Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Zahl der Anzeigen steigt auf über 90

In der Silvesternacht ist es am Kölner Hauptbahnhof zu sexuellen Übergriffen und Raubüberfällen gekommen. Die Polizei spricht von "Straftaten einer völlig neuen Dimension". Ein Überblick, was bislang darüber bekannt ist.

In der Silvesternacht sind rund um den Kölner Hauptbahnhof Dutzende Frauen massiv sexuell belästigt und ausgeraubt worden.

In der Silvesternacht sind rund um den Kölner Hauptbahnhof Dutzende Frauen massiv sexuell belästigt und ausgeraubt worden. Bisher liegen 60 Anzeigen vor. Über das Ausmaß der Vorfälle ist die Polizei geschockt.

Das Ausmaß der sexuellen Übergriffe und der Raubüberfälle am Hauptbahnhof in der Silvesternacht erschüttern Köln. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat ein Krisentreffen für Dienstag anberaumt. Die Vorfälle seien "ungeheuerlich", sagte Reker dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW nannte die Übergriffe "unerträglich". Der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers spricht von "Straftaten einer völlig neuen Dimension" und "Sexualdelikten in sehr massiver Form". Ein kurzer Überblick über die Geschehnisse:


Welche Vorwürfe stehen im Raum?

Bei der Polizei sind mittlerweile 90 Anzeigen eingegangen, die meisten davon wegen Sexualdelikten und Diebstählen. Frauen sollen begrapscht, bedrängt und beklaut worden sein. Auch von einer Vergewaltigung war auf der Pressekonferenz der Polizei die Rede. Nach Informationen der "Bild" geht dies auf ein Opfer zurück, das berichtete, ihr seien Finger in Körperöffnungen eingeführt worden.

Von wem sollen die Taten verübt worden sein?

Eine Gruppe von bis zu 1000 stark alkoholisierten jungen Männern - Zeugen zufolge dem Aussehen nach aus dem Nahen Osten oder Nordafrika stammend - soll dort aggressiv aufgetreten sein. Die Männer sind der Polizei zufolge zwischen 15 und 35 Jahre alt. Es sollen Böller und Raketen in Menschenmengen gefeuert worden sein. Immer wieder sollen sich kleinere Gruppen aus der Menge gelöst haben und Frauen gegenüber handgreiflich geworden sein. Der Polizei zufolge hätten die Täter versucht, mit dem Umzingeln und Anfassen der Frauen die Diebstähle von Handys und Wertgegenständen zu verschleiern.

Aktuell geht die Polizei von ihr bekannten jungen Männern als Täter aus, die bereits seit mehreren Monaten in der Kölner Innenstadt Taschen- und Trickdiebstähle sowie Raubübefälle begehen. Auf Anfrage des "Kölner Stadtanzeigers" wies ein Polizeisprecher zurück, dass es sich dabei um Flüchtlinge handelt. "Die bisherigen Hinweise gehen deutlich in Richtung polizeibekannte Intensivtäter, mit Flüchtlingen haben die nichts zu tun."


Was hat die Polizei gemacht?

An Neujahr zog die Polizei Köln noch eine friedliche Bilanz. Der Platz sei lediglich kurzzeitig geräumt worden, um "eine Massenpanik durch Zünden von pyrotechnischer Munition bei den circa 1000 Feiernden zu verhindern". Von den Übergriffen habe man durch die vielen Anzeigen in den Tagen danach erfahren. Man gehe nun aber von weiteren Taten aus, die noch nicht angezeigt wurden. Die Ermittlungsgruppe "Neujahr" wird aufgestockt, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Unter anderem werten die Beamten Handyvideos und Material aus Überwachungskameras aus. "Wenn 150 Menschen Frauen umzingeln und einen Kordon bilden, sind die Taten nur schwer zu sehen", verteidigte sich der NRW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, im Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Wurde jemand verhaftet?

Am Sonntag nahmen Polizisten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs fünf Männer fest, die Frauen bedrängt und Reisende bestohlen haben sollen. Ob sie auch etwas mit den Taten in der Silvesternacht zu tun haben, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.

Gibt es Bewegtbilder aus der Nacht?

Im Netz kursiert ein Video, das den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht zeigen soll. Die tumultartigen Szenen mit den sexuellen Übergriffen und Diebstählen sind darauf nicht zu sehen. Wohl aber, wie immer wieder Böller und Raketen in der Menschenmenge explodieren - und auch wie diese gezielt in eben jene Ansammlung gefeuert werden (ab 4.40 Uhr):

fin
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools