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Hakenkreuze nach Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft entdeckt

Der Brandanschlag auf einen von Flüchtlingen, Deutschen und Saisonarbeitern bewohnten Gasthof, hat offenbar einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Am Tatort finden sich Hakenkreuz-Schmierereien.

Hakenkreuze auf dem Kellereingang eines von Zuwanderern bewohnten Hauses

Hakenkreuze auf dem Kellereingang eines von Zuwanderern bewohnten Hauses: Bei dem Brand im Untergeschoss wurden mehrere Menschen verletzt

Beim Brand in einem auch von Flüchtlingen bewohnten Gasthof im rheinland-pfälzischen sind mehrere Menschen verletzt worden. Vier Bewohner und zwei Feuerwehrleute erlitten leichte Rauchvergiftungen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Mainz mit. Am Gebäude seien drei vermutlich frisch aufgemalte Hakenkreuze entdeckt worden. Die Brandursache war zunächst noch unklar. Bei einem Feuer im bayerischen Neutraubling wurden ebenfalls neun Flüchtlinge verletzt.

Der Brand in dem Gasthof in Bingen, wo nach Polizeiangaben neben Flüchtlingen auch deutsche Bürger sowie Montage- und Saisonarbeiter wohnen, brach am frühen Donnerstagmorgen im Keller aus. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte brachten den Angaben zufolge 24 Menschen aus dem Gebäude in Sicherheit. Zwei der vier verletzten Bewohner wurden wegen leichter Rauchvergiftungen in ein Krankenhaus gebracht.

Das Gebäude ist infolge des starken Rauchs derzeit nicht bewohnbar. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. Es wurde eine Sonderkommission eingerichtet. Brandsachverständige und Kriminaltechniker waren am Donnerstag vor Ort, um die Ursache zu klären.

Bingen: Mehrere Menschen verletzt

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin (SPD), die den Brandort in Bingen besuchte, verurteilte den mutmaßlichen Anschlag. "Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Gewaltbereitschaft sind abscheulich und eine große Herausforderung für die demokratische Gesellschaft", erklärten Dreyer und Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD). "Wir dürfen und werden uns niemals daran gewöhnen." Die Tat sei "auf das Schärfste" zu verurteilen.

Bei einem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Neutraubling bei Regensburg erlitten neun Asylbewerber, darunter eine schwangere Frau und zwei Kleinkinder im Alter von sechs Monaten sowie zwei Jahren, leichte Rauchgasvergiftungen. Nach Angaben der gab es zunächst keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Die Brandursache war zunächst ebenfalls noch unklar.

Das Feuer brach nach bisherigen Erkenntnissen am Mittwochabend in einem frei zugänglichen Kellerraum des als Asylunterkunft genutzten dreigeschossigen Mehrfamilienhauses aus. Ein Zeuge und mehrere Hausbewohner bemerkten starken Rauch und alarmierten und Rettungsdienst.

Etwa 15 Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Lybien im Haus

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs hielten sich etwa 15 Flüchtlinge aus Syrien, Libyen und dem Irak in dem Haus auf. Sie konnten sich selbst ins Freie retten oder wurden von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht.

Sieben der neun Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Sie wurden inzwischen alle wieder entlassen. Die Asylbewerber wurden vorerst in anderen Unterkünften im Landkreis Regensburg untergebracht. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf rund 50.000 Euro.

fin/AFP

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