setzt sich nun fort: Im "wichtigsten Print-Magazin" (Kleber) sind wahre Experten der Personalpolitik am Werk. mehr...

"Spiegel"-Chefredakteur Die Chefsache Stefan Aust

Der "Spiegel" hat den Vertrag von Chefredakteur Stefan Aust nicht verlängert und beendet damit eine 13-jährige Ära beim Nachrichtenmagazin. Der oberste Journalist erfuhr von der Entscheidung im Urlaub auf Bali. Ein irisches Wettbüro bietet nun Wetten an, was Aust wohl als nächstes machen wird. mehr...

Medien "Spiegel"-Chef Aust muss gehen

Das war's dann: Die mächtige Mitarbeiter KG des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat Chefredakteur Stefan Aust fallen gelassen. Der Vertrag von Aust endet damit am 31. Dezember 2008. In der Branche werden bereits eifrig Nachfolger gehandelt. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe